Reparaturgesetz: Hersteller müssen Smartphones 7 Jahre reparieren
26.06.2026 - 21:04:06 | boerse-global.de
Neue EU-Vorgaben und nationale Gesetze rücken Nachhaltigkeit, Langlebigkeit und digitale Souveränität in den Fokus.
Reparatur statt Wegwerfen: Neue Pflichten für Hersteller
Ende Juni 2026 verabschiedete der Bundestag ein Gesetz zur Umsetzung der EU-Reparaturrichtlinie. Hersteller müssen bestimmte Produkte während ihrer üblichen Lebensdauer zu angemessenen Preisen reparieren.
Die Gewährleistungsfrist verlängert sich nach einer Reparatur auf drei Jahre. Für Smartphones müssen Ersatzteile sieben Jahre verfügbar sein, für Waschmaschinen zehn Jahre. Das Gesetz tritt Ende Juli in Kraft.
Parallel diskutiert die Politik einen Reparaturbonus und Informationskampagnen, um die Akzeptanz bei Verbrauchern zu steigern.
Frankreich macht vor: Open Source statt US-Software
Im Bereich der öffentlichen IT zeichnet sich ein klarer Trend zur digitalen Souveränität ab. Frankreich ersetzt US-amerikanische Software wie Microsoft Teams, Zoom und Windows im öffentlichen Dienst durch Open-Source-Alternativen. Betroffen sind rund 2,5 Millionen Arbeitsplätze.
Die Lösung: Visio statt Teams, Tchap statt Zoom, Linux statt Windows. Hintergrund sind Sicherheitsbedenken wegen des US-amerikanischen CLOUD Act, der US-Behörden Zugriff auf Daten ermöglichen kann.
Die Einsparungen sind enorm: über 20 Millionen Euro jährlich. Pro 100.000 Nutzer spart der Staat rund eine Million Euro.
Deutschland verschärft Vergaberegeln
Ab Juli 2026 müssen Hersteller Smartphone-Ersatzteile sieben Jahre lang vorrätig halten. Was das für Ihr defektes Gerät bedeutet und wie Sie Ihre Rechte durchsetzen, zeigt der neue Ratgeber. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern
Zum 1. Juli 2026 tritt das Vergabebeschleunigungsgesetz in Kraft. Es verändert die rechtlichen Grundlagen für öffentliche Aufträge grundlegend. Kommunale Beispiele wie Bottrop zeigen die Bandbreite: von Fachraumeinrichtungen für Schulen über Kanalbaumaßnahmen bis zu Sicherheitsdienstleistungen.
Schluss mit „klimaneutral“: Neue Transparenzpflichten
Ab dem 1. Juli 2026 müssen Händler ein einheitliches Sammelstellenlogo für Elektroschrott anbringen. Die Deutsche Umwelthilfe kündigte Stichproben an – die aktuelle Sammelquote liegt bei mageren 29 Prozent.
Noch weitreichender: Am 27. September 2026 tritt die EmpCo-Richtlinie in Kraft. Ungenaue Werbeaussagen wie „klimaneutral“ sind dann verboten, sofern keine fundierten Nachweise vorliegen. Unternehmen müssen Umweltversprechen detailliert belegen – etwa über QR-Codes.
Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes.
KI frisst Strom: Energieeffizienz wird zum Thema
Die IT-Branche ist für drei bis vier Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich, zeigt eine Studie der Universität Hamburg vom Juni 2026. Besonders KI ist energieintensiv: Eine einzelne KI-Anfrage benötigt das Zehnfache an Strom im Vergleich zu einer herkömmlichen Google-Suche.
Ihr Smartphone ist nach zwei Jahren kaputt? Das neue Gesetz gibt Ihnen klare Ansprüche – inklusive verlängerter Gewährleistung nach Reparatur. Erfahren Sie in drei Schritten, wie Sie Ihren Hersteller in die Pflicht nehmen. Reparatur-Rechte jetzt sichern
Die Politik reagierte: Im Juni 2026 passierte die Reform des Energieeffizienzgesetzes das Bundeskabinett. Sie entlastet die Wirtschaft um über drei Milliarden Euro. Für Rechenzentren gelten längere Übergangsfristen für erneuerbare Energien, die verpflichtende Abwärmenutzung wurde gestrichen.
Die Kühlung von Rechenzentren bleibt kritisch – besonders während Hitzeperioden. Innovative Verfahren wie Direct Liquid Cooling gewinnen an Bedeutung, um Ausfälle zu verhindern und den Energieverbrauch zu senken.
