Richemont glänzt mit Gewinnsprung – Luxusbranche sortiert sich neu
23.05.2026 - 18:28:36 | boerse-global.de
Der Gewinn schoss um 27 Prozent nach oben. Grund dafĂĽr ist vor allem die Schmucksparte mit Cartier und Van Cleef & Arpels. Der Umsatz der Gruppe stieg um 5 Prozent auf 22,4 Milliarden Euro. Der Reingewinn kletterte auf 3,5 Milliarden Euro.
Schmuck trumpft auf, Uhren hinken hinterher
Die operative Marge in der Schmucksparte liegt bei beeindruckenden 30,5 Prozent. Ganz anders sieht es bei den Uhren aus: Hier schafft Richemont gerade einmal 3,4 Prozent Marge. Der Trend ist klar: Hochwertiger Schmuck gilt als wertbeständiger als mechanische Uhren der gehobenen Mittelklasse.
Die USA entwickeln sich zum wichtigsten Wachstumsmarkt. Das Umsatzplus dort beträgt 17 Prozent im Gesamtjahr. Im vierten Quartal legte die Region sogar noch um 18 Prozent zu. Analysten von JPMorgan bleiben optimistisch und bestätigen die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 200 Franken.
Die Aktionäre profitieren direkt: Richemont hebt die Dividende um 10 Prozent auf 3,30 Franken an und zahlt eine Sonderdividende von einem Franken. Gleichzeitig bereinigt der Konzern sein Portfolio. Die Marke Baume & Mercier wurde an den italienischen Juwelier Damiani verkauft. Gerüchte über einen Verkauf von Jaeger-LeCoultre dementierte das Management.
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Milliardenschwere Fusion geplatzt
Während Richemont auf organisches Wachstum setzt, gibt es im Beauty-Sektor einen herben Rückschlag. Die Fusionsgespräche zwischen Estée Lauder und Puig sind endgültig gescheitert. Ein Zusammenschluss hätte einen neuen Global Player mit einem Marktwert von rund 40 Milliarden US-Dollar geschaffen.
Der Knackpunkt: Komplexe Forderungen rund um die Minderheitsbeteiligung von Charlotte Tilbury verhinderten eine Einigung. Die Reaktion der Börse spricht Bände. Die Puig-Aktie verlor 13 Prozent, während Estée Lauder um 12 Prozent zulegte. Investoren bewerten die Eigenständigkeit von Estée Lauder offenbar höher als mögliche Fusionseffekte.
Hermès thront über dem Markt
Am oberen Ende des Luxussegments zeigt Hermès, wie es geht. Für 2024 meldete das Haus einen Umsatz von über 15 Milliarden Euro bei einer operativen Marge von 40 Prozent. Im ersten Halbjahr 2025 legte der Umsatz währungsbereinigt um 8 Prozent auf 8 Milliarden Euro zu. Mit einer Marktkapitalisierung von über 240 Milliarden Euro und Bargeldreserven von 10 Milliarden Euro hat Hermès enormen Spielraum.
Für die Saison 2026/27 plant das Unternehmen den Einstieg in eine eigene Haute-Couture-Sparte. Das Ziel: Exklusivität weiter zementieren.
USA wird zum sicheren Hafen
Europäische Modehäuser verlagern ihren Fokus. Chanel, Dior, Louis Vuitton und Gucci investieren verstärkt in den US-Markt. Der Grund: Das Wachstum in China verliert an Schwung, auch der Nahe Osten schwächelt.
Die Manager der großen Häuser sehen die USA zunehmend als „sicheren Hafen“. Die Marketingstrategie ist sichtbar: Chanel präsentierte eine Kollektion in einer New Yorker U-Bahn-Station, Gucci wählte den Times Square als Kulisse.
Die chinesische Mittelklasse zeigt sich zurückhaltend. Immobilienkrisen und konjunkturelle Abkühlung dämpfen die Kauflaune. Das obere Kundensegment in Nordamerika bleibt dagegen investitionsbereit.
Traditionsmarke Eterna schlieĂźt alle Filialen
Der Strukturwandel trifft den traditionellen Modeeinzelhandel hart. Die deutsche Traditionsmarke Eterna, gegründet 1863, gibt ihr Filialnetz auf. Alle 34 Standorte – 25 Markengeschäfte und 9 Outlets – werden bis Ende Juni 2026 geschlossen.
Derzeit läuft ein Räumungsverkauf. Die Markenrechte hat der Konkurrent Olymp übernommen. Ob und wie Eterna unter neuer Führung weiterlebt, ist offen. Olymp prüft verschiedene Szenarien. Auffällig: Der Onlineshop von Eterna wurde vor kurzem wieder aktiviert. Das deutet auf eine Fortführung im digitalen Raum hin.
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Nischenmarken punkten mit Exklusivität
Während Traditionshäuser verschwinden, feiern Nischenanbieter Erfolge. Der Juwelier Wempe nutzt gezielt Motorsport-Marketing. Als offizieller Zeitnehmer des 24-Stunden-Rennens am Nürburgring erreichte das Unternehmen rund 352.000 Zuschauer.
Zwei limitierte Uhrenmodelle der Linien Iron Walker und Zeitmeister waren innerhalb kĂĽrzester Zeit ausverkauft. Die Botschaft: Exklusive Konzepte und emotionale Markeninszenierung zahlen sich aus.
Ausblick: Konsolidierung mit klarem Muster
Die Luxusbranche durchläuft eine Phase der qualitativen Konsolidierung. Erfolg haben jene Unternehmen, die entweder extreme Exklusivität bieten oder flexibel genug sind, ihre Strategien schnell anzupassen.
Ein wichtiger Termin steht Ende Juli 2026 an: Audi feiert die Weltpremiere des Q9. Das über fünf Meter lange SUV soll mit 4D-Soundsystemen und schaltbaren Panorama-Glasdächern neue Maßstäbe setzen.
Spannend bleibt auch die Frage, ob Olymp die Marke Eterna durch eine reine Online-Präsenz erfolgreich transformieren kann. Und ob Hermès mit dem Einstieg in die Haute Couture seinen Status weiter steigert.
Der Fokus auf den US-Markt und die Stärkung des Schmucksegments scheinen derzeit die erfolgversprechendsten Strategien zu sein.
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