Remcos-RAT, Phishing

Remcos-RAT: Phishing mit verstecktem Code schÀdigt Millionen

22.06.2026 - 15:37:45 | boerse-global.de

Sicherheitsforscher warnen vor einer raffinierten Phishing-Kampagne, die Schadcode in Bildern versteckt und den Remcos-RAT verbreitet.

Remcos-Trojaner: Neue Phishing-Welle mit Bild-Steganografie entdeckt
Remcos-RAT - A stylized, glowing blue rat figure made of code emerging from a computer screen, with binary digits falling around it. 22.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Sicherheitsforscher haben am heutigen Montag eine hochentwickelte Phishing-Kampagne aufgedeckt, die mit versteckten Bilddaten und speicherresidenter Schadsoftware arbeitet. Der Remcos Remote Access Trojan (RAT) gelangt ĂŒber gefĂ€lschte Finanzdokumente auf die Systeme der Opfer – und bleibt dort oft unbemerkt.

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Finanzielle Köder als Einfallstor

Die Angreifer setzen auf perfide TĂ€uschung: Sie versenden E-Mails mit AnhĂ€ngen, die wie offizielle Steuerbescheide oder Zahlungsrechnungen aussehen. Dateinamen wie „GST Debit Note Apr_26.com" oder gefĂ€lschte Steuerbenachrichtigungen sollen die EmpfĂ€nger zum Öffnen verleiten. Besonders im Visier: Nutzer in Indien, wo das lokale Steuersystem (Goods and Services Tax) als Vorlage dient.

Der Infektionsweg beginnt meist mit einem Archiv-Anhang oder einer ausfĂŒhrbaren Datei. Diese tarnt sich als harmloses Dokument – entpuppt sich aber als Loader fĂŒr die eigentliche Schadsoftware.

Versteckt im Pixel: Die Steganografie-Methode

Das HerzstĂŒck der Angriffskette ist ein raffinierter Trick: Die Angreifer verstecken den Schadcode in einer .NET-Bitmap-Datei. Die bösartigen Daten sind buchstĂ€blich in die Bildpunkte eingebettet – fĂŒr herkömmliche Virenscanner auf Basis von Signaturen unsichtbar.

Der Loader extrahiert die Schadsoftware und fĂŒhrt sie direkt im Arbeitsspeicher aus. Diese „fileless"-Technik hinterlĂ€sst kaum Spuren auf der Festplatte und umgeht klassische Antiviren-Lösungen. ZusĂ€tzlich laden die Angreifer spezifische DLLs wie Optimax.dll oder System Optimizer Ultimate.dll in den Speicher.

Technische Raffinesse und Payload-Vielfalt

Einmal aktiv, zeigt der Remcos-RAT sein ganzes Können:

  • Process Hollowing: Der Trojaner injiziert seinen Code in legitime Systemprozesse, um nicht aufzufallen
  • UAC-Bypass: Er umgeht die Windows-Benutzerkontensteuerung, um höhere Privilegien zu erlangen
  • Sandbox-Erkennung: Die Malware prĂŒft, ob sie in einer Analyseumgebung lĂ€uft, und verweigert dann die AusfĂŒhrung

Doch die Kampagne beschrĂ€nkt sich nicht auf Remcos. Die Infrastruktur fungiert als „Loader-as-a-Service" – ein Modell, das die Verteilung verschiedenster Schadsoftware erlaubt. Neben Remcos wurden auch Informationsdiebe wie Agent Tesla, MassLogger, Formbook, RedLine und Phantom Stealer ĂŒber denselben Kanal ausgeliefert.

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Gezielte Angriffe und Command-and-Control

Die geografische Fokussierung auf Indien ist kein Zufall. Durch die Nutzung lokaler Steuerthemen erhöhen die Angreifer die Erfolgswahrscheinlichkeit drastisch. Die Forscher identifizierten eine spezifische Command-and-Control-IP-Adresse (62.102.148.212), die fĂŒr die Steuerung der Botnetze verantwortlich ist.

Das Hauptziel: Die Extraktion von Browser-Zugangsdaten und die Überwachung der OpferaktivitĂ€ten fĂŒr weitere finanzielle Ausbeutung. Sicherheitsunternehmen haben inzwischen Indikatoren fĂŒr Kompromittierung (IOCs) veröffentlicht, um Unternehmen und Nutzer zu warnen.

de | wissenschaft | 69603385 |