RingCentral-Hack, Millionen

RingCentral-Hack: 1,6 Millionen Datensätze von ShinyHunters geleakt

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 15:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Cyberangriff auf RingCentral: Hacker erbeuten 1,6 Millionen Kundendatensätze. Weitere Großkonzerne melden Sicherheitsverletzungen in Cloud-Umgebungen.

RingCentral-Datenpanne: 1,6 Millionen Kundendatensätze durch Hackerangriff geleakt
Ein technischer Serverraum mit leuchtenden LED-Statusanzeigen und einem unscharfen IT-Sicherheitsexperten im Vordergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Cloud-Kommunikationsspezialist RingCentral ist Ziel eines gezielten Cyberangriffs geworden, bei dem sensible Kundendaten in großem Umfang entwendet wurden.

Die Hacker-Gruppierung ShinyHunters veröffentlichte am 17. August insgesamt 1,6 Millionen Datensätze, die aus den Systemen des Unternehmens stammen. Dieser Vorfall markiert den jüngsten Höhepunkt einer Reihe von Sicherheitsverletzungen, die derzeit globale Cloud-Infrastrukturen und Enterprise-Plattformen unter Druck setzen.

Details zum Einbruch bei RingCentral

Nach vorliegenden Informationen geht der Datendiebstahl auf einen Vorfall im Juli zurück. Den Angreifern gelang es demnach, durch Social-Engineering-Taktiken Zugriff auf interne Bereiche zu erlangen. Die kompromittierten Informationen umfassen Namen, E-Mails, Telefonnummern sowie Adressen von Kunden.

Der Sicherheitsdienst „Have I Been Pwned“ bestätigte die Authentizität des Vorfalls am 17. August, nachdem die Daten durch ShinyHunters öffentlich gemacht worden waren. RingCentral reiht sich damit in eine Liste namhafter Unternehmen ein, die trotz moderner Abwehrsysteme Opfer menschlicher Manipulation in der Sicherheitskette wurden.

Mutmaßliche Datendiebstähle bei Großkonzernen via Azure

Parallel zum Vorfall bei RingCentral sorgt eine weitere Behauptung für Unruhe in der Branche. Ein Akteur unter dem Pseudonym „TheHatman“ gab am 18. August an, Zugriff auf Mitarbeiterverzeichnisse aus Azure- und Entra-Umgebungen zahlreicher internationaler Konzerne erlangt zu haben.

Betroffen seien demnach Unternehmen wie McDonald's, Vodafone, Kyndryl, HCL, IHG, Hexaware und Wyndham. Die Angaben über den Umfang variieren zwischen 3,6 Millionen und 3,64 Millionen Datensätzen, die auch privilegierte Konten beinhalten sollen.

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Während Sicherheitsanalysten von Hudson Rock die Daten für legitim halten, reagierten betroffene Unternehmen unterschiedlich. Die Firmen TCS und Gap bestritten den Vorfall gegenüber Medienvertretern oder wiesen darauf hin, dass es sich um veraltete Daten handeln könnte. Die Situation verdeutlicht jedoch die anhaltende Verwundbarkeit von Cloud-Tenants gegenüber systematischen Extraktionsversuchen.

Schwere Datenpannen im Finanz- und Gesundheitssektor

Nicht nur Kommunikationsdienstleister, sondern auch spezialisierte Finanz- und Gesundheitsplattformen meldeten in den vergangenen Tagen weitreichende Sicherheitsverstöße.

Das Unternehmen Heights Finance gab am 18. August bekannt, dass eine Datenpanne rund 1,2 Millionen Personen betrifft. Ursache war die Kompromittierung einer Cloud-Plattform eines Drittanbieters im Mai. In diesem Fall wurden neben persönlichen Daten auch Sozialversicherungsnummern und Bankdaten entwendet.

Ein noch größerer Vorfall wurde bei CareCloud verzeichnet. Nach Angaben des US-Gesundheitsministeriums (HHS) vom 19. August sind dort 3.756.469 Personen von einem Datenabfluss betroffen. Angreifer drangen bereits im Zeitraum vom 10. bis 16. März in die AWS-Umgebung des Unternehmens ein. Dabei wurden sowohl Sozialversicherungsnummern als auch medizinische Daten kompromittiert.

Infrastruktur-Resilienz und gezielte Angriffe

Die aktuelle Bedrohungslage zeigt sich zudem in Angriffen auf die Verfügbarkeit digitaler Dienste. Die Plattform Bluesky bestätigte am 18. August einen ganztägigen Ausfall, der durch einen massiven DDoS-Angriff verursacht wurde. Iran-nahe Akteure bekannten sich zu der Aktion, woraufhin die Plattform ihre Abwehrmaßnahmen verstärkte.

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Auch Bildungseinrichtungen sind betroffen: Die University of Texas at San Antonio (UTSA) sah sich gezwungen, den Start des Herbstsemesters auf den 24. August zu verschieben, nachdem ein Cyber-Vorfall erkannt worden war. Zwar gebe es bisher keine Hinweise auf einen Datenabfluss, doch wurden Zahlungsfristen vorsorglich verlängert.

Abgerundet wird das Bild der aktuellen Sicherheitslage durch Berichte über Schwachstellen in produktivitätssteigernden Systemen. Microsoft entschärfte im Februar eine zuvor undokumentierte Schwachstelle im KI-Assistenten Copilot. Diese war von Sicherheitsexperten der Firma Varonis entdeckt worden und hätte eine One-Click-Datenexfiltration ermöglicht.

Zudem beobachteten IT-Sicherheitsforscher, dass unbekannte Angreifer bereits seit dem vergangenen Jahr systematisch Portale von Salesforce und ServiceNow mittels Scraping-Methoden nach Informationen durchsuchen.

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