Rechenzentren fĂŒr KI: Proteste in 15 LĂ€ndern und Widerstand in den USA
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 13:44 Uhr | Redaktion boerse-global.deAuf dem BaugelĂ€nde eines geplanten GroĂrechenzentrums in den Niederlanden ist es zu massiven Protesten und ZusammenstöĂen mit den SicherheitskrĂ€ften gekommen.
Mehrere hundert Aktivisten der niederlĂ€ndischen Direktaktionsgruppe Geef Tegengas drangen in das Areal im Amsterdamer Stadtteil Sloterdijk/Westpoort ein. Wie Medien am 6. November berichteten, kletterten Teilnehmer auf BaukrĂ€ne, zĂŒndeten Fackeln und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei.
Eskalation auf dem BaugelÀnde
Nach Polizeiangaben schnitten zwei Gruppen ein Tor auf, um Zugang zur Baustelle zu erhalten. Die EinsatzkrĂ€fte beschlagnahmten vor Ort Winkelschleifer sowie KletterausrĂŒstung.
Hinsichtlich der Teilnehmerzahl wichen die EinschÀtzungen deutlich voneinander ab: WÀhrend die Polizei von etwa 100 Personen auf dem GelÀnde sprach, gab die Organisation Geef Tegengas rund 500 Beteiligte an. Eine Aktivistin von Fossil Free Netherlands schÀtzte die Beteiligung auf etwa 400 Personen.
Nathan Timmer von Geef Tegengas erklĂ€rte gegenĂŒber dem Fernsehsender AT5, das Ziel der Aktion sei die Besetzung des Areals gewesen, um den Weiterbau zu stoppen. Auf Instagram beanspruchte die Initiative, Hunderte Aktivisten hĂ€tten die Arbeiten blockiert. Infolge der Eskalation verhĂ€ngte der Amsterdamer BĂŒrgermeister ein Demonstrationsverbot. Die Polizei nahm mehrere Personen fest, nachdem zunĂ€chst mindestens eine Festnahme bestĂ€tigt worden war.
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Das Bauvorhaben umfasst eine geplante KapazitĂ€t von 78 MW. Entwickelt wird die Anlage von der Pure Data Centres Group, die von Brookfield-Oaktree unterstĂŒtzt wird. Pure Data Centres beabsichtigt, mehr als 1 Mrd. USD an diesem Standort zu investieren. Der Technologiekonzern Microsoft ist als einziger Mieter der Anlage vorgesehen.
Koordinierte Proteste gegen GroĂanlagen
Die Besetzung in Amsterdam war Teil einer internationalen Protestwelle. Die Koalition Stop Dirty Data Centres hatte fĂŒr den 6. und 7. November Aktionen in 15 bis 16 LĂ€ndern organisiert, darunter in Deutschland, GroĂbritannien, Spanien, Frankreich und Polen.
Neben einem Marsch in Dublin und einer Kundgebung vor dem Parlament in Warschau richtete sich ein Protest in DĂ€nemark gegen ein weiteres Rechenzentrum von Microsoft. Mehr als 100 europĂ€ische Organisationen forderten ein sofortiges Moratorium fĂŒr neue GroĂanlagen.
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Der Ausbau der digitalen Infrastruktur fĂŒr kĂŒnstliche Intelligenz gerĂ€t auch politisch zunehmend unter Rechtfertigungsdruck. Am 5. November merkte EU-Tech-Chefin Henna Virkkunen an, Europa brauche zwar mehr Rechenzentren fĂŒr KI-Technologien, die Strompreise dĂŒrften im Zuge des Ausbaus jedoch nicht explodieren.
Auch in den USA formiert sich erheblicher Widerstand: Bei lokalen BĂŒrgerentscheiden am 3. November stimmten die WĂ€hler in 40 von 41 FĂ€llen fĂŒr BeschrĂ€nkungen von Rechenzentren in ihren Gemeinden.
