reCAPTCHA mit Handgesten: Googles neue Methode scheitert an Stockfotos
Veröffentlicht am: 04.07.2026 um 07:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Internetriese erprobt eine revolutionäre Methode zur Betrugsabwehr – doch erste Sicherheitslücken zeigen sich bereits.
Google hat eine experimentelle Version seines bekannten reCAPTCHA-Dienstes gestartet, die auf Handgesten vor der Webcam setzt. Statt mühsam Ampeln oder Busse anzuklicken, sollen Nutzer künftig einfach eine Bewegung in die Kamera machen. Der Test läuft seit Anfang Juli 2024 im Rahmen der Google Cloud Fraud Defense.
21 Punkte entscheiden über Mensch oder Maschine
Das neue System erfasst 21 präzise Landmarken der Hand – von den Fingergelenken bis zur Handfläche. In Echtzeit analysiert eine KI die Koordinaten und prüft, ob die Bewegung von einem echten Menschen stammt. Klingt futuristisch, ist aber vor allem eine Reaktion auf immer raffiniertere Bots.
Wer keine Kamera hat oder die Geste nicht erkannt wird? Kein Problem: Das System fällt automatisch auf die bewährten Methoden zurück – Bilderkennung oder Audiotests.
Wer auf Googles reCAPTCHA setzt, muss die neue Sicherheitslücke kennen: Bereits Tage nach dem Start gelang es Forschern, das System mit statischen Stockfotos zu täuschen. Unser Report zeigt, wie Sie Ihre Betrugsabwehr absichern und welche Alternativen wirklich halten. Jetzt kostenlosen Sicherheits-Report anfordern
Datenschutz: Keine Speicherung, keine Audioaufnahme
Angesichts der Webcam-Nutzung drängen sich Datenschutzfragen auf. Google verspricht: Videodaten werden sofort nach der Prüfung gelöscht. Audio wird nicht aufgezeichnet, und die extrahierten Handkoordinaten bleiben anonym. Ein versöhnlicher Ansatz – doch wie sicher ist das Verfahren wirklich?
Erste Sicherheitslücke: Statische Bilder täuschen die KI
Die neue reCAPTCHA-Geste erfasst 21 Hand-Landmarken – doch eine virtuelle Kamera genügt, um statische Bilder einzuschleusen. Bevor Ihre Konkurrenz diese Lücke ausnutzt, sollten Sie Ihre Sicherheitsarchitektur prüfen. Der Report liefert konkrete Gegenmaßnahmen. Sicherheits-Report jetzt sichern
Bereits am 3. Juli 2024, nur Tage nach dem Start, meldeten Sicherheitsforscher einen erfolgreichen Angriff. Mit einer virtuellen Kamerasoftware wie OBS Virtual Camera ließen sich statische Stockfotos von Händen in den Prüfprozess einschleusen. Das System akzeptierte das Standbild als legitimen Nutzer.
Die Frage steht im Raum: Ist der gestenbasierte Schutz schon reif für den Ernstfall? Google zeigt sich optimistisch, doch die ersten Risse in der Fassade sind unübersehbar. Für deutsche Unternehmen, die auf Googles Sicherheitslösungen setzen, heißt das: Abwarten und genau beobachten, wie sich die Technik entwickelt.
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