PTBS-AlbtrÀume, THC-Studie

PTBS-AlbtrÀume: THC-Studie zeigt 3,7-Punkte-Reduktion

Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 07:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studie belegt: THC-Tropfen reduzieren AlbtrÀume bei PTBS deutlich. Doch auch gÀngige Medikamente wie Malariamittel können den Schlaf nachhaltig beeintrÀchtigen.

Medikamente und Schlaf: Wie Wirkstoffe AlbtrÀume lindern oder stören können
Eine Person schlĂ€ft friedlich in einem modern eingerichteten Schlafzimmer bei gedimmtem Mondlicht. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen und Berichte verdeutlichen, wie signifikant gÀngige Medikamente die menschliche Schlafarchitektur und die AusprÀgung von Traumphasen beeinflussen können. Die Auswirkungen reichen dabei von belastenden Schlafstörungen als Nebenwirkung bis hin zu neuen therapeutischen AnsÀtzen bei der Behandlung von AlbtrÀumen.

Auswirkungen von Malariamitteln und Antihistaminika

Im Bereich der Reisemedizin zeigen Berichte, dass bestimmte Prophylaxemittel die Nachtruhe erheblich stören können. FĂŒr das PrĂ€parat Malarone, eine Kombination aus Atovaquon und Proguanil, wird dokumentiert, dass bei etwa 1 bis 10 Prozent der Anwender Schlaflosigkeit auftritt. Noch gravierendere Effekte wurden bei dem Wirkstoff Mefloquin beobachtet, der unter dem Handelsnamen Lariam bekannt ist. Dieser fĂŒhrte bei Patienten zu abnormen TrĂ€umen, Schlaflosigkeit und AngstzustĂ€nden. In Deutschland verfĂŒgt Mefloquin bereits seit dem Jahr 2016 ĂŒber keine Zulassung mehr.

Auch Medikamente, die hĂ€ufig gegen Allergien eingesetzt werden, stehen im Fokus der Schlafforschung. Antihistaminika der ersten Generation zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Blut-Hirn-Schranke ĂŒberwinden und dadurch schlĂ€frig machen. Neben dieser sedierenden Wirkung können sie jedoch auch ein Restless-Legs-Syndrom auslösen, was die QualitĂ€t des Schlafes wiederum mindert. Die Schlafforscherin Christine Blume von der UniversitĂ€t Basel erlĂ€utert in diesem Zusammenhang die komplexen Wirkmechanismen, durch die solche Substanzen in die natĂŒrliche Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus eingreifen.

Potenziale von Dronabinol bei posttraumatischen Belastungsstörungen

WÀhrend viele Medikamente den Schlaf ungewollt stören, untersuchen Forscher auch gezielte pharmakologische Interventionen zur Verbesserung der SchlafqualitÀt bei spezifischen Erkrankungen. Eine am 5. August 2026 im Fachmagazin Nature Medicine veröffentlichte Studie der Charité untersuchte den Einsatz von THC-Tropfen (Dronabinol) bei Patienten mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).

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In der Untersuchung, an der ĂŒber 170 Patienten ĂŒber einen Zeitraum von zehn Wochen teilnahmen, konnte die Albtraumlast signifikant gesenkt werden. Auf einer Skala von 0 bis 8 sank der Wert bei den mit Dronabinol behandelten Probanden um 3,7 Punkte, wĂ€hrend in der Placebo-Gruppe lediglich eine Verringerung um 2,2 Punkte verzeichnet wurde. Mehr als ein Drittel der Teilnehmenden wurde durch die Behandlung vollstĂ€ndig albtraumfrei, bei weiteren 21 Prozent halbierte sich die Belastung durch AlbtrĂ€ume.

Nebenwirkungen und rechtlicher Status in Deutschland

Trotz der positiven Ergebnisse der CharitĂ©-Studie hinsichtlich der Albtraumreduktion wurden auch Nebenwirkungen dokumentiert. Schwere Komplikationen traten zwar nicht auf, doch berichteten Probanden hĂ€ufiger ĂŒber Schwindel, Kopfschmerzen und einen gesteigerten Appetit.

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Ein wesentlicher Aspekt fĂŒr die medizinische Praxis bleibt die regulatorische Einordnung. Obwohl die Studie die Wirksamkeit von Dronabinol bei PTBS-bedingten AlbtrĂ€umen belegt, besitzt der Wirkstoff in Deutschland fĂŒr diese spezifische Indikation bislang keine Zulassung. Die Ergebnisse liefern jedoch eine wichtige wissenschaftliche Grundlage fĂŒr die weitere Diskussion ĂŒber den therapeutischen Einsatz von Cannabinoiden in der Schlafmedizin.

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