Raven, Wine

Raven statt Wine: Neue Linux-Plattform soll Windows-Programme einfacher starten

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 20:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Interne Tests zeigen bereits lauffähige Windows-Anwendungen; eine öffentliche Version von Ravens Wine-Alternative soll bald erscheinen.
Ein moderner, minimalistischer Arbeitsplatz mit hochwertiger Hardware in einem ruhig beleuchteten Raum. Illustration mit AI erstellt.

Der Entwickler Mirko Brombin hat mit dem Projekt Raven eine neue Alternative zur etablierten Kompatibilitätsschicht Wine angekündigt. Brombin, der unter anderem durch Projekte wie Bottles und die Linux-Distribution Vanilla OS bekannt ist, zielt mit dem Vorhaben darauf ab, Windows-Anwendungen unter Linux mit besserer Kompatibilität, höherer Leistung und spürbar geringerem manuellem Konfigurationsaufwand nutzbar zu machen. Dies ging aus einem Medienbericht hervor.

Eigene Systemaufruf-Schicht statt klassischem Wine-Ansatz

Technisch wählt Raven einen grundlegend anderen Weg als das traditionelle Wine-Ökosystem. Anstelle der dort üblichen Übersetzungsmethoden isoliert Raven die ausgeführten Windows-Programme in einer kontrollierten Umgebung. Das System setzt dabei auf eine eigene Schicht für Systemaufrufe, um Anfragen der Software an das darunterliegende Betriebssystem zu verarbeiten.

Der Entwickler verfolgt damit das Ziel, typische Schwachstellen bestehender Lösungen bei der Softwareverwaltung und Systemintegration zu beheben. Ein zentrales Merkmal der Architektur ist die geplante native Unterstützung für MSI-Installationspakete sowie die Windows-Komponente WinSxS.

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Zudem soll die Plattform Laufzeitumgebungen des .NET Frameworks in den Versionen 2.0 bis 4.8 und DirectX-Redistributables direkt abbilden können. Um Fehlkonfigurationen oder Beschädigungen des Systems vorzubeugen, ist zudem eine automatische Erstellung von Snapshots vor jeder Softwareinstallation vorgesehen.

Erste Anwendungen laufen bereits ohne manuelle Einrichtung

Nach Angaben des Autors zeigen bisherige interne Testläufe bereits praktische Fortschritte bei alltäglichen Nutzungsszenarien. Demnach lassen sich Programme wie der Webbrowser Google Chrome, der Texteditor Notepad++ sowie die Passwortverwaltung KeePass ohne manuelle Anpassungen oder aufwendige Vorkonfigurationen über Raven starten.

Auch der Spiele-Client Steam funktioniert demnach bereits in Kombination mit dem Titel Unturned. Die Unterstützung für das Bildbearbeitungsprogramm Paint.NET befinde sich derzeit in der Abstimmung.

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Hinsichtlich der Ausführungsgeschwindigkeit verweist Brombin auf frühe Benchmarks. Diesen zufolge weise Raven eine bessere Leistung auf als bisherige Wine-Installationen. Während Wine und darauf aufbauende Werkzeuge oft komplexe Präfix-Konfigurationen oder zusätzliche Hilfsprogramme erfordern, soll Raven diesen Prozess für Anwender weitgehend automatisieren und gleichzeitig stabilere Rahmenbedingungen bieten.

Ein genaues Erscheinungsdatum für eine erste Vorabfassung nannte Brombin noch nicht. Laut dem Bericht soll eine öffentliche Version des Projekts jedoch bald zur Verfügung stehen.

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