Riester-Rente endet: 15 Millionen VertrÀge wechseln bis Jahresende
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 08:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie deutsche Altersvorsorgelandschaft steht vor einem tiefgreifenden Umbruch. Mit der EinfĂŒhrung des sogenannten Altersvorsorgedepots wird das bisherige System der Riester-Rente abgelöst. Dieser strategische Wechsel betrifft ein Marktvolumen von ĂŒber 1 Billion Euro und markiert eine ZĂ€sur fĂŒr Millionen von Sparern sowie die gesamte Versicherungs- und Finanzbranche.
Transformation des Riester-Bestands und neue Optionen
Die Ăra der klassischen Riester-Rente endet nach aktuellen Planungen zum 31. Dezember 2026. Betroffen von dieser Umstellung sind rund 15 Millionen VertrĂ€ge, die laut Daten aus dem Jahr 2024 im Bestand der Anbieter gefĂŒhrt werden. FĂŒr die Inhaber dieser VertrĂ€ge ergeben sich mit dem Auslaufen des Modells verschiedene Handlungsoptionen.
Finanzexperten weisen darauf hin, dass bestehende VertrĂ€ge grundsĂ€tzlich beibehalten, gekĂŒndigt, beitragsfrei gestellt oder modernisiert werden können. Eine zentrale Neuerung ist die Möglichkeit des âUmzugsâ in das neue Altersvorsorgedepot.
Ein solcher Wechsel soll möglich sein, ohne dass bereits erhaltene staatliche Förderungen zurĂŒckgezahlt werden mĂŒssen. Damit wird eine HĂŒrde beseitigt, die in der Vergangenheit oft einen Wechsel zwischen Vorsorgeprodukten erschwert hat.
Erweiterter Nutzerkreis und steuerliche Anreize ab 2027
Der Startschuss fĂŒr das Altersvorsorgedepot ist fĂŒr Januar 2027 vorgesehen. Im Gegensatz zur bisherigen Riester-Rente soll das neue Modell einem breiteren Personenkreis zugĂ€nglich gemacht werden. Berichten zufolge sollen kĂŒnftig auch SelbststĂ€ndige und Beamte von den staatlich geförderten Depotstrukturen profitieren können.
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Insbesondere fĂŒr Gutverdiener bietet das neue System attraktive Perspektiven, da sie verstĂ€rkt Steuervorteile nutzen können. Ein Experte der Verbraucherzentrale Baden-WĂŒrttemberg rechnet in diesem Zusammenhang mit einer massiven Vertriebswelle, sobald die neuen Produkte marktreif sind.
Das Ziel der Reform ist es, die private Altersvorsorge durch flexiblere Depotstrukturen effizienter zu gestalten und die Kapitalmarktorientierung der privaten Vorsorge zu stÀrken.
Diskussion ĂŒber VergĂŒtungsmodelle und BeratungsqualitĂ€t
Mit der EinfĂŒhrung des Altersvorsorgedepots rĂŒckt auch die Struktur der Finanzberatung und deren VergĂŒtung in den Fokus der Debatte. Branchenkenner diskutieren intensiv darĂŒber, wie die Vermittlung dieser neuen Produkte vergĂŒtet werden soll.
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GeschĂ€ftsfĂŒhrer aus dem Bereich der Finanzdienstleistungen plĂ€dieren in diesem Kontext fĂŒr eine klare Trennung zwischen Beratung, Vermittlung und laufendem Service. Als alternative Modelle werden verstĂ€rkt Nettotarife und spezifische ServicevergĂŒtungen angefĂŒhrt.
Ziel dieser Ăberlegungen ist es, die Transparenz fĂŒr den Sparer zu erhöhen und die QualitĂ€t der Beratung sicherzustellen, wĂ€hrend das neue Altersvorsorgedepot als zentraler Baustein der privaten Vorsorge etabliert wird.
Die kommenden Monate bis zum geplanten Start Anfang 2027 werden voraussichtlich durch die Konzipierung konkreter Produktangebote und die KlĂ€rung regulatorischer Detailfragen geprĂ€gt sein, um den reibungslosen Ăbergang fĂŒr die ĂŒber 15 Millionen Riester-Kunden zu gewĂ€hrleisten.
