RAMpocalypse: KI leert Speicher-Lager – Xbox +90 Euro teurer
27.06.2026 - 17:04:14 | boerse-global.de
Der weltweite Wettlauf um künstliche Intelligenz führt zu einer massiven Verknappung von Speicherchips – und trifft nun direkt die Verbraucher. Apple und Microsoft haben am Freitag die Preise für zentrale Produkte angehoben. Grund sind explodierende Kosten für Speicherkomponenten, die durch die enorme Nachfrage nach KI-Infrastruktur ausgelöst werden.
Microsoft erhöht die Preise für seine Xbox-Konsolen um umgerechnet knapp 90 Euro. Auch Apples MacBook-Reihe wird teurer. Branchenberichten zufolge haben sich die Großhandelspreise für Speicherchips vervierfacht. Die Hersteller geben diese Kosten nun an die Kunden weiter.
„RAMpocalypse" – Wenn KI die Lager leert
Die Führungsspitze von Apple bezeichnete die Anpassungen als unvermeidliche Reaktion auf die aktuelle Versorgungslage. Analysten sprechen bereits von einer „RAMpocalypse" – einem apokalyptischen Engpass bei Arbeitsspeicher. Der Grund: KI-Systeme und Unterhaltungselektronik konkurrieren um dieselben Ressourcen.
Betroffen sind gleich mehrere Chip-Typen: DRAM (Arbeitsspeicher), NAND-Flash (Datenspeicher) und HBM (Hochleistungsspeicher für KI). Letzterer ist essenziell für die leistungsstarken Prozessoren, die KI-Modelle trainieren und ausführen.
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Börse reagiert nervös – Kleine Firmen in Not
Die Finanzmärkte quittierten die Nachrichten mit deutlichen Kursverlusten. Microsoft-Aktien fielen am Freitag um rund fünf Prozent, Apple-Papiere verloren etwa sechs Prozent. Die Verknappung trifft die Branche jedoch ungleich: Während Großkonzerne wie Apple und Microsoft noch lieferfähig bleiben, kämpfen kleinere Technologieunternehmen ums Überleben. Sie können sich gegen die finanzstarken Riesen kaum noch mit den nötigen Komponenten eindecken.
Chip-Hersteller stellen sich neu auf
Kleine Tech-Firmen drohen unterzugehen, weil Großkonzerne die Speicher-Lager leeren. Auch Ihr nächstes Gerät könnte bald unbezahlbar werden. Unser Ratgeber verrät, welche Produkte als Nächstes knapp werden – und wie Sie sich rechtzeitig eindecken. Knappheits-Checkliste jetzt sichern
Der Speicher-Boom verändert auch die Strategie der Zulieferer. Micron, einer der größten Halbleiterhersteller, profitiert zwar von der Knappheit, zieht aber Konsequenzen: Das Unternehmen steigt aus dem Markt für Verbraucher-RAM aus und konzentriert sich vollständig auf die Produktion für KI-Rechenzentren. Dort sind die Margen höher und die Nachfrage scheinbar unersättlich.
Die Zeichen stehen auf Dauerbelastung. Solange die KI-Nachfrage das verfügbare Angebot an DRAM und HBM dominiert, bleibt der Druck auf den Konsumgütermarkt bestehen. Die Lieferkette verschiebt sich grundlegend: Rechenzentren haben künftig Vorfahrt vor Laptops und Spielkonsolen.
