Reden hilft: GesprÀche zwischen VÀtern und Jugendlichen stÀrken die Beziehung
04.05.2026 - 07:30:02 | presseportal.de
VĂ€ter spielen eine wichtige Rolle: Das Erziehungsverhalten in der Jugendphase ihrer Sprösslinge ist zentral fĂŒr die QualitĂ€t der Vater-Kind-Beziehung, wie erste Ergebnisse einer aktuellen Studie zeigen. Forschende des Deutschen Jugendinstituts MĂŒnchen weisen nach, wie bedeutsam zudem vĂ€terliche Familienorientierung insbesondere fĂŒr jĂŒngere Jugendliche ist. Laut den reprĂ€sentativen Daten kĂŒmmern sich MĂ€nner tĂ€glich rund 1,5 Stunden im Durchschnitt um ihre Kinder. Bedeutsam auch: Hatte das mĂ€nnliche Elternteil fĂŒr sie als Kind ein offenes Ohr und suchte das GesprĂ€ch, berichten 82 Prozent der heute jungen Erwachsenen von einer "sehr guten" BeziehungsqualitĂ€t zu ihrem Papa. Die vorliegenden Daten sind Zwischenergebnisse der Studie "Vaterschaft im Wandel". Professorin Dr. Johanna Possinger von der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg leitet das von der Stiftung Ravensburger Verlag geförderte 3-jĂ€hrige Forschungsprojekt.
Der Vatertag erinnert an die neben der Mutter-Kind-Verbindung wohl prĂ€gendste Beziehung im Leben. Zwischen ein und drei Stunden - im Mittel 1,5 Stunden - betreuen MĂ€nner tĂ€glich ihre Kinder. FĂŒr Frauen liegt dieser Wert doppelt so hoch. WĂ€hrend MĂŒtter im Alltag weiterhin mehr Zeit mit der FĂŒrsorge fĂŒr ihren Nachwuchs verbringen, zeigt sich: Mit zunehmendem Alter der Kinder wĂ€chst die Bedeutung der VĂ€ter. "Gerade in der Jugendphase werden sie fĂŒr GesprĂ€che, Orientierung und emotionale UnterstĂŒtzung besonders wichtig", erlĂ€utert Dr. Claudia Zerle-ElsĂ€Ăer. Die Soziologin hat mit ihrem Team am Deutschen Jugendinstitut (DJI) in MĂŒnchen zu der Bedeutung von VĂ€tern von 12- bis 17-JĂ€hrigen geforscht. "GegenĂŒber ihren Teenagern mĂŒssen Eltern eine neue Balance finden: Jugendliche wĂŒnschen sich mehr Autonomie, brauchen aber weiterhin emotionale UnterstĂŒtzung und Orientierung. VĂ€ter spielen dabei eine wichtige Rolle."
Emotionale WÀrme und kindzentrierte Kommunikation steigern BeziehungsqualitÀt
Die Beziehung zum mĂ€nnlichen Elternteil wird besser bewertet, wenn hĂ€ufig gemeinsame GesprĂ€che stattfinden: 67 Prozent der Kinder, deren Vater "sehr viel" mit ihnen kommuniziert, bewerten die Beziehung zu ihm als "sehr gut" - das entspricht einer statistisch signifikanten Differenz von ĂŒber 20 Prozentpunkten im Vergleich zu den Jungen und MĂ€dchen, deren Papas sich selten mit ihnen unterhalten. "Spannend war es zu sehen, dass das langfristig in noch stĂ€rkerem MaĂ fĂŒr heute junge Erwachsene gilt, wenn sie sich an ihre Kindheit zurĂŒckerinnern", so Forscher Thomas Eichhorn. "Bei ihnen steigt der Wert der 'sehr guten' BeziehungsqualitĂ€t auf 82 Prozent." Die Zahl schrumpft auf 7 Prozent, wenn das mĂ€nnliche Elternteil nicht gesprĂ€chsoffen war. "Die MessgröĂen unserer Studie, die kindzentrierte Kommunikation beschreiben, stellten sich als mit Abstand wichtigster Einflussfaktor auf die Vater-Kind-Beziehung heraus", betont Eichhorn.
Untersucht haben die Forschenden weiterhin, wie sich gefĂŒhlsbetonte WĂ€rme im Umgang auswirkt. Auch hier belegen die Zahlen: Emotional offenes, positives Erziehungsverhalten verbinden Kinder mit einer höheren Relevanz ihres Vaters.
Weniger Beruf + mehr Familie = bessere BeziehungsqualitÀt zwischen Vater und Teenager
MĂ€nner, die Familie vor den Beruf stellen: Das kommt bei den befragten Jugendlichen gut an. "VĂ€ter, die ihre Familie sichtbar priorisieren, werden von ihren Kindern als besonders wichtige Bezugspersonen wahrgenommen", sagt Dr. Claudia Zerle-ElsĂ€Ăer. 82 Prozent der 12- bis 17-JĂ€hrigen, deren Papas die Idee gut fanden, zumindest bis zum Schuleintritt der Kinder beruflich kĂŒrzer zu treten, berichten von einer "sehr guten" BeziehungsqualitĂ€t zu ihren VĂ€tern. DJI-Forscherin Zerle-ElsĂ€Ăer fasst zusammen: "Engagierte Vaterschaft lohnt sich."
Auftakt fĂŒr 3-jĂ€hriges Forschungsprojekt: Umfangreiche DatensĂ€tze erstmals unter dem Gesichtspunkt "VĂ€ter von Teenagern" ausgewertet
An dem nun vorgelegten Zwischenbericht forschte seit April 2025 ein Team des DJI unter Leitung von Dr. Claudia Zerle-ElsĂ€Ăer. Basis bildete die Analyse reprĂ€sentativer DatensĂ€tze der Jahre 2009 bis 2023, mit der die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Rolle von VĂ€tern in Deutschland in der frĂŒhen Jugendphase ihrer Kinder beleuchten. Besagtes DJI-Panel "Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten" wurde erstmals unter diesem Aspekt ausgewertet. Diese SekundĂ€rdatenanalyse bildet das Fundament fĂŒr den qualitativen Teil der Studie: Derzeit interviewen Forschende der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg unter Leitung von Prof. Dr. Johanna Possinger VĂ€ter und Jugendliche. Sie erfragen, wie gemeinsam ĂŒber gesellschaftliche Fragen gesprochen wird und welche Rolle die Papas dabei spielen. Die Untersuchung soll unter anderem zeigen, wie vĂ€terliche Care-Arbeit und politische Bildung zusammenhĂ€ngen - ein bislang kaum erforschtes Feld. "Familien sind der erste Ort, an dem Jungen und MĂ€dchen lernen, ihre Meinung zu Ă€uĂern, Konflikte auszuhandeln und unterschiedliche Perspektiven zu verstehen", sagt Professorin Johanna Possinger. "Wenn VĂ€ter sich aktiv beteiligen und GesprĂ€che fĂŒhren, stĂ€rken sie nicht nur die Beziehung zu ihren Kindern - sondern auch wichtige demokratische Kompetenzen." Die Stiftung Ravensburger Verlag fördert das bis 2027 laufende Forschungsprojekt "Vaterschaft im Wandel: Wie VĂ€ter ihre Teenager im Alltag und in gesellschaftlichen Fragen begleiten" mit 160.000 Euro.
Pressekontakt:
Verena TĂŒrck-Weishaupt
Medien- und Ăffentlichkeitsarbeit
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