Rheuma, Krafttraining

Rheuma: Krafttraining senkt Demenzrisiko um bis zu 45 Prozent

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 14:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Studien belegen: Antientzündliche Kost und moderates Krafttraining lindern Rheuma-Symptome und verbessern die Lebensqualität der Patienten.

Rheuma-Therapie: Ernährung und Krafttraining im Fokus
Eine Hand hält sanft frisches grünes Gemüse und Kräuter, die gesunde Ernährung und natürliche Heilmittel symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Weg von der reinen Medikamententherapie, hin zu gezielter Ernährung und moderatem Krafttraining. Aktuelle Studien belegen: Die Kombination kann Symptome lindern und die Lebensqualität deutlich steigern.

Antientzündliche Ernährung zeigt Erfolge

Die Ernährungsmedizin gewinnt bei der Behandlung von rheumatoider Arthritis an Bedeutung. Betroffene wie die 31-jährige Jule Klein berichten von bemerkenswerten Erfolgen: Eine konsequente antientzündliche Ernährung führte in Einzelfällen sogar zur Remission – ohne dauerhafte Medikamente.

Auch die Umstellung auf vegane Kost wird zunehmend diskutiert. Sie gilt als wirksames Mittel gegen Übergewicht und Entzündungen. Genau das ist für Rheuma-Patienten relevant: Jedes Kilo weniger entlastet die Gelenke und bremst entzündliche Prozesse.

Eine im Juli 2026 im Fachjournal BMJ Nutrition veröffentlichte Studie untermauert den Trend. Bei Typ-2-Diabetikern führte eine stark kohlenhydratreduzierte Low-Insulin-Ernährung innerhalb von sechs Monaten zu einem durchschnittlichen Gewichtsverlust von 5,2 Kilogramm.

Forscher der LMU München und der TU Dresden untersuchen parallel, wie Darmbakterien hitzeveränderte Aminosäuren abbauen. Die Ergebnisse könnten neue Einblicke in den Zusammenhang zwischen Ernährung und chronischen Entzündungen liefern.

Krafttraining: Weniger ist mehr

Bislang galt für Rheuma-Patienten oft: Schonen, schonen, schonen. Die aktuellen WHO-Richtlinien drehen den Spieß um. Sie betonen die Bedeutung muskelkräftigender Übungen – und das mit überraschend geringem Aufwand.

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Eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) vom Juli 2026 zeigt: Bereits 40 bis 60 Minuten Krafttraining pro Woche reichen für signifikante gesundheitliche Vorteile. Empfohlen werden Mehrgelenksübungen oder kurze, intensive „Exercise Snacks“.

Die Effekte sind beeindruckend: Regelmäßiges Krafttraining senkt nicht nur das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei konsequenter Anwendung kann es das Demenzrisiko um bis zu 45 Prozent reduzieren. Dennoch erreichen derzeit nur 23 Prozent der Erwachsenen das empfohlene Maß.

Rheuma betrifft mehr als die Gelenke

Die rheumatoide Arthritis ist komplex. In etwa jedem zehnten Fall schädigt sie nicht nur Gelenke, sondern auch die Lunge. Vernarbungen oder Entzündungen des Lungengewebes erfordern eine frühzeitige Diagnostik – etwa durch Lungenfunktionstests oder Computertomografien.

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Rauchen gilt dabei als wesentlicher Risikofaktor. Es kann den Krankheitsverlauf massiv verschlechtern.

Um den Diagnoseprozess zu beschleunigen, entwickelte die Universitätsklinik Erlangen ein neues Online-Tool. Die Anwendung „Rheumatic?“ hilft Betroffenen, ihre Beschwerden systematisch einzuordnen und Arztgespräche gezielter vorzubereiten. Entwickelt wurde sie unter der Leitung von PD Dr. Harriet Morf.

Neue Medikamente und soziale Schieflage

Parallel zu Lebensstiländerungen kommen neue medikamentöse Optionen auf den Markt. Für Mitte August 2026 ist die Einführung einer Semaglutid-Tablette in Deutschland geplant. Klinische Daten versprechen einen Gewichtsverlust von bis zu 17 Prozent.

Die Düsseldorfer Lifetime-Studie untersucht zudem den Einsatz von SGLT2-Hemmern bei Prädiabetes. Ziel ist es, Langzeitfolgen und Stoffwechselkomplikationen zu verhindern. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Wirkstoffklasse das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer um über 40 Prozent senken könnte.

Doch der medizinische Fortschritt hat eine Kehrseite. Die soziale Belastung durch chronische Erkrankungen bleibt kritisch. Berichte über Patienten mit Morbus Bechterew, die ihre Erwerbsfähigkeit verlieren und in die Armut rutschen, zeigen die ökonomische Dimension. Hohe Zuzahlungen für Therapien belasten die Betroffenen zusätzlich. Die Forderung nach einer verbesserten pflegerischen und finanziellen Versorgung wird lauter.

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