Rheuma-Vorlesung in Jena: CAR-T-Zell-Therapie und neue BehandlungsansÀtze
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 16:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas UniversitĂ€tsklinikum Jena widmet sich im Rahmen einer Jenaer Abendvorlesung den Entwicklungen in der Rheumatologie. Unter dem Titel âRheuma verstehen und behandelnâ informiert das Klinikum am 28.10.2026 ab 19 Uhr ĂŒber den aktuellen Stand bei der Diagnostik und Behandlung entzĂŒndlich-rheumatischer Erkrankungen.
Die Veranstaltung findet im Hörsaal I des Klinikums am Standort Lobeda statt. Das Angebot ist kostenlos und wird im Hybrid-Format bereitgestellt, sodass eine Teilnahme sowohl vor Ort als auch digital ohne vorherige Anmeldung möglich ist.
Diagnostische Verfahren und zellulÀre Therapiemöglichkeiten
Als Referent fungiert Prof. Dr. Alexander Pfeil, der Leiter des Rheumazentrums am UniversitÀtsklinikum Jena. Die Vorlesung deckt wesentliche SÀulen der rheumatologischen Praxis ab. Behandelt werden diagnostische AnsÀtze, etablierte Basistherapien sowie neuere medikamentöse Entwicklungen wie der Einsatz von Biologika.
Zudem wird die CAR-T-Zell-Therapie thematisiert. Dieses Verfahren gehört zu den innovativen AnsĂ€tzen in der Immuntherapie und wird zunehmend im Kontext schwerer VerlĂ€ufe diskutiert, um das Immunsystem gezielt zu beeinflussen und EntzĂŒndungsprozesse einzudĂ€mmen.
Hohe PrĂ€valenz und Versorgungsstrukturen in ThĂŒringen
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Nach Angaben des UniversitĂ€tsklinikums Jena sind in Deutschland rund 3 Prozent der Bevölkerung von entzĂŒndlich-rheumatischen Erkrankungen betroffen, wobei die Fallzahlen eine steigende Tendenz aufweisen. Der medizinische Sammelbegriff Rheuma umfasst dabei ĂŒber 200 unterschiedliche Krankheitsbilder. Diese HeterogenitĂ€t stellt hohe Anforderungen an eine frĂŒhzeitige Befunderhebung und passgenaue Therapiestrategien.
FĂŒr die regionale Versorgung nimmt das Klinikum eine zentrale Funktion ein. Das Rheumazentrum des UniversitĂ€tsklinikums Jena ist das einzige Zentrum mit einer vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) bescheinigten rheumatologischen Komplettversorgung in ThĂŒringen. Die Einrichtung behandelt nach eigenen Angaben jĂ€hrlich ĂŒber 10.000 ambulante, tagesklinische und stationĂ€re Patientinnen und Patienten.
Krankheitslast und Schnittstellen in der Rheumatologie
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Die Herausforderungen bei der Betreuung rheumakranker Menschen zeigen sich auch im weiteren fachlichen Kontext. Rheumatische Erkrankungen umfassen sehr unterschiedliche VerlÀufe. Reumatologie-Professor Bruno Frediani betonte in diesem Zusammenhang, dass seltene Erkrankungen besondere Aufmerksamkeit verdienen, da deren Erforschung auch Mechanismen hÀufigerer Krankheiten aufklÀren könne.
Zugleich bleibt die Belastung im Alltag fĂŒr Betroffene betrĂ€chtlich. Laut einer gemeinsamen Untersuchung der Patientenorganisation APMARR und C.R.E.A. SanitĂ zu Lupus berichten 87 Prozent der Betroffenen ĂŒber Schmerzen oder Beschwerden.
Ăber die HĂ€lfte klagt ĂŒber Schwierigkeiten bei alltĂ€glichen AktivitĂ€ten, wĂ€hrend fast drei Viertel eine mittlere bis schwere Angst oder Depression aufweisen. Eine spezialisierte psychologische UnterstĂŒtzung erhĂ€lt der Erhebung zufolge jedoch nur eine Minderheit.
Zudem wies APMARR darauf hin, dass Antibiotikaresistenzen bei Patientinnen und Patienten unter Immunsuppression eine wachsende VulnerabilitĂ€t darstellen. Vor dem Hintergrund bestehender HĂŒrden bei der VersorgungskontinuitĂ€t sprach sich SIR-PrĂ€sident Luis Severino Martin Martin fĂŒr eine engere Integration von fachĂ€rztlicher Rheumatologie und Allgemeinmedizin aus.
