Renale Denervation: SPYRAL AFFIRM senkt Praxisblutdruck um 18,2 mmHg
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 01:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Behandlung der therapieresistenten Hypertonie stellt die kardiologische Praxis vor fortwährende Herausforderungen. Neue Ergebnisse der prospektiven, multizentrischen Beobachtungsstudie SPYRAL AFFIRM, die auf dem Kongress TCT 2026 vorgestellt und im Fachjournal Circulation: Cardiovascular Interventions publiziert wurden, liefern detaillierte Einblicke in die Wirksamkeit der Radiofrequenz-basierten renalen Denervation (RDN). Laut einem Bericht von acc.org vom 03.11.2026 umfasste die Untersuchung 594 Patientinnen und Patienten an 73 Zentren in den USA.
Einschlusskriterien und Ausgangswerte der Studienkohorte
Das mittlere Alter der Kohorte lag bei 57 Jahren bei einem Frauenanteil von 45 Prozent. Zu den formalen Einschlusskriterien zählten ein Praxis-Blutdruck von mindestens 140 mmHg systolisch beziehungsweise mindestens 90 mmHg diastolisch sowie ein häuslicher systolischer Wert von mindestens 135 mmHg.
Zu Studienbeginn lag der mittlere systolische Blutdruck in der Praxis bei 169 mmHg, in den Heimmessungen bei 158 mmHg und in der ambulanten 24-Stunden-Messung bei 151 mmHg. Die Teilnehmenden nahmen zu diesem Zeitpunkt durchschnittlich 3,6 Antihypertensiva ein.
Signifikante Blutdrucksenkung nach sechs Monaten
Nach einer Nachbeobachtungszeit von sechs Monaten zeigte sich über alle Erfassungsmethoden hinweg ein Rückgang der Blutdruckwerte. Der systolische Praxisblutdruck verringerte sich im Mittel um 18,2 mmHg (p < 0,001), womit die Reduktion den zuvor definierten Zielwert von 6,0 mmHg übertraf.
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Bei den Messungen zu Hause sowie im 24-Stunden-Intervall dokumentierte die Auswertung signifikante Abnahmen um 9,4 mmHg beziehungsweise 9,7 mmHg (jeweils p < 0,001). Für 86,1 Prozent der Patientinnen und Patienten wurde nach sechs Monaten ein klinischer Nutzen festgestellt.
Sicherheitsprofil und methodische Grenzen
Hinsichtlich der Sicherheit des kathetergestützten Eingriffs blieben schwerwiegende Ereignisse selten. Nach sechs Monaten traten Myokardinfarkte bei 0,7 Prozent, Schlaganfälle bei 0,5 Prozent und schwere Blutungen bei 0,2 Prozent der Behandelten auf. Todesfälle wurden im Beobachtungszeitraum nicht verzeichnet.
Die Aussagekraft der Daten unterliegt jedoch methodischen Einschränkungen. SPYRAL AFFIRM wurde als einarmige Studie ohne Sham-Vergleichsgruppe konzipiert. Zudem erfolgte im Rahmen des Studienprotokolls keine Überprüfung der Medikamentenadhärenz.
Einordnung in das therapeutische Gesamtspektrum
Die Ergebnisse reihen sich in ein Versorgungsfeld ein, das bei therapierefraktären Verläufen stark auf kombinierte Strategien angewiesen ist. So betont etwa die tschechische Leitlinie für Allgemeinmediziner, dass bei schwerer Hypertonie mindestens Dreifachkombinationen und bei mindestens 20 Prozent der Patienten sogar vier bis sieben Antihypertensiva erforderlich sind, oft ergänzt durch niedrig dosiertes Spironolakton mit 25 mg oder 12,5 mg.
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Parallel dazu werden medikamentöse Alternativen erforscht und zugelassen. Auf der 18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie wurde anhand von Veröffentlichungen in eClinicalMedicine 2026 diskutiert, dass GLP-1-basierte Therapien bei Übergewicht eine Alternative zu Mineralokortikoidrezeptor-Antagonisten darstellen könnten.
Zudem erfolgte in den USA 2026 die Zulassung des Wirkstoffs Baxdrostat für Erwachsene mit unzureichend kontrollierter Hypertonie. Die Daten zu interventionellen Ansätzen wie der renalen Denervation erweitern die De-batte um apparative Optionen für Betroffene, bei denen pharmakologische Standardregime nicht die angestrebte Blutdruckkontrolle erreichen.
