Reisesicherheit, WLAN

Reisesicherheit: Zwei Drittel nutzen WLAN ohne VPN-Schutz

Veröffentlicht am: 22.06.2026 um 00:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Urlauber stehen vor Herausforderungen bei Bezahlung im Ausland. Experten raten zu Bargeldreserven und digitalen Geldbörsen als sicherer Alternative.

Reisezahlung 2026: Bargeld, digitale Geldbörsen & Betrugsfallen
HĂ€nde halten Kreditkarte und verschiedene internationale Banknoten vor verschwommenem Hintergrund einer Weltkarte oder Anzeigetafel. Illustration mit AI erstellt.

Doch fĂŒr Urlauber wird die Bezahlung im Ausland zunehmend zur Herausforderung. Zwischen digitalen Bezahlsystemen, neuen WĂ€hrungsvorschriften und wachsenden Betrugsmaschen mĂŒssen Reisende mehr denn je aufpassen.

Bargeld bleibt Pflicht – trotz Digitalisierung

Auch wenn die Welt immer digitaler wird: Experten raten dringend dazu, weiterhin Bargeld mitzufĂŒhren. Selbst in LĂ€ndern wie Schweden, wo nur noch rund zehn Prozent der Zahlungen bar erfolgen, sollte man fĂŒr NotfĂ€lle eine physische Reserve dabei haben.

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FĂŒr EuropĂ€er gilt: Die heimische Girocard oder EC-Karte ist im Ausland oft wertlos – es sei denn, sie trĂ€gt ein Co-Badge von Visa oder Mastercard. Wer weltweit zahlen will, greift besser zu einer Kreditkarte dieser Anbieter. Ein entscheidender Tipp: An auslĂ€ndischen Geldautomaten immer die lokale WĂ€hrung wĂ€hlen, nicht die HeimatwĂ€hrung. Sonst drohen schlechte Wechselkurse durch die sogenannte Dynamic Currency Conversion.

In SĂŒdostasien verschĂ€rfen sich die Regeln. Indonesien hat bekrĂ€ftigt: Auf Bali muss zwingend in der LandeswĂ€hrung Rupiah bezahlt werden – das gilt fĂŒr den gesamten Tourismussektor. Mit diesem Schritt will die Regierung die eigene WĂ€hrung stabilisieren. Bali peilt fĂŒr 2026 rund 6,6 Millionen internationale Besucher an.

Digitale Geldbörsen: Sicherer als die Plastikkarte

Der Trend zum mobilen Bezahlen hat einen handfesten Sicherheitsvorteil. Cybersicherheitsexperten betonen: Dienste wie Apple Pay oder Google Pay sind physischen Kreditkarten ĂŒberlegen. Der Grund: die Tokenisierung. Dabei wird die statische Kartennummer durch einmalige Codes ersetzt. Karten-Skimming wird so praktisch unmöglich.

Hinzu kommt die biometrische Absicherung. Wer sein Smartphone mit Gesichtserkennung oder Fingerabdruck schĂŒtzt, hat eine zusĂ€tzliche HĂŒrde gegen Missbrauch eingebaut. Und sollte das GerĂ€t verloren gehen? LĂ€sst es sich aus der Ferne löschen. Eine verlorene Kreditkarte hingegen muss manuell gesperrt werden – und bis dahin können BetrĂŒger bereits zugreifen.

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Doch die Technik hat eine Schwachstelle: das Internet. Eine aktuelle Studie zum digitalen Reiseverhalten in Deutschland zeigt: Zwei Drittel der Urlauber nutzen öffentliche WLAN-Netze im Ausland. Aber nur sechs Prozent verwenden dabei ein VPN. Branchenzahlen zufolge hat bereits jeder vierte Reisende einen Sicherheitsvorfall erlebt – hĂ€ufig ĂŒber sogenannte „Evil Twin"-Netzwerke oder Man-in-the-Middle-Angriffe. Die Devise der Experten: Automatische Verbindungen deaktivieren, keine BankgeschĂ€fte oder Buchungen ĂŒber öffentliche Netze tĂ€tigen.

Europa baut eigene Bezahlsysteme auf

Die Zahlungsbranche durchlĂ€uft einen grundlegenden Wandel. Europa will unabhĂ€ngiger von US-Netzwerken werden. Aktuell laufen rund 77 Prozent des digitalen Zahlungsverkehrs in Europa ĂŒber Visa oder Mastercard. Das soll sich Ă€ndern.

Die EuropĂ€ische Zahlungsinitiative hat mit „Wero" bereits 53 Millionen Nutzer in Deutschland, Frankreich und Belgien erreicht. Bis Ende 2026 soll das System auf HĂ€ndlerzahlungen ausgeweitet werden, 2027 dann an die physischen Kassen kommen. Parallel dazu arbeitet die EuropĂ€ische Zentralbank am digitalen Euro – allerdings wird dieser frĂŒhestens 2029 eingefĂŒhrt.

Auch private Investoren wittern Chancen. Das Startup Karta hat sich in einer Series-A-Finanzierungsrunde unter FĂŒhrung von Galaxy Ventures umgerechnet rund 14 Millionen Euro gesichert. Das Unternehmen bietet Premium-Kreditkarten fĂŒr vermögende Privatpersonen und verzeichnete 2025 sowie im ersten Quartal 2026 deutliches Wachstum.

Betrugswelle: Falsche Tickets und ĂŒberteuerte Visa

Die Behörden schlagen Alarm: Reisebetrug nimmt massiv zu. In Deutschland warnen Verbraucherzentralen vor „abzockenden" privaten Websites, die Reisegenehmigungen wie das US-ESTA oder die britische ETA zu ĂŒberhöhten Preisen anbieten. Die offizielle GebĂŒhr fĂŒr die UK ETA liegt bei umgerechnet rund 23 Euro – private Anbieter verlangen ein Vielfaches.

In Asien hat Thailand Ă€hnliche Warnungen ausgesprochen wie bereits andere LĂ€nder der Region. BetrĂŒger zielen gezielt auf Touristen ab, die nach SĂŒdkorea reisen wollen. Die Maschen: gefĂ€lschte K-Pop-Konzerttickets und illegale Flugbuchungen. Die Behörden raten, ausschließlich offizielle KanĂ€le zu nutzen.

Auch Sicherheitswarnungen der Regierungen mehren sich. Die US-Botschaft hat eine Reisewarnung fĂŒr Trinidad und Tobago herausgegeben. Hintergrund: Der dortige Ausnahmezustand wegen KriminalitĂ€t wurde um drei Monate verlĂ€ngert und gilt voraussichtlich bis zum 17. September 2026. Wegen ausgesetzter Rechtsgarantien und hoher GewaltkriminalitĂ€t raten die Behörden von Reisen in die Region ab.

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