Rektumkarzinom, MR-gestützte

Rektumkarzinom: 91 Prozent tumorfrei durch MR-gestützte Strahlentherapie

Veröffentlicht: 18.07.2026 um 03:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neue Forschungsergebnisse belegen: KI-Assistenz verbessert Adenom-Erkennung bei erfahrenen Ärzten nicht signifikant.

KI in der Krebsvorsorge: Studie zeigt Grenzen bei Darmspiegelung
Abstrakte Darstellung des Darm-Mikrobioms mit leuchtenden Datenpunkten und neuronalen Pfaden, symbolisiert KI und medizinische Forschung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine neue Studie belegt: Bei erfahrenen Ärzten bringt KI bei der Darmspiegelung kaum Vorteile.

Die CADLY2-Studie untersuchte 757 Patienten mit Lynch-Syndrom in neun Spezialzentren in Deutschland, den Niederlanden, Spanien und Belgien. Veröffentlicht wurde sie im Fachblatt The Lancet Gastroenterology & Hepatology.

Das Ergebnis: Die KI-Assistenz steigerte die Erkennungsrate von Adenomen nicht signifikant. Offenbar haben spezialisierte Untersucher bereits ein Niveau erreicht, das aktuelle KI-Systeme bei dieser Patientengruppe nicht mehr verbessern können.

Tübinger Konzept überzeugt bei Rektumkarzinom

Ganz anders sieht es in der Strahlentherapie aus. Das an der Uniklinik Tübingen entwickelte MARS-Konzept zeigt vielversprechende Ergebnisse. Dabei handelt es sich um eine MR-geführte Strahlendosis-Eskalation.

Auf dem DEGRO-Kongress 2026 in Leipzig präsentierten Forscher Daten von 34 Patienten mit lokal fortgeschrittenem Rektumkarzinom. 91 Prozent der Probanden waren nach der Behandlung tumorfrei oder hatten nur minimale Resttumore.

Noch wichtiger für die Lebensqualität: Nach zwei Jahren lebten 83 Prozent der Patienten ohne radikale Operation. Der Organerhalt steht im Fokus der Langzeitbetreuung.

Mikrobiom: Nicht nur die Arten zählen

Die Forschung zum Darm-Mikrobiom wird präziser. Statt nur zu fragen, welche Bakterien vorhanden sind, rücken nun quantitative Werte in den Vordergrund.

Eine Studie der LMU München und der TU Dresden identifizierte das Enzym SpeC in E. coli-Bakterien. Es kann N?-Carboxymethyllysin (CML) abbauen – eine Substanz, die beim Erhitzen von Lebensmitteln entsteht und in den Dickdarm gelangt. Die Forscher untersuchen Verbindungen zu Darmkrebs, Fettleber und Hepatitis.

Eine Mausstudie der Universität Hohenheim liefert weitere Erkenntnisse. Veröffentlicht in Cell Reports 2026, zeigt sie: Bakterielle Dichte und Darmpassage-Geschwindigkeit könnten diagnostisch relevanter sein als die bloße Artenzusammensetzung.

Ballaststoffreiche Ernährung und Intervallfasten verkürzten die Passagezeit und senkten Entzündungsmarker – unabhängig von der individuellen Mikrobiom-Zusammensetzung.

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Gastroenterologie in Brasilien: Mitte August findet in Feira de Santana die XI Jornada do Aparelho Digestivo statt. Schwerpunkt: Innovationen in Gastroenterologie und Endoskopie.

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