Right, Repair

Right to Repair: EU-Richtlinie zwingt Hersteller bis 31. Juli

14.06.2026 - 03:30:59 | boerse-global.de

Der LebensmittelhĂ€ndler bietet ab sofort Bargeld oder Gutscheine fĂŒr gebrauchte Elektronik. Die EU verschĂ€rft parallel die Reparaturpflicht fĂŒr Hersteller.

Edeka startet Ankauf alter Smartphones und Tablets
Right - Eine Hand hĂ€lt ein altes Smartphone ĂŒber einem Einkaufskorb mit Lebensmitteln, um den Verkauf alter Elektronik bei Edeka zu symbolisieren. 14.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Der LebensmittelhĂ€ndler Edeka kooperiert dafĂŒr mit dem Dienstleister Soldmine. Das Angebot startete am 13. Juni 2026.

So funktioniert der Verkauf

Verbraucher bewerten ihre gebrauchte Hardware zunĂ€chst online. Das System prĂŒft Smartphones, Tablets, Smartwatches, Kopfhörer, Mac-Computer und Spielekonsolen. Nach der ersten EinschĂ€tzung schicken Kunden die GerĂ€te per DHL ein – die Sendung ist versichert.

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Soldmine prĂŒft die Ware technisch. Bei Erfolg erfolgt die Auszahlung innerhalb von 48 Stunden. Zur Wahl stehen: GeldĂŒberweisung, Guthaben fĂŒr Edeka smart oder ein Filial-Gutschein. Maximal 500 Euro pro GerĂ€t.

EU verschÀrft Reparatur-Regeln

Die Initiative kommt nicht zufĂ€llig. Die EuropĂ€ische Union treibt das „Right to Repair“ voran. Die Richtlinie 2024/1799 verpflichtet Mitgliedstaaten bis zum 31. Juli 2026 zu nationalen Gesetzen. Hersteller mĂŒssen dann bestimmte Produkte wie Waschmaschinen, Smartphones und E-Bikes auch nach der Garantie zu fairen Preisen reparieren.

Nach einer Reparatur verlĂ€ngert sich die GewĂ€hrleistung auf drei Jahre. Ersatzteile fĂŒr Smartphones mĂŒssen sieben Jahre nach Produktionsende verfĂŒgbar sein, bei Waschmaschinen zehn Jahre.

Österreich streicht Reparatur-PrĂ€mie

WĂ€hrend die EU Verbraucherrechte stĂ€rkt, gehen einzelne LĂ€nder eigene Wege. Österreich beendete am 10. Juni 2026 die „GerĂ€te-Retter-PrĂ€mie“. Branchenvertreter wie ESECO kritisieren den Schritt scharf. Bereits 2025 habe das Aussetzen Ă€hnlicher Anreize zu NachfragerĂŒckgĂ€ngen und Betriebsschließungen gefĂŒhrt. Gefordert wird nun eine Mehrwertsteuersenkung auf Reparaturen auf zehn Prozent.

Deutschland verabschiedete derweil am 11. Juni 2026 das Verpackungsrecht-DurchfĂŒhrungsgesetz (VerpackDG). Es setzt ambitionierte Recyclingquoten: 75 Prozent fĂŒr KunststoffabfĂ€lle bis 2028, 80 Prozent bis 2030.

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Autonome Wertstoffhöfe und High-Tech-Recycling

Neben dem RĂŒckkauf von Elektronik setzt die Branche auf Automatisierung. In Egelsbach (Hessen) eröffnete am 12. Juni 2026 der erste autonome Wertstoffhof. BĂŒrger buchen per App Zeitslots und gelangen eigenstĂ€ndig auf das GelĂ€nde, um Metallschrott oder Altpapier abzugeben.

Im Bremer Hafen ging das Rohstoffwerk Weser in Betrieb. 40 Millionen Euro investierte das Joint Venture. JÀhrlich sollen bis zu 350.000 Tonnen Abfall zu SekundÀrrohstoffen und Ersatzbrennstoffen verarbeitet werden. Der Hintergrund: Rund 40 Prozent aller EU-AbfÀlle bleiben bislang ungenutzt.

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