Ray-Ban, Meta-Brillen

Ray-Ban Meta-Brillen: Nutzer melden heimliche Aufnahmen im Schlafmodus

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 20:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Meta bestätigte ungewollte Audioaufnahmen der Smart Glasses und verteilte eine Fehlerkorrektur; Ursache und Zahl betroffener Geräte blieben offen.
Ein minimalistischer Holznachttisch in gedimmtem, natürlichem Morgenlicht mit weichen Schatten. Illustration mit AI erstellt.

Am 13. Oktober machten mehrere Nutzer auf der Plattform Reddit auf ein gravierendes Problem bei den Ray-Ban Meta Smart Glasses aufmerksam: Die vernetzten Brillen zeichneten private Unterhaltungen auf, obwohl weder das Aktivierungswort gesprochen noch die Freisprechfunktion eingeschaltet war.

Die betroffenen Personen bemerkten das Fehlverhalten, nachdem die entsprechenden Audioaufnahmen samt schriftlichen Transkripten in der Meta-AI-App auftauchten. Meta bestätigte die Problematik gegenüber dem Fachportal Android Authority, erklärte den Fehler für behoben und rollte ein Update aus.

Unerwünschte Mitschnitte auch im Schlafmodus

Nach Angaben des Reddit-Nutzers Kindly-Audience-137 traten die unautorisierten Mitschnitte bei drei Brillen der zweiten und dritten Generation auf. Während gewöhnlicher Alltagsgespräche habe dabei die weiße Benachrichtigungs-LED des Gestells aufgeleuchtet. Weitere Nutzer berichteten zudem, dass die Brillen selbst im Schlafmodus Audio aufzeichneten.

Betroffene stellten dies fest, indem sie gezielt in der Nähe der abgelegten Brille auf einem Tisch oder neben dem Etui sprachen. Ein Nutzer äußerte den Verdacht, die Fehlfunktion stehe im Zusammenhang mit einem kurz zuvor installierten Firmware-Update, was Meta jedoch nicht bestätigte.

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Meta machte weder Angaben zur genauen Ursache des Fehlers noch zu den betroffenen Firmware-Versionen oder der Anzahl betroffener Geräte. Der Konzern hob hervor, dass Nutzer ihre Sprachprotokolle in den Einstellungen der Begleit-App einsehen, verwalten und löschen können.

Zudem positioniert das Unternehmen das Gerät als Helfer und nicht als Überwachungswerkzeug; Besitzer könnten die Brille ausschalten oder abnehmen. Künftige Software-Updates könnten das Sensorverhalten der Brillen weiter anpassen.

Datenschutzregeln und frühere Vorfälle

Der Vorfall rückt die Datenschutzpraktiken rund um die Datenbrille erneut in den Fokus. Den offiziellen Datenschutzhinweisen zufolge speichert das System Audiodaten, die nicht als Fehlauslösung gewertet werden, bis zu ein Jahr lang zur Produktverbesserung ab. Ausgewählte Sequenzen werden dabei auch von Meta-Mitarbeitern überprüft.

Eine Analyse der Bestimmungen durch das Portal VR.org ergab deutliche regionale Unterschiede: In der US-Version werden Transkripte und Audio standardmäßig ohne Möglichkeit zum Widerspruch zur Produktverbesserung gespeichert, während Nutzern in Großbritannien eine entsprechende Wahloption zur Verfügung steht.

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Bereits zuvor geriet das Modell in die Kritik. So wurden Videoaufnahmen der Brillen in der Vergangenheit zur Schulung von Systemen künstlicher Intelligenz an Auftragnehmer in Kenia weitergeleitet. Im Sommer schloss Meta zudem eine Sicherheitslücke, durch die Aufnahmen selbst dann möglich waren, wenn Nutzer die Front-LED abdeckten. Wegen des Verkaufs der smarten Brillen steht der Konzern unter anderem in den Niederlanden unter politischem Druck.

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