Rheuma-Leitlinie, Standards

Rheuma-Leitlinie: Neue Standards für Herzrisiken bei Patienten

04.07.2026 - 21:10:19 | boerse-global.de

Neue Abrechnung für Hilfekonferenzen, aktualisierte Rheuma-Leitlinie und Social Prescribing in Düsseldorf starten 2026/2027.

Gesundheitswesen im Wandel: Neue Abrechnung und Leitlinien
Rheuma-Leitlinie - Ärzte, Krankenschwestern und Therapeuten besprechen in einem modernen Konferenzraum die Patientenversorgung. 04.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neue Abrechnungsmöglichkeiten, aktualisierte Leitlinien und innovative Präventionsansätze zielen auf eine bessere Vernetzung der Akteure im Gesundheitswesen ab.

Hilfekonferenzen lassen sich jetzt abrechnen

Seit Anfang Juli 2026 können Ärzte und Therapeuten SGB-übergreifende Hilfekonferenzen abrechnen. Die neuen Gebührenordnungspositionen (GOP) 37555 und der Zuschlag 37556 machen es möglich. Die Vergütung gilt für die gesetzliche Krankenversicherung und soll die Koordination zwischen verschiedenen Leistungserbringern fördern.

Ein entscheidender Vorteil: Die GOP 37555 lässt sich auch im Rahmen von Videosprechstunden berechnen. Das erhöht die Flexibilität in der interdisziplinären Abstimmung erheblich. Die Umsetzung basiert auf einem Beschluss des ergänzten Bewertungsausschusses – noch unter Vorbehalt der Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit.

Rheuma-Patienten: Herzrisiken im Blick behalten

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) hat eine neue S3-Leitlinie (AWMF-Register Nr. 060-010) vorgelegt. Sie setzt neue Standards für das Management kardiovaskulärer Begleiterkrankungen bei entzündlich-rheumatischen Leiden. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen muss bei diesen Patienten gezielter erfasst werden.

Die Empfehlungen sehen eine strukturierte Kontrolle von Blutdruck, Blutfettwerten und Diabetes vor. Auch Lebensstilfaktoren wie Rauchen und Übergewicht werden berücksichtigt. Ein zentraler Punkt: die konsequente Kontrolle der rheumatischen Entzündung selbst. Fachleute raten zum Einsatz niedrig dosierter Glukokortikoide und nicht-steroidaler Antirheumatika (NSAR), um Langzeitfolgen zu minimieren.

„Social Prescribing“: Rezepte für Sportkurse und Ernährung

Ein neuer Ansatz zur Entlastung des Gesundheitssystems startet 2027 in Düsseldorf. Das Projekt „Social Prescribing“ erlaubt Ärzten und Psychotherapeuten, soziale Präventionsrezepte auszustellen. Sogenannte Link-Worker vermitteln Patienten dann in wohnortnahe Angebote – von Sportkursen über Ernährungsberatung bis zu Nachbarschaftstreffs.

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Das auf drei Jahre angelegte Vorhaben wird wissenschaftlich von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Charité Berlin begleitet. Finanziert wird es unter anderem von der Techniker Krankenkasse.

Ergänzt werden solche integrativen Ansätze durch Erkenntnisse zur medizinischen Ernährungstherapie. Laut den ADA Standards of Care 2026 kann eine gezielte Ernährungstherapie bei Typ-2-Diabetes den HbA1c-Wert um 0,3 bis 2 Prozent senken. Gleichzeitig reduziert sie Gesundheitskosten. Empfohlen werden ballaststoffreiche, pflanzenbasierte oder mediterrane Kostformen.

Pflege auf akademischem Niveau

Um Versorgungslücken in strukturschwachen Regionen zu schließen, wird das akademische Angebot ausgebaut. Zum Wintersemester im September 2026 startet an der Hochschule Hannover ein neuer Masterstudiengang für Erweiterte Pflegepraxis (Advanced Nursing Practice/Community Health Nursing). Ziel: Pflegefachpersonen für die eigenverantwortliche Versorgung bei komplexen Bedarfen qualifizieren.

Parallel treibt die Bundesregierung eine Reform der Notfallversorgung voran. Geplant sind Integrierte Notfallzentren (INZ), die Notaufnahme, Bereitschaftsdienstpraxis und eine gemeinsame Ersteinschätzungsstelle unter einem Dach vereinen. Der Rettungsdienst soll zur regulären Sachleistung der gesetzlichen Krankenversicherung werden. Für die Digitalisierung dieses Bereichs sind zwischen 2027 und 2031 Fördermittel in Höhe von 225 Millionen Euro vorgesehen.

Achtsamkeit gegen Kreuzschmerzen

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In der Behandlung von Kreuzschmerzen gewinnen achtsamkeitsbasierte Methoden an Bedeutung. Eine 2026 in JAMA Internal Medicine veröffentlichte Studie zeigt: Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR), die Yoga und Meditation kombiniert, kann eine sinnvolle Ergänzung zur medikamentösen Therapie sein. Die Effekte blieben bei den untersuchten Patienten allerdings teilweise hinter den hohen Erwartungen zurück.

Da MBSR-Kurse in Deutschland bereits von vielen Krankenkassen finanziert werden, bleibt dieser integrative Ansatz ein relevanter Baustein in der Schmerztherapie.

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