Resilienz-Studie: 26.000 Teilnehmende belegen Wirkung von Leadership-Programmen
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 11:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Umgang mit Krisensituationen erfordert von Führungskräften ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit und die Bereitschaft, strategische Prioritäten kurzfristig neu zu bewerten.
Ein aktuelles Beispiel für diese Dynamik zeigt sich im politischen Raum: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte eine für die nahe Zukunft geplante Reise nach New York ab. Ursprünglich war dort eine Rede vor der UN-Generalversammlung sowie die Entgegennahme einer Auszeichnung vorgesehen.
Als Gründe für den Verzicht auf den internationalen Termin werden die schwerste Krise seiner Amtszeit sowie die Erwartung schlechter Ergebnisse für die CDU bei den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern angeführt. Aus Regierungskreisen hieß es dazu, dass die Präsenz des Kanzlers in Berlin erforderlich sei.
Analyse strategischer Führungsentscheidungen
Experten ordnen solche Planänderungen in Krisenzeiten differenziert ein. Der Führungskräftecoach Stefan Brandt erläuterte dazu, dass eine Korrektur ursprünglicher Pläne grundsätzlich keine Führungsschwäche darstelle. Vielmehr könne eine demonstrativ gezeigte Normalität in einer Krisenlage irgendwann an Glaubwürdigkeit verlieren.
Dennoch merkte er an, dass eine solche Anpassung den Ergebnisdruck auf die Führungsperson erhöhen könne. Parallel zu diesen strategischen Abwägungen werbe der Bundeskanzler laut Berichten innerhalb seiner Partei telefonisch um Unterstützung, um die internen Reihen zu schließen.
Resilienz als unternehmerische Kernkompetenz
Das Thema Widerstandsfähigkeit, in Fachkreisen als Resilienz bezeichnet, hat sich über den politischen Raum hinaus als zentrales Thema in der Wirtschaft etabliert. Bei einer Fachveranstaltung im März 2026 diskutierten über 80 Führungskräfte über die resiliente Aufstellung von Organisationen. In diesem Rahmen betonte der Sicherheitsexperte Dr. Stephan Gundel, dass Resilienz und IT-Sicherheit mittlerweile als Chefsache zu betrachten seien.
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Die Anforderungen an moderne Führung wandeln sich dabei stetig. Das Fachbuch „Leadership – Frauen schaffen Zukunft“ beschreibt etwa, wie der klassische Wissensvorsprung als Machtquelle durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) zunehmend an Bedeutung verliert.
Diese Entwicklung sorgt bei vielen Verantwortlichen für Unsicherheit: In einer Befragung der Liz Mohn Stiftung unter 1.000 Führungskräften äußerten rund 60 Prozent die Befürchtung, dass KI eine Kultur von Kontrolle und Überwachung fördern könnte.
Eine Metaanalyse, die 335 Studien mit mehr als 26.000 Teilnehmenden auswertete, belegt jedoch, dass gezielte Leadership-Programme die Wirksamkeit von Führung grundsätzlich positiv beeinflussen können.
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Prävention und individuelle Belastbarkeit
Ein wesentlicher Aspekt der Resilienz ist der professionelle Umgang mit psychischen Belastungen. Katrin Siemens thematisiert in einer Publikation aus dem Jahr 2026 die Notwendigkeit, Warnsignale frühzeitig zu erkennen und professionelle Hilfe in Akutfällen – wie etwa bei Suchtproblematiken oder Diskriminierung – zu koordinieren.
Dass klare Führung auch in großen Organisationen und über lange Zeiträume hinweg möglich ist, zeigt das Beispiel von Evelyn Kölldorfer-Leitgeb, Generaldirektorin des Wiener Gesundheitsverbunds. Sie verantwortet 30.000 Mitarbeitende und setzt auf Qualitäten wie Mut, Klarheit und Berechenbarkeit, um komplexe Großprojekte wie die bis 2040 geplante Sanierung der Wiener Spitalslandschaft umzusetzen.
Zur Unterstützung der individuellen Leistungsfähigkeit im Business-Alltag gewinnen zudem Entspannungstechniken an Bedeutung. Experten empfehlen Methoden wie die 4-7-8-Atmung, die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder kurze Achtsamkeitsmeditationen.
Diese Maßnahmen sowie eine bewusste Gestaltung des Arbeitsumfelds durch natürliches Licht und Bewegung tragen dazu bei, Stresshormone abzubauen und die Konzentrationsfähigkeit auch unter hohem Druck zu erhalten.
