Rheuma und COVID-Impfung: Therapiepause steigert Schubrisiko um mehr als das Doppelte
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 05:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine gezielte zweiwöchige Unterbrechung bestimmter Rheumatherapien rund um eine Auffrischungsimpfung gegen COVID-19 bringt keinen immunologischen Vorteil.
Zu diesem Ergebnis kommt eine randomisierte Untersuchung an 840 Patienten mit entzündlicher Arthritis, die am 5. Oktober 2026 im Fachjournal JAMA Internal Medicine veröffentlicht wurde. Statt die Immunantwort zu verstärken, ging die Behandlungspause mit einer signifikanten Zunahme von Krankheitsschüben einher.
Kein messbarer Vorteil für die Antikörperantwort
In der klinischen Studie untersuchten Forschende, ob eine vorübergehende Pause ausgewählter krankheitsmodifizierender Antirheumatika (DMARDs) die humorale Immunogenität nach einer Auffrischimpfung steigern kann. Das Kollektiv umfasste 840 Betroffene, die bereits eine COVID-19-mRNA-Grundimmunisierung erhalten hatten und mit TNF-Hemmern, IL-17-Hemmern, Abatacept oder JAK-Inhibitoren behandelt wurden.
Die Auswertung zeigte, dass das zweiwöchige Pausieren dieser Biologika oder zielgerichteten Therapien die Antikörperantwort nicht verbesserte. Das Verhältnis des geometrischen mittleren Anstiegs zwischen der Gruppe mit Behandlungspause und der Gruppe mit fortgesetzter Medikation lag bei 0,96 mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,36 bis 2,56. Wie Fachmedien am 6. und 7. Oktober 2026 berichteten, zeigte sich auch bei der T-Zell-Antwort kein förderlicher Effekt durch das Aussetzen der Medikation.
Höheres Schubrisiko insbesondere bei JAK-Inhibitoren
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Gleichzeitig traten bei einer Unterbrechung der medikamentösen Versorgung vermehrt Komplikationen im Krankheitsverlauf auf. Die Studienautoren stellten fest, dass das Pausieren der Präparate das Risiko für einen Krankheitsschub deutlich erhöhte. Die entsprechende Odds Ratio lag bei 2,27 mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 1,41 bis 3,65.
Dieser Anstieg der Krankheitsaktivität trat laut den Studiendaten besonders ausgeprägt unter der Behandlung mit JAK-Inhibitoren auf. Das Absetzen brachte den Patienten somit keinen nachweisbaren Impfschutzvorteil, setzte sie jedoch einer spürbaren Verschlechterung ihrer Grunderkrankung aus.
Empfehlung gegen routinemäßige Therapieunterbrechungen
Auf Basis dieser Ergebnisse sprechen sich die Autoren gegen eine routinemäßige Unterbrechung der rheumatologischen Medikation zum Zeitpunkt einer ergänzenden COVID-19-Impfung aus. Die beobachteten Daten liefern keine Rechtfertigung für eine standardmäßige Pause von DMARDs, Biologika oder JAK-Hemmern.
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Expertenberichten zufolge sollte die konkrete Impf- und Medikamentenplanung weiterhin individuell mit den behandelnden Ärzten abgestimmt werden, um das persönliche Risikoprofil und die aktuelle Krankheitsaktivität gegeneinander abzuwägen. Ein pauschales Aussetzen der rheumatologischen Basistherapie wird durch die aktuelle Datenlage jedoch nicht gestützt.
