Resilienz, Widerstandskraft

Resilienz: 70% der Widerstandskraft kommt aus Lernprozessen

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 09:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Wissenschaftliche Studien widerlegen astrologische Resilienz-Prognosen: Psychologische Widerstandskraft ist zu 70 Prozent erlernbar, wie Experten belegen.

Resilienz und Sternzeichen: Was die Forschung wirklich belegt
Ein offenes Notizbuch mit psychologischen Notizen und ein Messing-Zodiak-Kompass auf einem modernen Schreibtisch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In einer aktuellen Untersuchung hat das Medium BRIGITTE.de die Verbindung zwischen astrologischen Persönlichkeitsprofilen und der psychischen Resilienz thematisiert. Die Analyse hebt dabei drei spezifische Sternzeichen hervor, denen eine besonders ausgeprägte Widerstandsfähigkeit in Krisenzeiten zugeschrieben wird. Während das Format Resilienz als Teil der astrologischen Natur betrachtet, ordnet die psychologische Forschung das Phänomen der Widerstandskraft deutlich anders ein.

Diskrepanz zwischen Astrologie und psychologischer Forschung

Die astrologische Einordnung, wie sie in dem Beitrag vorgenommen wird, verzichtet auf die Nennung spezifischer Studien oder statistischer Kennzahlen. Demgegenüber betonen Fachleute aus der Psychologie den hohen Anteil individueller Lernprozesse an der mentalen Stärke. Ein Experte aus Frankfurt am Main wies bereits im Jahr 2021 darauf hin, dass Resilienz zu fast 70 % aus erlernten Bewältigungsstrategien bestehe. Diese Erkenntnis stütze sich auf eine Untersuchung mit insgesamt 1.240 Probanden.

Auch Langzeitstudien stellen die Vorhersagekraft von Sternzeichen infrage. Die Universität Jena untersuchte in einem Zeitraum von 1998 bis 2022 die Übereinstimmung zwischen astrologischen Beschreibungen und tatsächlichen Charaktereigenschaften. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass diese Übereinstimmung lediglich bei 5 % liege. Dennoch gibt es Beobachtungen, wonach flexible Zeichen wie Zwillinge oder Fische in bestimmten Situationen oft als belastbarer wahrgenommen werden als feste Zeichen wie Löwe, Skorpion oder Stier.

Fehlende statistische Zusammenhänge in Großstudien

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Die wissenschaftliche Distanz zur Astrologie wird durch umfangreiche Datenanalysen der letzten Jahrzehnte untermauert. Peter Hartmann von der Universität Aarhus analysierte im Jahr 2006 Daten von mehr als 15.000 Menschen. Seine Untersuchung ergab keinen statistisch belegbaren Zusammenhang zwischen den Sternzeichen und den etablierten Persönlichkeitsmerkmalen des sogenannten "Big Five"-Modells. Zu einem vergleichbaren Ergebnis kam eine Analyse, die im Jahr 2003 im Journal of Consciousness Studies veröffentlicht wurde.

Fachleute erklären die anhaltende Popularität und Plausibilität von Horoskopen häufig mit dem Barnum-Effekt. Dieser beschreibt die menschliche Neigung, vage und allgemeingültige Aussagen über die eigene Person so zu interpretieren, dass sie als zutreffende individuelle Analyse wahrgenommen werden.

Einflüsse auf Lebensbereiche und wirtschaftliche Bedeutung

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Nicht nur bei der Resilienz, sondern auch in der Beziehungsforschung lassen sich keine astrologischen Muster nachweisen. Die University of Manchester wertete im Jahr 2007 die Daten von 10 Millionen Eheschließungen in England und Wales aus. Die Forscher fanden dabei keinen Einfluss der Sternzeichen auf die Heiratswahrscheinlichkeit oder die Dauer der Beziehungen. Eine schwedische Studie aus dem Jahr 2020 bestätigte zudem, dass astrologische Faktoren keine verlässlichen Aussagen über das Liebesverhalten ermöglichen.

Trotz der wissenschaftlichen Widerlegung bleibt die Astrologie ein lukrativer Markt. Die kommerzielle Astrologie-Industrie generiert weltweit einen jährlichen Umsatz von über 2 Milliarden US-Dollar. Formate wie die aktuelle Resilienz-Analyse bedienen somit ein stabiles Interesse an psychologischen Unterhaltungsthemen, auch wenn die empirische Basis für die behaupteten Zusammenhänge fehlt.

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