Quishing-Welle: Cyberkriminelle nutzen gefÀlschte QR-Codes massiv
18.06.2026 - 12:26:57 | boerse-global.de
Cyberkriminelle setzen zunehmend auf manipulierte QR-Codes, um Bankdaten, Passwörter und Kryptoguthaben zu stehlen. Die Betrugsmasche namens âQuishingâ trifft mittlerweile Autofahrer, FuĂballfans und Bankkunden gleichermaĂen.
Sicherheitsexperten und Polizeibehörden schlagen Alarm: Die Zahl der Angriffe ĂŒber gefĂ€lschte QR-Codes hat in den vergangenen Tagen massiv zugenommen. Die TĂ€ter nutzen sowohl digitale als auch physische Codes, um traditionelle Sicherheitsfilter zu umgehen. Besonders perfide: Die Opfer scannen die Codes freiwillig â und geben ihre Daten damit ahnungslos preis.
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Infrastruktur im Visier: Elektroauto-Fahrer in der Falle
Aktuelle Untersuchungen zeigen eine gezielte Angriffswelle auf E-Auto-Fahrer. An LadesĂ€ulen, Parkautomaten und Bushaltestellen wurden manipulierte QR-Codes entdeckt. Die TĂ€ter kleben Aufkleber mit gefĂ€lschten Codes ĂŒber die Originale. Wer sie scannt, landet auf tĂ€uschend echten Phishing-Seiten, die Kreditkartendaten abgreifen.
Die Branche warnt: Nutzer vertrauen physischer Infrastruktur blind â ein fataler Fehler. Empfohlen wird, Codes vor dem Scannen genau auf Manipulationsspuren zu prĂŒfen, offizielle Apps statt öffentlicher QR-Codes zu nutzen und verdĂ€chtige Funde zu melden.
FuĂball-WM 2026: Kriminelle fiebern mit
Mit dem Anpfiff der FIFA FuĂball-Weltmeisterschaft 2026 am Mittwoch hat sich die Bedrohungslage weiter verschĂ€rft. Das Sicherheitsunternehmen Acronis warnt Fans vor einer Flut von Betrugsversuchen. Neben TicketfĂ€lschungen und gefĂ€lschten Streaming-Seiten steht vor allem Quishing im Fokus.
Die TĂ€ter locken Fans mit QR-Codes, die angeblich zu offiziellen Turnierdiensten fĂŒhren. Wer seine Zugangsdaten oder Zahlungsinformationen preisgibt, hat das Nachsehen. Besonders tĂŒckisch: Die Codes sind oft auf Plakaten, Flyern oder in Social-Media-Anzeigen versteckt.
In SĂŒdamerika beobachten Behörden eine Ă€hnliche Eskalation. Aus Peru wird berichtet, dass Quishing zunehmend mit anderen Methoden wie Stimmklonen und Anruf-Manipulation kombiniert wird. Landesweit werden jĂ€hrlich ĂŒber 42.000 Cyber-Straftaten registriert â mit steigender Tendenz.
Briefkasten statt Spam-Ordner: Banken im Visier
Eine besonders perfide Variante erreicht Kunden per Post. Zehntausende betrĂŒgerische Briefe wurden verschickt, die angeblich von groĂen Instituten wie der Deutschen Bank stammen. Darin enthalten: QR-Codes, die zu Datendiebstahl-Seiten fĂŒhren.
Der Trick ist heimtĂŒckisch: WĂ€hrend E-Mails mit verdĂ€chtigen Links oft von Spam-Filtern abgefangen werden, umgeht der physische Brief diese HĂŒrde komplett. Die vermeintliche Echtheit des Schreibens senkt zudem die Hemmschwelle der EmpfĂ€nger.
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Krypto-Sektor: GefÀlschte Hardware-Wallets im Umlauf
Die wohl technisch anspruchsvollste Angriffswelle betrifft Besitzer von KryptowÀhrungen. GefÀlschte Ledger Nano S+ Hardware-Wallets wurden entdeckt. Die GerÀte enthalten einen nicht autorisierten ESP32-S3-Chip, der PINs und Seed-Phrasen im Klartext speichert.
Der Betrug lĂ€uft so ab: Im Lieferumfang der Fake-Wallets befindet sich ein QR-Code, der zu einer geklonten Webseite fĂŒhrt. Dort wird eine gefĂ€lschte Version der Ledger-Live-Software angeboten, die den Wiederherstellungs-Seed an einen Server der Angreifer ĂŒbermittelt. Sicherheitsforscher betonen: Die offizielle Sicherheitsarchitektur von Ledger ist nicht betroffen â es handelt sich um manipulierte Hardware.
Parallel dazu werden Besitzer von Trezor- und Ledger-GerĂ€ten mit physischen Briefen bombardiert, die QR-Codes zu Seed-Phishing-Seiten enthalten. Experten vermuten, dass diese Kampagnen durch Datenlecks aus den Vorjahren befeuert werden â darunter ein Vorfall aus dem Jahr 2024, bei dem die Daten von 66.000 Trezor-Kunden abgegriffen wurden.
So schĂŒtzen Sie sich vor Quishing
Die Sicherheitsbranche empfiehlt ein BĂŒndel an MaĂnahmen:
- PrĂŒfen und Verifizieren: QR-Codes nur von Quellen scannen, deren Echtheit Sie unabhĂ€ngig bestĂ€tigt haben.
- Offizielle Wege nutzen: Verwenden Sie nach Möglichkeit die offizielle App eines Dienstes oder geben Sie die URL manuell im Browser ein.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung: Aktivieren Sie die Mehr-Faktor-Authentifizierung (MFA) â sie schĂŒtzt auch dann, wenn Zugangsdaten gestohlen wurden.
- SichtprĂŒfung: Kontrollieren Sie an öffentlichen Terminals oder Haltestellen, ob Aufkleber oder Ăberklebungen auf den Original-Codes angebracht sind.
