Rheumatoide, Arthritis

Rheumatoide Arthritis: CAR-T-Zellen erzielen 90% Remissionsrate

30.06.2026 - 09:50:32 | boerse-global.de

Erste Patienten in den USA erhalten implantierbare Vagusnerv-Stimulation gegen rheumatoide Arthritis. Neue Studien belegen hohe Wirksamkeit.

SetPoint-System: Vagusnerv-Stimulation gegen Rheuma startet durch
Rheumatoide - Eine Nahaufnahme einer Hand, die einen Bildschirm mit einer Darstellung des Vagusnervs berührt, um bioelektronische Therapie zu symbolisieren. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine implantierbare Vagusnerv-Stimulation soll Entzündungen direkt im Körper regulieren – und macht jetzt den Schritt vom Labor in den Praxisalltag.

Das SetPoint-System® hat dafür einen entscheidenden Meilenstein erreicht. Nach der FDA-Zulassung 2025 belegen klinische Daten aus der RESET-RA-Studie signifikante Verbesserungen der Krankheitsaktivität. Ziel der Technologie: den körpereigenen Entzündungsreflex aktivieren und die Überproduktion von Zytokinen bremsen, die chronische Gelenkentzündungen auslösen.

Erste Patienten in North Carolina behandelt

Ende Juni 2026 kam das System erstmals im US-Bundesstaat North Carolina zum Einsatz. Möglich machte das eine Kooperation zwischen SetPoint Medical und den „Arthritis & Osteoporosis Consultants of the Carolinas“ (AOCC). Die Technologie verlässt damit den rein experimentellen Rahmen.

Für Patienten, die auf herkömmliche Medikamente nicht ausreichend ansprechen, bietet der bioelektronische Ansatz eine Alternative. CEO Murthy Simhambhatla plant bereits die Expansion auf weitere entzündliche Erkrankungen – Multiple Sklerose und Morbus Crohn stehen auf der Liste.

Neue Zulassung für Abatacept

Parallel zu den High-Tech-Ansätzen gibt es Fortschritte bei klassischen Biologika. Der EMA-Ausschuss CHMP sprach eine positive Stellungnahme für Abatacept (Orencia) aus. Der Wirkstoff soll künftig in Kombination mit Methotrexat auch bei bislang unbehandelten Patienten mit hochaktiver RA eingesetzt werden können.

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Die Studien AGREE und AVERT belegen Remissionsraten von bis zu 60,9 Prozent. Ein starkes Argument für die Erweiterung des Einsatzgebietes.

CAR-T-Zellen: 90 Prozent Remission

Noch einen Schritt weiter geht die Zelltherapie. Die CASTLE-Studie des Uniklinikums Erlangen, veröffentlicht in Nature Medicine, untersuchte CD19-CAR-T-Zellen bei rund 70 Lupus- und Arthritis-Patienten. Das Ergebnis: Etwa 90 Prozent der Teilnehmer erreichten eine dauerhafte Komplettremission.

Ein dokumentierter Fall zeigt eine Patientin, die seit fünf Jahren krankheitsfrei ist. Der Haken: Die Behandlung kostet zwischen 300.000 und 500.000 Euro pro Patient.

Geschlechtsspezifische Unterschiede im Fokus

Eine Ende Juni veröffentlichte Übersicht in Die Gastroenterologie zeigt: Frauen mit Psoriasisarthritis leiden häufiger unter peripherer Arthritis und stärkeren Schmerzen. Gleichzeitig sprechen sie schlechter auf Biologika an als Männer. Bei JAK-Inhibitoren wurden hingegen keine geschlechtsspezifischen Unterschiede festgestellt.

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Risankizumab jetzt auch für Kinder

Die FDA erteilte kürzlich die Zulassung für Risankizumab zur Behandlung aktiver Psoriasisarthritis bei Kindern ab sechs Jahren. Basis ist die Phase-3-Studie OptIMMize. Die Dosierung richtet sich nach dem Gewicht.

Milliarden-Einsparungen bedrohen Versorgung

Während die medizinischen Möglichkeiten wachsen, zeichnen sich im deutschen Gesundheitssystem Probleme ab. Die Finanzkommission Gesundheit empfiehlt für 2027 Anpassungen beim Krankengeld und den Zuzahlungsregeln für Medikamente. Ziel: Einsparungen in Milliardenhöhe.

Für chronisch kranke Patienten, die auf teure Innovationen wie Vagusnerv-Stimulation oder moderne Biologika angewiesen sind, könnte das langfristig zur Hürde werden.

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