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Red Hat FreeIPA: Kritische Lücke ermöglicht Admin-Zugriff

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 03:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Red Hat beseitigt kritische Fehler in FreeIPA und RHEL, während Adobe vor aktiven Angriffen auf Commerce- und Magento-Systeme warnt.

Red Hat schließt kritische FreeIPA-Lücke, Angriffe auf Magento
Dunkler, industrieller Serverraum mit metallischen Rack-Reihen in einer kühlen, schattenreichen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Red Hat hat eine schwerwiegende Sicherheitslücke in seiner Identitätsmanagement-Lösung FreeIPA sowie im zugehörigen 389 Directory Server geschlossen. Die als kritisch eingestufte Schwachstellenkette ermöglicht es unauthentifizierten Clients, administrative Vorrechte zu erlangen und wiederverwendbare Anmeldedaten für Administrator-Konten zu erstellen. Das Unternehmen empfiehlt betroffenen Systemadministratoren ein sofortiges Update der betroffenen Komponenten.

Schwachstellenkette in FreeIPA und Directory Server

Im Zentrum der Sicherheitswarnung steht die Kombination der Schwachstellen CVE-2026-76578 (CVSS-Bewertung 9.8) und CVE-2026-76560 (CVSS-Bewertung 7.5). Durch diesen Fehler im 389 Directory Server können anonyme Clients eine Kerberos-Identität innerhalb der privilegierten Administrator-Gruppe erzeugen.

Die Sicherheitslücke CVE-2026-76578 wurde bereits Anfang Oktober 2023 erstmals identifiziert. Eine Behebung der Fehler erfolgt mit der Version FreeIPA 4.13.4.

Zusätzlich wurde eine weitere Schwachstelle in der Funktion „idp-add“ unter der Kennung CVE-2026-79678 dokumentiert. Dieser mit einem CVSS-Wert von 8.1 eingestufte Fehler ermöglicht das Auslesen von Umgebungsvariablen über einen Eval-Befehl.

Eine Reproduktion dieser Schwachstellenkette auf Standardinstallationen wurde bestätigt, wobei bislang keine aktiven Exploits in der freien Wildbahn bekannt sind. Als vorläufige Schutzmaßnahmen wird empfohlen, den LDAP-Zugriff einzuschränken und anonyme Bind-Vorgänge zu deaktivieren.

Umfangreiche Updates für Red Hat Enterprise Linux

Über die FreeIPA-Problematik hinaus hat Red Hat das Security Advisory RHSA-2026:64781 veröffentlicht. Dieses adressiert vier kritische Fehler in der Komponente 389-ds-base, darunter einen Heap-Overflow (CVE-2026-18355) und eine Privilege Escalation zum Directory Manager (CVE-2026-18922). Betroffen sind Varianten von Red Hat Enterprise Linux (RHEL) 9.4, wobei ein Update auf die Version 389-ds-base 9.4.5 oder höher erforderlich ist.

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Weitere Sicherheitsaktualisierungen betreffen RHEL 10. Hier behebt das Update RHSA-2026:64817 für nodejs22 mehrere Schwachstellen mit einer CVSS-Basis von 8.4. Zudem wurden für git-lfs (RHSA-2026:64788) Fehler in der Programmiersprache Go korrigiert, die Denial-of-Service-Angriffe (DoS) ermöglichen könnten.

Berichte weisen zudem auf Schwachstellen in den Paketen sssd, glib und c-ares hin, die Angreifern Manipulationen von Daten oder das Erlangen von Administrator-Rechten erlauben könnten.

Sicherheitsreaktionen bei SUSE, Oracle und im Linux-Kernel

Auch andere Distributoren haben umfangreiche Patches bereitgestellt. SUSE adressiert mit dem Update SUSE-SU-2026:4079-1 zwei Lücken im Boot-Tool dracut (CVE-2026-6893 und CVE-2026-16445). Diese ermöglichen eine Root-Code-Ausführung über DHCP-Optionen und betreffen unter anderem SUSE Linux Enterprise 15 SP5 sowie openSUSE Leap 15.5.

Oracle hat für Oracle Linux 9 und 10 Updates für den Unbreakable Enterprise Kernel veröffentlicht. Besonders kritisch ist hier CVE-2026-31431 (CVSS 7.8), für das bereits ein Metasploit-Exploit verfügbar ist.

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Die CISA hat für die Behebung dieses Fehlers eine Frist bis zum 15.05.2026 gesetzt. Ebenso wurden für Oracle Linux 9 Updates für qemu-kvm bereitgestellt, um diverse Fehler in der Virtualisierungsumgebung zu korrigieren.

Auf Kernel-Ebene wurde die Schwachstelle CVE-2026-43502 identifiziert, ein Use-after-free-Fehler im RDS-Zero-Copy-Cleanup. Dieser Fehler, der eine lokale Privilege Escalation zu Root-Rechten erlaubt, wurde ursprünglich in Linux 4.17 eingeführt und ist in der Version 7.1-rc3 behoben worden.

Aktive Angriffe auf Adobe Commerce und Magento

Parallel zu den Infrastruktur-Updates warnen Sicherheitsforscher vor der aktiven Ausnutzung einer Schwachstelle in Adobe Commerce und Magento Open Source. Die Lücke CVE-2026-75650 ermöglicht unauthentifizierten Angreifern die Ausführung von beliebigem Code über die Template-Engine.

Adobe hat die aktive Ausnutzung bestätigt und rät dringend zur Installation des Hotfixes VULN-39341 sowie zur Rotation von Zugangsdaten und Verschlüsselungsschlüsseln. In diesem Zusammenhang dokumentierte die Forschung unter der Bezeichnung „StyleSmuggler“ entsprechende Angriffsmuster.

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