Rachitis bei Kindern: Diese frĂŒhen Zeichen eines Vitamin-D-Mangels fallen oft kaum auf
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 02:34 Uhr | Redaktion boerse-global.deEin Mangel an Vitamin D kann bei SĂ€uglingen und Kleinkindern die Entwicklung des Skeletts nachhaltig stören. Die Knochenerweichung, fachsprachlich als Rachitis bezeichnet, verlĂ€uft zu Beginn meist schleichend. Da die ersten Krankheitszeichen uncharakteristisch sind, wird die Erkrankung im Anfangsstadium hĂ€ufig ĂŒbersehen. Neben Störungen des Knochenwachstums schwĂ€cht die Unterversorgung auch die allgemeine Immunabwehr der betroffenen Kinder.
FrĂŒhe Anzeichen und fortschreitende KnochenverĂ€nderungen
Im frĂŒhen Stadium stehen vor allem unspezifische neuropsychische Symptome im Vordergrund. Dazu zĂ€hlen vermehrtes Schwitzen, gesteigerte Unruhe sowie hĂ€ufiges nĂ€chtliches Aufschrecken.
Reagieren SĂ€uglinge nach Anpassung der NĂ€hrstoffzufuhr rasch mit einer Besserung dieser Beschwerden, erhĂ€rtet dies hĂ€ufig den Verdacht auf ein entsprechendes Defizit. Zudem fĂŒhrt die geschwĂ€chte Widerstandskraft der Kinder dazu, dass Infektionen wie LungenentzĂŒndungen oder Durchfallerkrankungen gehĂ€uft als Komplikationen auftreten.
Schreitet die Erkrankung ohne gezielte Intervention fort, manifestieren sich deutliche VerÀnderungen am Skelettsystem. Typisch sind ein verzögerter Zahndurchbruch sowie ein verspÀteter Verschluss der Fontanellen. An den SchÀdelknochen fallen weiche SchÀdelnÀhte, eine druckempfindliche Hinterhauptregion und eine quadratische SchÀdelform auf.
Am Brustkorb können sicht- und tastbare Auftreibungen der Knorpel-Knochen-Grenzen der Rippen â sogenannte Rippenperlen â, eine RippenrandauswĂ€rtskehlung oder eine HĂŒhnerbrust entstehen. Des Weiteren werden VerkrĂŒmmungen der WirbelsĂ€ule wie Skoliose oder Kyphose, Auftreibungen der Hand- und FuĂgelenke sowie Fehlstellungen der Beine in Form von X- oder O-Beinen beobachtet.
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Labormedizinische und radiologische AbklÀrung
Besteht der Verdacht auf eine Störung der Knochenmineralisierung, wird zur weiteren Differenzierung an pĂ€diatrische FachkrĂ€fte ĂŒberwiesen. Die Labordiagnostik umfasst Blutuntersuchungen zur Bestimmung von Kalzium, Phosphat und alkalischer Phosphatase.
Ein aktiver Mangel zeigt sich typischerweise durch deutlich erniedrigte Serumspiegel der Vitamin-D-Metabolite 25-(OH)D3 und 1,25-(OH)2D3. Gleichzeitig steigt die AktivitÀt der alkalischen Phosphatase im Blutplasma sowie deren Ausscheidung im Urin an. Auch die Bestimmung von Kalzium im Urin liefert diagnostische Hinweise.
In der bildgebenden Diagnostik lassen sich an den langen Röhrenknochen charakteristische Stadien nachweisen. Im FrĂŒhstadium erscheint die Verkalkungsvorbereitungslinie im Röntgenbild unscharf. Im fortgeschrittenen Stadium verschwindet diese Linie vollstĂ€ndig.
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Zudem verbreitern sich die Epiphysen, die Knochenenden zeigen becher- oder bĂŒrstenförmige Konturen, und es treten Osteoporose, Schaftverbiegungen oder Spontanfrakturen auf. Röntgenaufnahmen der Handknochen weisen regelmĂ€Ăig eine Verzögerung des biologischen Knochenalters auf.
PrÀventive AnsÀtze und Zufuhrrichtlinien
Um einer Mangelrachitis vorzubeugen, setzt die SĂ€uglingsfĂŒrsorge auf eine standardisierte Prophylaxe. Die ErnĂ€hrung deckt den NĂ€hrstoffbedarf im frĂŒhen Kindesalter oft nur zu einem geringen Bruchteil. Ăblicherweise wird SĂ€uglingen eine tĂ€gliche Zufuhr von 400 IU Vitamin D verabreicht.
Reifgeborene erhalten die Supplementierung ab den ersten Lebenswochen oder nach Vollendung des ersten Lebensmonats, FrĂŒhgeborene bereits ab zwei Wochen nach der Entbindung. In bestimmten Phasen hoher WachstumsintensitĂ€t oder bei unzureichender Milchmenge kann eine vorĂŒbergehend höhere Dosierung von bis zu 800 IU pro Tag angezeigt sein.
Ab dem zweiten bis dritten Lebensjahr ist bei normaler körperlicher Entwicklung und regelmĂ€Ăiger Bewegung im Freien meist keine routinemĂ€Ăige WeiterfĂŒhrung der Supplementierung mehr erforderlich.
