Rentenplus, IWH

Rentenplus 2027: IWH erwartet 4,7 Prozent für rund 21 Millionen Rentner

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 16:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Institute rechnen mit höheren Rentenbezügen, während sinkende Rücklagen und geplante Zuschusskürzungen den Finanzierungsdruck erhöhen.

Rentenanpassung 2027: Prognosen liegen bei bis zu 4,7 Prozent
Ein einsamer Parkbank in einem herbstlichen Garten bei sanftem Morgenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Für die nächste Rentenanpassung zeichnet sich eine der kräftigsten Erhöhungen seit Jahren ab. Mehrere Institute nähern sich in ihren Prognosen einer Größenordnung von rund oder mehr als 4 Prozent an, auch wenn die endgültige Festlegung erst im Frühjahr 2027 erfolgen soll.

Unterschiedliche Institute, ähnliche Größenordnung

Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) erwartet laut seinem Präsidenten Oliver Holtemöller derzeit ein Plus von 4,7 Prozent. Die Deutsche Rentenversicherung hält dagegen an ihrer eigenen Prognose von rund 4,4 Prozent fest. Die DekaBank rechnet über 4 Prozent, ihr Chefvolkswirt Ulrich Kater bezeichnet einen Wert von mehr als 4 Prozent als realistisch.

Als Begründung führen die Institute übereinstimmend stark steigende Arbeitnehmerverdienste im Jahr 2026 an. Festgelegt ist die Anpassung damit aber noch nicht: Lohnentwicklung und weitere Berechnungsgrößen stehen noch aus, die endgültige Festlegung soll voraussichtlich im Frühjahr 2027 erfolgen.

Sollte sich die Prognose der Deutschen Rentenversicherung von 4,7 Prozent bestätigen, wäre dies im Westen die stärkste Anpassung seit 2022, als die Renten um 5,35 Prozent gestiegen waren. Im Osten lag der bisherige Höchstwert 2016 bei 5,95 Prozent.

Zum Vergleich verweist die Deutsche Rentenversicherung auf die jüngsten Anpassungen: 4,57 Prozent im Jahr 2024, 3,74 Prozent im Jahr 2025 und 4,24 Prozent zum 1. Juli 2026.

Konkrete Auswirkungen für Rentnerinnen und Rentner

Bei einer bestätigten Erhöhung um 4,7 Prozent würden sich laut Deutscher Rentenversicherung für eine Bruttorente von 1.500 Euro monatlich 70,50 Euro mehr ergeben, macht 1.570,50 Euro monatlich beziehungsweise 846 Euro mehr im Jahr.

Bei einer Bruttorente von 2.000 Euro läge das Plus bei 94 Euro monatlich, also 2.094 Euro monatlich oder 1.128 Euro mehr im Jahr. Von der automatisch zum 1. Juli erfolgenden Anpassung würden rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner profitieren.

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Mehrere Institute nähern sich bei der Rentenanpassung 2027 einer Größenordnung von rund oder mehr als 4 Prozent an — endgültig festgelegt wird sie aber erst voraussichtlich im Frühjahr 2027. Wer wissen will, was das für die eigene Bruttorente bedeutet, findet in diesem kostenlosen Report die erwarteten Anpassungswerte im Überblick und konkrete Rechenbeispiele für typische Rentenhöhen. Kostenlosen Renten-Report anfordern

Finanzierung der Rentenkasse unter Druck

Parallel zu den positiven Prognosen für die Rentenhöhe warnte die Deutsche Rentenversicherung vor einer geplanten Kürzung des Bundeszuschusses zur Rentenversicherung um eine Milliarde Euro im Bundeshaushalt 2027. Nach heutigen Werten entspreche diese Summe rund 0,05 Beitragssatzpunkten, wobei dies laut DRV nicht automatisch zu einer Erhöhung in dieser Höhe führen muss.

Nach DRV-Prognosen soll die Rücklage der Rentenversicherung von 0,99 Monatsausgaben Ende 2026 auf 0,36 Monatsausgaben Ende 2027 sinken – bei einer gesetzlichen Untergrenze von 0,3 Monatsausgaben. Der Beitragssatz soll demnach von derzeit 18,6 Prozent auf 19,9 Prozent Anfang 2028 steigen; zusätzliche Kürzungen könnten diesen Anstieg vorziehen oder verstärken.

Bei einem beitragspflichtigen Monatsbrutto von 3.000 Euro würde der Arbeitnehmeranteil bei hälftiger Teilung von 279 auf 298,50 Euro steigen. Der Sozialverband VdK schätzt, dass für gesamtgesellschaftliche Aufgaben bis zu 40 Milliarden Euro an Bundeszuschüssen fehlen.

Die Bundesregierung plant, das Wachstum des Rentenzuschusses 2027 zu kürzen, wodurch im Haushalt knapp eine Milliarde Euro eingespart werden soll. Kürzungen zulasten der Rentenkasse summieren sich demnach von 2022 bis 2027 auf rund 8,6 Milliarden Euro.

Die Bundesregierung selbst erwartet den Beitragssatz 2027 dank der Nachhaltigkeitsrücklage stabil bei 18,6 Prozent, sieht aber ebenfalls einen Anstieg auf 19,9 Prozent im Jahr 2028 kommen. Das Rentenniveau ist bis 2031 auf mindestens 48 Prozent festgeschrieben. Die Deutsche Rentenversicherung warnt dennoch vor einem stärkeren Druck auf die Beitragszahler.

Zwei Seiten derselben Entwicklung

Für Rentnerinnen und Rentner zeichnet sich damit kurzfristig eine spürbare Erhöhung der Bezüge ab, die im Vergleich der vergangenen Jahre überdurchschnittlich ausfallen könnte. Gleichzeitig verschärft sich laut den Warnungen der Deutschen Rentenversicherung die Finanzierungssituation der Rentenkasse, was mittelfristig höhere Beitragssätze für Erwerbstätige nach sich ziehen könnte.

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Parallel zu den guten Prognosen für die Rentenhöhe warnt die Deutsche Rentenversicherung vor einer geplanten Kürzung des Bundeszuschusses um eine Milliarde Euro im Haushalt 2027 — die Rücklage soll bis Ende 2027 auf 0,36 Monatsausgaben sinken, der Beitragssatz laut Prognose Anfang 2028 auf 19,9 Prozent steigen. Dieser Leitfaden ordnet ein, was das für Beitragszahler bedeutet und welche Werte bislang nur geplant sind. Beitrags-Check jetzt kostenlos sichern

Beide Entwicklungen hängen unmittelbar zusammen: Höhere Löhne treiben die Rentenanpassung nach oben, während gleichzeitig geplante Kürzungen beim Bundeszuschuss die Rücklagen der Rentenversicherung schneller schrumpfen lassen. Die endgültigen Zahlen zur Rentenanpassung stehen erst mit der Festlegung im Frühjahr 2027 fest.

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