Rentenangst, HĂ€lfte

Rentenangst bei der HÀlfte: 52 Prozent zweifeln an ReformplÀnen

Veröffentlicht: 03.07.2026 um 22:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Depressive Symptome und Einsamkeit nehmen bei Menschen ab 40 Jahren zu. Ursache ist die anhaltende Polykrise, so eine DZA-Auswertung.

Studie: Psychische Gesundheit der ĂŒber 40-JĂ€hrigen leidet unter Krisen
Eine einzelne Person in ihren spĂ€ten 50ern oder frĂŒhen 60ern sitzt nachdenklich auf einer Parkbank im Herbst, was Einsamkeit und Besorgnis symbolisiert. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Eine aktuelle Auswertung des Deutschen Zentrums fĂŒr Altersfragen (DZA) zeigt: Depressive Symptome nehmen zu, die Lebenszufriedenheit sinkt. Besonders seit 2021 geht es bergab.

Polykrise als Dauerbelastung

Die Forscher um Erstautor Oliver Huxhold sehen die Ursache in einem ganzen BĂŒndel von Krisen. Ukraine-Krieg, Energieunsicherheit, Inflation und steigende Lebenshaltungskosten – das alles summiert sich. Den stĂ€rksten Anstieg depressiver Symptome verzeichneten die Wissenschaftler im Jahr 2024. Auch das GefĂŒhl der Einsamkeit wĂ€chst stetig.

Huxhold warnt vor den langfristigen Folgen. Die zunehmende politische Polarisierung verschĂ€rfe die psychische Belastung zusĂ€tzlich. Das habe Konsequenzen fĂŒr den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die soziale Teilhabe der Betroffenen.

Jeder Zweite zweifelt an der Rente

Die wirtschaftliche Unsicherheit kommt erschwerend hinzu. Eine aktuelle Umfrage des ARD-Deutschlandtrends (29. Juni bis 1. Juli 2026) zeigt: 52 Prozent der Wahlberechtigten glauben nicht, dass die geplante Rentenreform die Alterssicherung stabilisiert. 48 Prozent haben große Angst vor finanziellen Problemen im Ruhestand.

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Ältere Bewerber werden aussortiert

Diese ZukunftsĂ€ngste befeuert der Arbeitsmarkt. Obwohl der FachkrĂ€ftemangel Unternehmen unter Druck setzt, haben es Bewerber ĂŒber 60 schwer. Matthias Kempf, PrĂ€sident des Bundesverbands der Personalmanager (BPM), kritisiert: Viele Arbeitgeber sortieren Ă€ltere Kandidaten bereits im Vorfeld aus. Dabei punkten erfahrene Mitarbeiter oft mit hoher LoyalitĂ€t, Verantwortungsbewusstsein und komplexer Problemlösungskompetenz. Kempf fordert kompetenzorientierte Auswahlverfahren.

Lokale Hilfe gegen die Einsamkeit

Zivilgesellschaftliche Projekte versuchen gegenzusteuern. Am 6. Juli 2026 findet in Stahnsdorf eine Informationsveranstaltung unter dem Titel „Gemeinsam statt einsam“ statt. Ziel ist die GrĂŒndung des Vereins „Helfende HĂ€nde“. Solche Initiativen organisieren Alltagshilfe und fördern soziale Kontakte im Alter – genau das, was die Wissenschaft fordert, um der psychischen Belastung durch die Polykrise zu begegnen.

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