Reha-Antrag online: Versicherte laden unterschriebenen Befund als Foto hoch
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 13:42 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Deutsche Rentenversicherung stellt den postalischen Versand gedruckter Antragspakete für medizinische Rehabilitationen ein und setzt künftig auf ein weitgehend papierloses Antragsverfahren.
Wie die Kassenärztliche Vereinigung Bremen in einem Bericht vom 21. Oktober 2026 mitteilte, zielt die Umstellung darauf ab, administrative Abläufe zwischen Praxen, Versicherten und dem Rentenversicherungsträger spürbar zu beschleunigen und den Materialaufwand zu reduzieren.
Digitaler Ablauf mit Patientenbeteiligung
Für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte bringt die Neuregelung veränderte Handlungsschritte mit sich. Im neuen Ablauf sollen Praxen Patientinnen und Patienten direkt auf die bestehenden Onlineangebote der Deutschen Rentenversicherung verweisen, anstatt wie bisher auf vorgehaltene Papieranträge zurückzugreifen.
Der medizinische Befundbericht wird vom behandelnden Arzt zunächst digital ausgefüllt. Um die erforderliche Verifikation zu gewährleisten, wird dieses Dokument im Anschluss in der Praxis ausgedruckt, handschriftlich unterschrieben und dem Patienten direkt ausgehändigt.
Die Versicherten übernehmen im nächsten Schritt die digitale Übermittlung: Sie fotografieren das unterzeichnete Schriftstück ab und laden die Datei im Onlineportal der Rentenkasse hoch, wo der eigentliche Reha-Antrag zusammengeführt wird.
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Entlastung der Praxen und verkürzte Bearbeitungszeiten
Mit der Abschaffung der herkömmlichen Versandpakete werden nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung mehrere organisatorische Ziele verfolgt. Im Vordergrund stehen dabei spürbar kürzere Bearbeitungszeiten bei der Bewilligung von Rehabilitationsmaßnahmen sowie eine Einsparung von Ressourcen durch weniger Papierverbrauch. Zudem entfallen klassische Postwege für den Transport der umfangreichen Antragsunterlagen.
Gleichzeitig soll das Verfahren die medizinischen Praxen von logistischen Aufgaben befreien. Da keine vollständigen Antragssätze mehr vorgehalten werden müssen, entfällt der Bedarf für die Lagerung größerer Papiervorräte in den Praxisräumen. Das Praxispersonal wird dadurch von der Bestandsverwaltung der Vordrucke entlastet.
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Analoge Alternative bleibt als Ausweichoption bestehen
Für Fälle, in denen Versicherte die digitalen Angebote des Rentenversicherungsträgers nicht nutzen können oder wollen, sieht das System eine analoge Rückfallebene vor. Betroffene haben weiterhin die Möglichkeit, einen herkömmlichen vordruck auf direktem Weg bei der Deutschen Rentenversicherung anzufordern.
In dieser Ausnahmesituation füllt der Arzt den postalisch zugestellten Bogen wie früher handschriftlich aus, bevor er zur weiteren Prüfung an den Versicherungsträger zurückgesendet wird.
