Rechenzentrum-Widerstand, Pennsylvania

Rechenzentrum-Widerstand: Pennsylvania und Texas verschÀrfen Regeln

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 21:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Wachsender Widerstand gegen KI-Rechenzentren: Mehrere US-Staaten verschÀrfen Regularien, wÀhrend Investitionen und Strombedarf weiter steigen.

US-Bundesstaaten verschĂ€rfen Regeln fĂŒr KI-Rechenzentren
Ein modernes Rechenzentrum in der DĂ€mmerung mit sichtbaren ServerrĂ€umen hinter Glasfassaden in einer Industrieumgebung. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

In einer Zeit wachsender öffentlicher Bedenken über die Umweltauswirkungen der Künstlichen Intelligenz (KI) sorgt eine satirische Werbekampagne für Aufsehen.

Der Getränkehersteller Liquid Death und Garage Beer thematisieren in einem gemeinsamen Werbespot den hohen Wasserverbrauch von KI-Rechenzentren. Der Spot, in dem der ehemalige Football-Profi Jason Kelce auftritt, erreichte innerhalb kurzer Zeit rund 1,5 Millionen Aufrufe auf der Plattform Instagram.

Im Rahmen der Kampagne wurden spezielle Dosen unter dem Namen „Data Center Coolant“ für 18 US-Dollar angeboten, die laut Unternehmensangaben bereits ausverkauft sind. Der satirische Kern des Videos beinhaltet die Aufforderung an die Zuschauer, Urin zur Kühlung von Rechenzentren einzusenden. Dies veranlasste den United States Postal Service (USPS) bereits zu einer Warnung, entsprechende Sendungen nicht zu verschicken.

Politische Gegenreaktionen in mehreren US-Bundesstaaten

Die Kampagne trifft auf eine Stimmung in der US-Bevölkerung, die zunehmend kritisch gegenüber der Ansiedlung neuer Großrechenzentren eingestellt ist. In Pennsylvania unterzeichnete Gouverneur Josh Shapiro Mitte August eine Durchführungsverordnung, die strenge Standards für diese Anlagen festlegt.

Neue Projekte müssen künftig eine Eigenstromerzeugung nachweisen und unterliegen einer lokalen Genehmigungspflicht. Aktuell befinden sich in Pennsylvania mindestens 100 aktive Rechenzentren.

Auch in Texas verschärft sich der regulatorische Druck. Gouverneur Greg Abbott ordnete eine umfassende Prüfung der Rechenzentren an und ließ die Genehmigung neuer Netzanschlüsse vorerst pausieren. Ein Audit des Netzbetreibers ERCOT wird bis Ende des Jahres erwartet.

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Abbott kündigte zudem an, bestehende Steuervergünstigungen für diese Branche abschaffen zu wollen. Branchenexperten gehen davon aus, dass in einer ersten Tranche bis zu 250 Projekte aufgrund dieser Entwicklungen eingestellt werden könnten. In New York verhängte Gouverneurin Kathy Hochul unterdessen ein Moratorium für den Bau neuer Anlagen.

Widerstand als wahlentscheidendes Thema

Interne Dokumente unterstreichen die politische Sprengkraft des Themen. Ein Memo des National Republican Senatorial Committee (NRSC) warnt davor, dass der Widerstand gegen Rechenzentren in der Senatswahl in Ohio zu einem entscheidenden Faktor werden könnte.

Das Dokument bezeichnet die Ansiedlung solcher Anlagen als „toxische Marke“. In Ohio sind derzeit über 200 Rechenzentren in Betrieb, womit der Bundesstaat landesweit den fünften Platz belegt. Aktuell sind dort mehr als 4.000 Einheiten online, während über 3.000 weitere geplant sind, darunter ein großflächiger Campus im Pike County.

Umfragen stützen die Einschätzung einer zunehmenden Ablehnung in der Bevölkerung. Laut Gallup lehnen zwischen 70 und 71 Prozent der Amerikaner den Bau von KI-Rechenzentren in ihrer unmittelbaren Umgebung ab. Eine Untersuchung von Heatmap kommt sogar auf eine Ablehnungsquote von 75 Prozent. Laut Daten von Pew sind zudem 52 Prozent der US-Bürger angesichts der Entwicklungen im Bereich KI eher besorgt als begeistert.

Diskrepanz zwischen Investitionen und lokaler Belastung

Während die lokale Ablehnung wächst, prognostizieren Finanzexperten von Goldman Sachs massive Investitionen der KI-Anbieter. Für das Jahr 2026 werden Ausgaben in Höhe von 755 Milliarden US-Dollar erwartet, die im Folgejahr auf 920 Milliarden US-Dollar steigen könnten.

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Parallel dazu wird sich der Strombedarf von US-Rechenzentren voraussichtlich von 31 Gigawatt im Jahr 2025 auf 66 Gigawatt im Jahr 2027 mehr als verdoppeln.

Der Widerstand vor Ort entzündet sich dabei nicht nur an der Umweltbilanz, sondern auch an direkten Belastungen durch Lärm, Wasserverbrauch und Lichtverschmutzung.

In Texas führte eine Anhörung zu neuen 765-kV-Leitungen und Rechenzentrumsprojekten zuletzt zu überfüllten Sälen, in denen Anwohner die mangelnden Befugnisse lokaler Behörden in nicht eingemeindeten Gebieten beklagten. Strategische Überlegungen sehen nun vor, dass Großverbraucher künftig stärker an den Kosten für die Übertragungsinfrastruktur beteiligt werden sollen.

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