Rheumatoide, Arthritis

Rheumatoide Arthritis: Hoher BMI schwächt das Ansprechen auf JAK-Hemmer

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 05:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Höherer BMI geht mit schwächerem Medikamentenansprechen einher; eine kleine CAR-T-Studie zeigte Remissionen bei schwerer RA.

Rheumatoide Arthritis: BMI und neue Zelltherapien im Fokus
Vial-Reihen in einem modernen medizinischen Forschungslabor zur Untersuchung molekularer Wirkmechanismen. Illustration mit AI erstellt.

Bei der Behandlung der rheumatoiden Arthritis rücken individuelle Einflussfaktoren auf das Therapieansprechen sowie neuartige molekulare Mechanismen verstärkt in den Fokus der Wissenschaft.

Eine Metaanalyse verdeutlicht, dass das Körpergewicht eine erhebliche Rolle für die Wirksamkeit moderner Medikamente spielt. Parallel dazu testen Forschungsteams innovative Ansätze wie Molekülkleber-Degrader und zellbasierte Verfahren, um auch therapieresistente Krankheitsverläufe besser kontrollieren zu können.

Körpergewicht beeinflusst Ansprechen auf medikamentöse Therapien

Laut einer Metaanalyse zur rheumatoiden Arthritis (RA) besteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem Body-Mass-Index (BMI) und dem Behandlungserfolg von Janus-Kinase-Hemmern (JAK-Hemmern): Je höher der BMI der Betroffenen ausfällt, desto geringer ist die sogenannte ACR20-Response auf diese Wirkstoffklasse. Die Auswertung zeigt zudem, dass Menschen mit einem hohen BMI generell weniger gut auf viele etablierte RA-Medikamente ansprechen.

Vor diesem Hintergrund gewinnen ganzheitliche Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) an Bedeutung. Die Fachgesellschaft weist darauf hin, dass entzündlich-rheumatische Erkrankungen das Herz-Kreislauf-Risiko deutlich steigern. Bei rheumatoider Arthritis liegt das Herzinfarktrisiko um rund 40 Prozent höher, während herkömmliche Risikorechner die Gefahr oft unterschätzen.

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Zu den Empfehlungen der Fachgesellschaft zählen neben der konsequenten Einstellung der Entzündung und dem kurzzeitigen, niedrig dosierten Einsatz von Kortison und Schmerzmitteln insbesondere die Kontrolle von Blutdruck, Blutfetten und Blutzucker sowie Rauchstopp, regelmäßige Bewegung und eine Gewichtsreduktion.

Innovative Wirkansätze: Molekülkleber und CAR-T-Zell-Therapie

Um die therapeutischen Optionen zu erweitern, untersucht die aktuelle Forschung neue Wirkprinzipien wie Molekülkleber-Degrader zur gezielten Behandlung der rheumatoiden Arthritis. Gleichzeitig werden für schwer betroffene Patientengruppen, die auf herkömmliche Therapien nicht mehr ansprechen, zelltherapeutische Verfahren erprobt.

An der Charité – Universitätsmedizin Berlin führten Forschende unter der Leitung von Prof. David Simon und Prof. Gerhard Krönke die COMPARE-Studie durch, deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift Nature Medicine erschienen sind.

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In dieser Untersuchung erhielten sechs Patienten mit schwerer, therapieresistenter RA eine CAR-T-Zell-Therapie. Die Krankheitsaktivität konnte bei den Behandelten deutlich gesenkt werden; drei Patienten erreichten eine anhaltende Remission ohne weitere RA-Medikation.

Die CAR-T-Zell-Therapie eliminierte krankheitsfördernde B-Zellen im Knochenmark und in den Lymphknoten, woraufhin die RA-spezifischen Autoantikörper stark abfielen. Hinsichtlich der Sicherheit traten lediglich milde bis moderate Zytokin-Release-Syndrome auf, während schwere neurologische Komplikationen ausblieben und Infektionen selten blieben.

Allerdings erlitt ein Patient im Verlauf einen Rückfall. In einer nächsten Phase plant die Charité die Behandlung von zehn weiteren Patienten sowie einen Vergleich mit einem zugelassenen B-Zell-RA-Medikament, da die Therapie weiterhin als experimentell eingestuft wird.

Neue Erkenntnisse zu zellulären Signalwegen

Ergänzend zu klinischen Prüfungen untersuchen Grundlagenforscher spezifische Zielstrukturen in Synovialzellen. Eine in Scientific Reports publizierte Studie analysierte die Rolle von Lipoyltransferase 1 (LIPT1) in RA-Fibroblasten anhand von Synovialtranskriptomen aus 39 RA- und 27 Kontrollproben, einer unabhängigen Kohorte aus 152 RA- und 28 gesunden Proben sowie PBMCs von jeweils sechs Betroffenen und gesunden Kontrollen.

Die Autoren stellten eine höhere LIPT1-Expression bei RA fest. Ein gezielter LIPT1-Knockdown verringerte unter anderem die Zellmigration sowie die Expression von Signalmolekülen des Wnt/?-Catenin-Signalwegs, was potenziell neue Angriffspunkte für künftige Interventionen aufzeigt. Die Arbeit wurde durch die NSFC und die Anhui Provincial Natural Science Foundation gefördert.

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de | wissenschaft | 70308163 |