REPMUS26: Rheinmetall testet unbemannte Marinesysteme für NATO
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 00:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Rüstungskonzern Rheinmetall testet bei der großangelegten NATO-Übung REPMUS26 modular vernetzte unbemannte Systeme. Die vierwöchige Übung findet vom 31. August bis zum 25. September 2026 auf der portugiesischen Troia-Halbinsel statt.
Im Mittelpunkt der Erprobungen steht der Schutz von Häfen, kritischer maritimer Infrastruktur sowie Küstengewässern durch automatisierte Aufklärungs- und Abwehrverbünde, wie aus Berichten vom 21. September 2026 hervorgeht.
Mobiler Gefechtsstand für die Deutsche Marine
Für die diesjährige Übung stellt Rheinmetall ein containerisiertes, voll verlegbares Demonstrations-Setup bereit. Dieses fungiert als mobiler Befehls- und Gefechtsstand sowie als verlegbares Operationszentrum für die Deutsche Marine.
Nach Unternehmensangaben liefert das System ein multidimensionales Lagebild, das Daten aus dem Unter- und Überwasserbereich zusammenführt. Rheinmetall nimmt bereits seit 2024 als Systemintegrator für multidimensionale maritime Systeme an REPMUS teil.
Als technologisches Rückgrat und Integrationsschicht nutzt der Konzern die sogenannte Rheinmetall Battlesuite, die auf der Middleware Tactical Core der blackned GmbH basiert. Diese offene Architektur ermöglicht es, Sensoren, Effektoren und unterschiedliche Missionsmodule verschiedener Hersteller flexibel einzubinden. Auf diese Weise soll die Interoperabilität zwischen den beteiligten NATO-Partnern gezielt gesteigert werden.
Fokus auf Unterwassersensoren und gemeinsame Steuerung
Der operative Schwerpunkt der diesjährigen Versuche liegt auf Experimenten mit unbemannten Unterwassersensoren, um ein dauerhaftes und durchhaltefähiges Lagebild zu gewährleisten.
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Zudem wird demonstriert, wie sich mehrere unbemannte Systeme unterschiedlicher Produzenten über eine einzige, einheitliche Benutzeroberfläche steuern lassen. Zum eingesetzten Portfolio gehört im Rahmen von REPMUS26 unter anderem das amphibische Fahrzeug Mission Master SP.
Gregor Mannherz, der die Rheinmetall-Delegation vor Ort leitet, erklärte, dass die REPMUS-Übung eine ideale Gelegenheit biete, neu entwickelte Prototypen direkt in realitätsnahen Einsatzszenarien zu testen. An den Finanzmärkten reagierte das Papier des Rüstungsunternehmens unaufgeregt: Die Rheinmetall-Aktie notierte am Morgen nahezu unverändert bei rund 1.010 Euro.
Vernetzungsinitiativen der NATO im Gesamtrahmen
Die Erprobungen auf See spiegeln parallele Anstrengungen des Verteidigungsbündnisses an Land wider. So erweitert die NATO am Hauptquartier des US-Heeres für Europa und Afrika in Wiesbaden-Erbenheim ihre zentrale IT-Architektur.
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Im Rahmen der Initiative zur Abschreckung an der Ostflanke (Eastern Flank Deterrence Initiative, EFDI) werden dort Drohnensysteme, Bodensensoren, Radare und Werkzeuge künstlicher Intelligenz in einem gemeinsam Datennetzwerk gebündelt.
Am dortigen Innovationszentrum in den Lucius D. Clay Barracks sind inzwischen zehn NATO-Staaten beteiligt, wobei die Beteiligung nach Angaben von Major Ben Schiff weiter zunimmt. Teile der genutzten Drohnen werden experimentell im 3D-Drucker gefertigt, während andere für eine spätere Massenfertigung im Spritzgussverfahren entstehen.
Ziel dieser Architektur sei es laut Major Schiff, Daten von Millionen Sensoren in Maschinengeschwindigkeit auszuwerten, um Reaktionen der NATO innerhalb von Sekunden zu ermöglichen. Ziel- und Bekämpfungsentscheidungen verbleiben dabei jedoch ausdrücklich in menschlicher Hand. Erste Integrationstests umfassten unter anderem die Steuerung von Drohnen über dem Baltikum.
