Quishing-Angriffe, QR-Code-Phishing

Quishing-Angriffe: QR-Code-Phishing springt um 146 Prozent

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 10:19 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Microsoft behebt mit über 600 Patches so viele Sicherheitslücken wie nie zuvor. KI-System MDASH half bei der Identifikation der Schwachstellen.

Microsofts Rekord-Patchday: Über 600 Sicherheitslücken geschlossen
Ein stilisiertes digitales Schild über einem Netz aus leuchtenden Datenlinien, das Cybersicherheit für Privatanwender symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Softwarekonzern schloss zwischen 570 und 622 Sicherheitslücken – ein neuer Rekord. Darunter waren über 60 kritische Schwachstellen und drei Zero-Day-Lücken, von denen zwei bereits aktiv ausgenutzt wurden.

Betroffen waren unter anderem die Active Directory Federation Services (AD FS) mit der Kennung CVE-2026-56155 sowie SharePoint (CVE-2026-56164). Eine weitere Zero-Day-Lücke betraf die Verschlüsselungstechnologie BitLocker. Hierfür war allerdings physischer Zugriff auf das Gerät nötig.

Die Identifizierung der Schwachstellen unterstützte erstmals das KI-System MDASH. Es erreichte eine Trefferquote von über 88 Prozent.

Windows 11 bekommt neue Sicherheitsfunktion

Das aktuelle Update für Windows 11 (KB5101650) bringt nicht nur Fehlerkorrekturen. Neu an Bord ist der Point-in-Time Restore (PITR). Die Funktion erstellt automatisch alle 24 Stunden Snapshots des Systems. Diese bleiben 72 Stunden erhalten – vorausgesetzt, es stehen mindestens 200 GB Festplattenkapazität zur Verfügung.

KI-Betrug und QR-Code-Phishing auf dem Vormarsch

Das Landeskriminalamt und Verbraucherschützer schlagen Alarm. Kriminelle setzen zunehmend KI-Tools für Love Scamming, Sextortion oder Schockanrufe mit geklonten Stimmen ein. Auch Deepfakes werden häufiger genutzt, um Identitäten vorzutäuschen.

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Besonders rasant entwickelt sich das „Quishing“ – Phishing per QR-Code. Microsoft verzeichnet für das erste Quartal 2026 einen Anstieg dieser Angriffsform um 146 Prozent. Laut ESET-Analysen enthält mittlerweile jede neunte Phishing-E-Mail einen schädlichen QR-Code. Gefälschte Portale lauern vor allem im Urlaubsumfeld, etwa bei eSIM-Angeboten oder auf Kreuzfahrtschiffen.

Aktuell nutzen Betrüger zudem die Abgabefrist für die Steuererklärung am 31. Juli aus. In gefälschten Mails im Stil des Portals Elster fordern sie zur Aktualisierung der Kontodaten auf. Typische Warnsignale: unpersönliche Anreden und Absenderadressen mit ausländischen Endungen, etwa aus Spanien.

Das sind die besten Schutzprogramme

Im Bereich der Sicherheitssoftware hat Malwarebytes die Auszeichnung als Produkt des Jahres erhalten. Das Programm wehrte innerhalb eines Monats rund 49,1 Millionen Malware-Infektionen und über 13.000 Ransomware-Angriffe ab.

Tests von AV-Comparatives (März bis Juni 2026) bescheinigten Kaspersky, Bitdefender und Elastic Schutzraten von 99,8 Prozent. Für Privatanwender hoben die Tester Bitdefender Premium hervor – erhältlich für rund 58 Euro im Jahr.

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Die Dringlichkeit solcher Schutzmaßnahmen untermauern Zahlen von Check Point Research: Die globalen Cyberangriffe stiegen im Juni 2026 im Jahresvergleich um 17 Prozent. Im deutschsprachigen Raum fiel der Zuwachs noch deutlicher aus – 35 Prozent in Deutschland, bis zu 44 Prozent in der Schweiz. Aktivste Ransomware-Gruppierung ist derzeit „The Gentlemen“. Sie verantwortet rund 17 Prozent der gemeldeten Angriffe.

Was Experten im digitalen Alltag empfehlen

Auf unaufgeforderte Nachrichten sollten Nutzer mit gesundem Misstrauen reagieren. Zeitdruck ist ein klassisches Druckmittel der Betrüger. Bei verdächtigen Anrufen aus dem Familienkreis hilft die Vereinbarung von Codewörtern.

Für den Schutz von Online-Konten empfehlen Sicherheitsexperten hardwarebasierte MFA-Lösungen (FIDO2/WebAuth). Sie gelten als besonders wirksam gegen moderne Phishing-Plattformen. Im Schadensfall heißt es: sofort Anzeige bei der Polizei erstatten.

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