Rheuma-Leitlinie, Herz-Kreislauf-Schutz

Rheuma-Leitlinie: Herz-Kreislauf-Schutz rückt in den Fokus

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 01:11 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neue S3-Leitlinie stellt Herz-Kreislauf-Risiko bei Rheuma in den Mittelpunkt. Rheuma-Liga kritisiert geplante Pflegekürzungen.

Rheuma-Versorgung 2026: Neue Leitlinie und Ratgeber im Fokus
Nahaufnahme von Händen, die eine Broschüre mit der Aufschrift 'Rheuma-Ratgeber' halten, in einem Beratungsraum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Medizinische Leitlinien, qualifizierte Beratung und evidenzbasierte Patienteninformationen greifen heute enger ineinander als je zuvor. Aktuelle Entwicklungen im Sommer 2026 zeigen: Der Fokus liegt verstärkt auf der Prävention von Begleiterkrankungen und dem Ausbau regionaler Hilfsstrukturen.

Fünf zentrale Ratgeber neu aufgelegt

Die Deutsche Rheuma-Liga hat im Juli 2025 fünf wichtige Ratgeber inhaltlich überarbeitet. Die Publikationen decken Arthrose, rheumatoide Arthritis und Gelenkschutz im Alltag ab. Ein Schwerpunkt liegt zudem auf der Aufklärung über Rechte im Sozialsystem und der frühzeitigen Reaktion auf erste Symptome.

Parallel dazu wachsen die regionalen Beratungsstrukturen. In Bad Kreuznach eröffnete die Rheuma-Liga Rheinland-Pfalz eine neue Anlaufstelle – unter Leitung von Landesverbandspräsidentin Barbara Orthmann-Braun. Auch in Nordrhein-Westfalen stehen lokale Angebote bereit, etwa durch die Arbeitsgemeinschaft Bonn.

Für den 25. Juli ist ein fachübergreifendes Treffen für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen in Kassel geplant. Der hessische Landesverband beteiligt sich mit Informationsständen und Workshops.

Neue S3-Leitlinie: Herz-Kreislauf-Risiko im Fokus

Ein Meilenstein in der klinischen Versorgung: Die am 14. Juli veröffentlichte S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) stellt das kardiovaskuläre Risikomanagement in den Mittelpunkt. Besonders betroffen sind Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis oder systemischem Lupus erythematodes (SLE).

Die Krankheitsaktivität gilt als Haupttreiber für das erhöhte Herz-Kreislauf-Risiko. Die Leitlinie empfiehlt deshalb eine konsequente Treat-to-Target-Strategie, um Entzündungsprozesse zu minimieren. Ärzte sollen Glukokortikoide und nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) zurückhaltend einsetzen.

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Stattdessen rücken Wirkstoffe in den Fokus, die sowohl die Gelenke als auch das Gefäßrisiko positiv beeinflussen. Dazu gehören Hydroxychloroquin bei SLE-Patienten oder spezifische Interleukin-6-Inhibitoren bei rheumatoider Arthritis.

Ernährung und Bewegung als Therapiebausteine

Der EULAR-Kongress im Juni 2026 und verschiedene Studien der letzten Jahre haben die wissenschaftliche Diskussion befeuert. Schon 2021 deuteten Forschungsergebnisse darauf hin, dass Curcumin bei Arthrose positive Effekte auf die Gelenkfunktion haben kann. Neuere Untersuchungen aus den Jahren 2024 und 2025 beschäftigten sich mit Vitamin-D-Supplementen und der Physiotherapie zur Schmerzreduktion.

Fachleute verweisen zudem auf die Bedeutung einer antientzündlichen Ernährung – ein Ansatz, den bereits frühere Empfehlungen des American College of Rheumatology aufgegriffen hatten. Auf internationaler Ebene gilt die Behandlung von Adipositas inzwischen als integraler Bestandteil der Rheumatherapie. Übergewicht kann den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen.

Pflegepolitik: Rheuma-Liga fordert Kurskorrektur

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Neben medizinischen Fragen rücken die Rahmenbedingungen der Pflege in den Fokus. Corinna Elling-Audersch, Präsidentin des Bundesverbandes der Rheuma-Liga, forderte im Juli eine Kurskorrektur beim Pflegeneuordnungsgesetz. Aus Sicht der Interessenvertretung enthalten die aktuellen Entwürfe Leistungskürzungen, die für pflegebedürftige Rheuma-Patienten nicht vermittelbar seien.

Der Verband setzt sich daher verstärkt für den Erhalt von Leistungen ein, die das Selbstmanagement und die Selbstständigkeit im häuslichen Umfeld fördern.

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