Ransomware, Angriffe

Ransomware: 79 Prozent der Angriffe nutzen gestohlene Zugangsdaten

Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 16:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Sophos-Report 2026 zeigt: Gestohlene Zugangsdaten sind nun fĂŒr 79% aller Ransomware-Angriffe verantwortlich. KI-gestĂŒtzte Abwehrplattformen wie Sophos Fusion sollen die steigende Bedrohungslage eindĂ€mmen.

Sophos-Report: Gestohlene IdentitĂ€ten als Hauptursache fĂŒr Ransomware
Ein Schattenhacker manipuliert digitale IdentitĂ€tssymbole auf einem Bildschirm, symbolisiert IdentitĂ€tsausnutzung und Ransomware-Bedrohungen in der Cybersicherheit. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Kompromittierte Zugangsdaten sind inzwischen fĂŒr 79 Prozent aller Ransomware-Angriffe verantwortlich.

Die Bedrohungslandschaft im Bereich der Cybersicherheit hat sich grundlegend gewandelt. Das zeigt der aktuelle „State of Ransomware"-Report von Sophos aus dem Jahr 2026. Gestohlene IdentitĂ€ten haben klassische Software-SicherheitslĂŒcken als hĂ€ufigste Einfallstore fĂŒr Cyberkriminelle abgelöst. Rund 67 Prozent der Ransomware-Opfer gaben an, dass ihr Vorfall primĂ€r auf einen IdentitĂ€tsangriff zurĂŒckzufĂŒhren sei. SicherheitslĂŒcken spielen mit nur noch 18 Prozent eine deutlich geringere Rolle.

MFA ist kein Allheilmittel mehr

Böswillige E-Mails bleiben mit 26 Prozent der hĂ€ufigste initiale Zugangsvektor, dicht gefolgt von Phishing (24 Prozent) und dem direkten Einsatz gestohlener Zugangsdaten (23 Prozent). Ein alarmierender Befund: 97 Prozent der Unternehmen, die ĂŒber kompromittierte Anmeldedaten angegriffen wurden, hatten zum Zeitpunkt des Angriffs eine Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) im Einsatz. Die TĂ€ter umgehen diese Schutzmaßnahmen zunehmend durch Social Engineering oder technische Tricks.

Auch die VerschlĂŒsselungsrate steigt: In 56 Prozent der VorfĂ€lle gelang es den Angreifern, Daten zu verschlĂŒsseln – ein Anstieg gegenĂŒber 50 Prozent im Vorjahr. Die finanziellen Folgen sind dabei widersprĂŒchlich: Die durchschnittliche Lösegeldforderung sank binnen zwei Jahren um 65 Prozent auf umgerechnet rund 698.000 Euro. Die tatsĂ€chlich gezahlte Summe lag mit durchschnittlich 769.000 Euro jedoch höher. Die durchschnittlichen Wiederherstellungskosten nach einem Angriff beliefen sich auf rund 1,7 Millionen Euro.

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KI-gestĂŒtzte Abwehr als Antwort

Angesichts der Bedrohungslage setzen Sicherheitsanbieter verstĂ€rkt auf automatisierte Abwehrplattformen. Am 16. Juli 2026 brachte Sophos Sophos Fusion auf den Markt – ein KI-natives System, das mehr als 500 Sicherheitstechnologien von Drittanbietern vereint. Die Plattform soll den weltweiten Mangel an Cybersicherheitsexperten adressieren: Nur rund 35.000 Chief Information Security Officers (CISOs) stehen schĂ€tzungsweise 359 Millionen Unternehmen gegenĂŒber.

Bereits heute erledigt KĂŒnstliche Intelligenz 52 Prozent aller Managed-Detection-and-Response-FĂ€lle (MDR) ohne menschliches Eingreifen – und das in durchschnittlich 89 Sekunden. Weitere Erweiterungen des Abwehrsystems sind fĂŒr August und Oktober 2026 geplant, darunter eine neue Generation von XDR und spezialisierte KI-Abwehrmodule.

Europa und Behörden besonders betroffen

Der Ransomware-Anstieg ist besonders in Europa und im öffentlichen Sektor spĂŒrbar. Zwischen Januar 2025 und April 2026 wurden hierzulande 2.066 Organisationen attackiert. Allein in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 waren es 684 Unternehmen und Behörden – ein Anstieg um 55 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Auch Regierungsbehörden sind tĂ€glich betroffen. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 187 staatliche Einrichtungen angegriffen – rechnerisch ein Angriff pro Tag und ein Plus von 13 Prozent gegenĂŒber der zweiten JahreshĂ€lfte 2025. Zu den aktivsten Gruppierungen in diesem Sektor zĂ€hlen The Gentlemen, Qilin und LockBit.

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Aktuelle SicherheitslĂŒcken und ErpressungsfĂ€lle

Neben IdentitĂ€tsdiebstahl bleiben klassische SicherheitslĂŒcken eine Gefahr. Am 14. Juli 2026 veröffentlichte SonicWall Notfall-Updates fĂŒr zwei kritische Schwachstellen (CVE-2026-15409 und CVE-2026-15410), die von der Inc-Ransomware-Gruppe als Zero-Day-Exploits ausgenutzt wurden. Die US-Behörde CISA nahm die LĂŒcken in ihren Katalog bekannter ausgenutzter Schwachstellen auf.

Parallel dazu untersuchen Großkonzerne neue Erpressungsversuche. Der Medizintechnikkonzern Abbott Laboratories prĂŒft derzeit zwei separate VorfĂ€lle mit unterschiedlichen TĂ€tergruppen. Die Gruppe ShinyHunters behauptet, Zugriff auf Altsysteme mit Millionen von DatensĂ€tzen personenbezogener Informationen erlangt zu haben. Eine zweite Gruppe namens ShadowByt3$ soll ĂŒber gestohlene Zugangsdaten in ein Kundenportal eingedrungen sein – nach Unternehmensangaben handelte es sich dabei jedoch um öffentlich zugĂ€ngliche Daten. In beiden FĂ€llen haben die Angreifer die angeblich gestohlenen Daten bislang nicht veröffentlicht.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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