RAISE, Millionen

RAISE US: 500 Millionen Euro für KI-Umschulung von Millionen

26.06.2026 - 23:47:34 | boerse-global.de

Die Non-Profit-Organisation RAISE US startet mit halber Milliarde Euro, um Millionen Arbeitnehmer auf die KI-Transformation vorzubereiten.

RAISE US: 500-Millionen-Initiative für KI-Umschulung gestartet
RAISE - Fachleute verschiedener Bereiche arbeiten in einem modernen Büro mit KI-Oberflächen auf Bildschirmen, Symbol für KI-Training und Arbeitsanpassung. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine überparteiliche Non-Profit-Organisation namens RAISE US ist mit über 500 Millionen Euro Startkapital an den Start gegangen. Ihr Ziel: Millionen Arbeitnehmer fit für die KI-Revolution zu machen.

Die Initiative wird von der ehemaligen US-Wirtschaftsministerin Gina Raimondo und dem früheren Gouverneur von Indiana, Eric Holcomb, geleitet. Sie wollen Beschäftigte umschulen, deren Jobs durch Künstliche Intelligenz bedroht oder grundlegend verändert werden.

Düstere Prognosen für den Arbeitsmarkt

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Analysten zeichnen ein alarmierendes Bild: Laut einer Studie der Boston Consulting Group vom April 2026 werden rund die Hälfte aller Jobs in den USA durch KI umgestaltet. Bis zu 25 Millionen Stellen könnten innerhalb der nächsten fünf Jahre ganz verschwinden. Daten von Goldman Sachs zufolge ließen sich etwa 25 Prozent der aktuellen Arbeitsstunden automatisieren.

RAISE US will langfristig eine Milliarde Euro einsammeln. Ein breites Bündnis aus Tech-Giganten und Finanzkonzernen unterstützt das Vorhaben – darunter Amazon, Microsoft, Anthropic, die OpenAI Foundation und die Bank of America. Auch UPS, General Motors, Eli Lilly, Mastercard, IBM und Cisco sind mit an Bord.

Die Organisation startet zunächst in den US-Bundesstaaten Arkansas, Connecticut, Maryland und Utah. Raimondo übernimmt selbst den Chefposten, unterstützt von Janet Foutty als Präsidentin für Unternehmenspartnerschaften und Eric Beane als operativem Geschäftsführer.

Das Modell sieht vor, Anreize für Unternehmen zu schaffen, ihre Mitarbeiter weiterzubilden statt zu entlassen. Der Bedarf ist enorm: Bei großen Tech-Firmen ist die Einstellung von Berufseinsteigern von 22 Prozent im Jahr 2016 auf nur noch acht Prozent eingebrochen.

Die Schatten-KI – Wenn Mitarbeiter eigene Wege gehen

Während die großen Umschulungsprogramme anlaufen, hat sich längst eine Parallelwelt entwickelt. Eine Umfrage vom Mai 2026 zeigt: 76 Prozent der Beschäftigten nutzen bereits selbst beschaffte KI-Tools für ihre Arbeit – ohne offizielle Genehmigung oder Kontrolle. Experten sprechen von „Shadow AI" oder „Bring Your Own AI" (BYOAI).

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Besonders brisant: 41 Prozent der Befragten gaben an, keinerlei offizielle KI-Tools oder Schulungen von ihrem Arbeitgeber erhalten zu haben. Nur 21 Prozent haben klare KI-Richtlinien für ihre spezifische Rolle. Der Verizon Data Breach Investigations Report 2026 stuft diese Entwicklung als erhebliches Sicherheitsrisiko ein – denn unkontrollierte KI-Nutzung öffnet Hackern Tür und Tor.

EU-Gesetz setzt deutsche Unternehmen unter Druck

Die Zeit drängt nicht nur in den USA. In Europa läuft eine entscheidende Frist: Ab dem 2. August 2026 drohen Bußgelder für Verstöße gegen Artikel 4 des EU AI Acts. Dieser schreibt vor, dass Unternehmen über ausreichende KI-Kompetenz verfügen müssen.

Eine TÜV-Studie zeigt, wie weit viele Firmen davon entfernt sind: 56 Prozent der Unternehmen räumen einen erheblichen Nachholbedarf bei digitalen Kompetenzen ein. Bei Organisationen mit mehr als 250 Mitarbeitern steigt der Wert auf alarmierende 74 Prozent. Besonders groß sind die Qualifikationslücken in der öffentlichen Verwaltung und im Einzelhandel.

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Globales Wettrennen um KI-Bildung

International reagieren Regierungen und Unternehmen mit gezielten Programmen:

  • Südkorea: Microsoft startete im Juni 2026 gemeinsam mit der Seoul National University das Programm „Elevate for Educators". Es bietet KI-Literacy-Zertifikate für Lehrer an. Parallel investiert die südkoreanische Regierung 2,1 Milliarden Euro, um KI bis 2028 in den Klassenzimmern zu verankern.

  • Singapur: Bildungsstaatsministerin Jasmin Lau betonte kürzlich, dass Schüler kritisches Denken und Eigeninitiative bewahren müssten – auch wenn KI zum Standard-Werkzeug werde.

  • Weltweit: Das S4IF-Netzwerk mit UNDP und EBRD diskutierte Mitte Juni die wachsende KI-Kluft. Die Organisation stellte elf strategische Leitlinien für inklusive KI-Entwicklung vor. Auffällig: Männer listen KI-Fähigkeiten auf beruflichen Netzwerken doppelt so häufig wie Frauen – obwohl KI-Kenntnisse die am schnellsten wachsende Kategorie sind.

Cybersicherheit und Infrastruktur

Parallel zur Qualifizierungsoffensive rüsten Sicherheitsfirmen auf. Check Point und IBM sind dem OpenAI Daybreak Cyber Partner Program beigetreten, um KI-Modelle direkt in ihre Abwehrsysteme zu integrieren.

Die US-Regierung startete heute die Plattform PaxPass – ein 50-Millionen-Euro-Projekt zur Beschleunigung des KI-bezogenen Warenverkehrs. Gleichzeitig wuchs die PaxSilica AI Alliance auf 24 Mitgliedsstaaten an. Deutschland, die Niederlande und Kasachstan gehören nun dazu und haben eine gemeinsame Erklärung zu KI-Chancen und wirtschaftlicher Sicherheit unterzeichnet.

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