RoboForest, Waake

RoboForest in Waake: HAWK testet Scorpion-Roboter fĂŒr die Waldpflege

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 22:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das RoboForest-Team entwickelt einen Forstroboter, der JungbÀume erkennt und störenden Bewuchs mechanisch entfernt.
Junger Wald mit Setzlingen und Unterholz im Sonnenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Hochschule fĂŒr angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) Göttingen erprobt im Rahmen des Forschungsprojekts „RoboForest“ neue Wege in der automatisierten Waldwirtschaft. In Waake bei Göttingen wird dafĂŒr der Spezialroboter „Scorpion“ im praktischen Einsatz fĂŒr die Jungbestandspflege getestet.

Die 600 Kilogramm schwere, mit einem Kettenfahrwerk ausgestattete Maschine soll junge BĂ€ume bei der Entwicklung unterstĂŒtzen, indem sie störenden Aufwuchs mechanisch entfernt.

Sensorfusion zur Erkennung von Setzlingen

Bei der Navigation und Zielerfassung greift das System auf eine Kombination fortschrittlicher Technologien zurĂŒck. Über eine Sensorfusion aus LiDAR, Kameras und kĂŒnstlicher Intelligenz erfasst das TrĂ€gerfahrzeug das GelĂ€nde. Die Technologie ermöglicht es dem Roboter, die gesetzten JungbĂ€ume im dichten Unterholz zuverlĂ€ssig zu erkennen und deren Zustand individuell zu analysieren.

Um das Überleben und den Wuchs der Setzlinge zu sichern, muss der konkurrierende Bewuchs im unmittelbaren Umkreis regelmĂ€ĂŸig zurĂŒckgeschnitten werden.

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Diese Aufgabe ĂŒbernimmt der Roboter mechanisch: Mit einer rotierenden Klinge, die Drehzahlen von bis zu 2.000 Umdrehungen pro Minute erreicht, schneidet das System die heranwachsenden Pflanzen prĂ€zise frei. Nach Angaben der HAWK Göttingen ist dieser methodische Ansatz deutschlandweit bislang einmalig.

DreijÀhrige Forschungsarbeit mit Förderung

Hinter der Entwicklung steht ein Team aus rund zehn Wissenschaftlern und Studierenden der Hochschule. Das Vorhaben „RoboForest“ ist auf eine Laufzeit von drei Jahren angelegt und wird mit Mitteln in Höhe von 480.000 Euro gefördert. Die Forschenden arbeiten darauf hin, den Roboter innerhalb dieses Zeitrahmens zur Prototypenreife zu fĂŒhren. Dieses Etappenziel soll planmĂ€ĂŸig bis Ende 2026 erreicht werden, wie das Portal ndr.de berichtete.

Hoher Druck zur Wiederaufforstung im Harz

Der Einsatz automatisierter ForstablĂ€ufe gewinnt vor dem Hintergrund massiver WaldschĂ€den in der Region an Bedeutung. Allein im Harz mĂŒssen nach schweren SturmschĂ€den, langanhaltender DĂŒrre und anschließendem BorkenkĂ€ferbefall rund 38.000 Hektar WaldflĂ€che neu bepflanzt werden.

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Die anschließende Jungbestandspflege auf solch großflĂ€chigen Arealen bindet enorme manuelle KapazitĂ€ten. Das Freischneiden von Hand erfordert nicht nur hohen körperlichen Einsatz unter schwierigen GelĂ€ndebedingungen, sondern erweist sich angesichts der GrĂ¶ĂŸe der SchadflĂ€chen als personalintensiv.

Spezialisierte Technologien wie der Scorpion-Roboter sollen dabei helfen, forstwirtschaftliche AblÀufe zu entlasten und die Regeneration der geschÀdigten BaumbestÀnde technisch zu flankieren.

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