Robotaxis in Madrid: Bolt plant den Start mit Lucid für 2027
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 17:02 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer europäische Mobilitätsdienstleister Bolt hat sich für den Alpamayo Stack von Nvidia als Softwarelösung für autonomes Fahren entschieden. Wie aus Branchenberichten hervorgeht, soll das europäische Robotaxi-Programm im Jahr 2027 in Madrid mit Fahrzeugen des Herstellers Lucid starten. Im Rahmen der Initiative plant Bolt den Rollout von mindestens 25.000 Fahrzeugen mit Autonomiestufe Level 4, die auf der Nvidia-Hyperion-Plattform basieren.
Flottenausbau und Expansionspläne in Europa
Der Start in der spanischen Hauptstadt dient im Jahr 2027 zunächst der Datensammlung sowie der Entwicklung und Validierung des Systems, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen. Für das Auftaktjahr rechnet Bolt mit zig Fahrzeugen auf den Straßen.
Als Begründung für die Wahl Madrids führt das Unternehmen an, dass die dortige Regionalregierung einen Rahmen für einen begrenzten kommerziellen Betrieb vor der Vollzulassung geschaffen hat. Aus Sicherheitsgründen bezüglich der Cybersicherheit soll die Autonomiesoftware vollständig offline direkt im Fahrzeug ausgeführt werden.
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Nach dem Auftakt in Madrid fasst Bolt Deutschland und Frankreich als künftige Schlüsselmärkte ins Auge. Jevgeni Kabanov von Bolt erklärte, das Ziel des Unternehmens bestehe im Aufbau eines skalierten autonomen Ride-Hailing-Angebots in ganz Europa.
Langfristig peilt der Konzern bis zum Jahr 2035 eine Flotte von 100.000 autonomen Fahrzeugen auf der eigenen Plattform in Europa und der UNECE-Region an.
Bolt ist derzeit in über 50 Ländern und 850 Städten aktiv, zählt mehr als 200 Millionen Kunden sowie über 4,5 Millionen Fahrer und Kuriere. Neben der neuen Kooperation unterhält das Unternehmen Partnerschaften mit Pony.ai und Stellantis und betreibt bereits autonome Fahrzeuge in Luxemburg.
Nvidias Technologieplattform und Automobilpartner
Nvidia präsentierte auf der Konferenz GTC Berlin neben dem Engagement mit Bolt und Lucid weitere Anwendungen auf Basis der Hyperion-Architektur, darunter Lösungen mit Mercedes-Benz, Volkswagen Commercial Vehicles und Einride für künftige Level-3- und Level-4-Flotten. Zudem übernimmt Volvo Cars Hyperion und den Alpamayo Stack.
Im Rahmen der Veranstaltung stellte Nvidia ergänzende Technologien vor. Dazu zählen das Sicherheits-Framework Halos SAFE zur Kombination von Simulationen und physischen Tests, das gemeinsam mit Partnern wie dSPACE, IVEX und dem TÜV Rheinland entwickelt wurde, sowie das Modell Alpamayo 2 Edge mit zwei Milliarden Parametern.
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Für Anfang 2027 stellte der Technologiekonzern die Alpamayo Agentic Factory in Aussicht. Ergänzend soll ein von Porsche und Volkswagen genutztes Datenflywheel physische Testfahrten um bis zu 90 Prozent und Entwicklungszyklen um bis zu 85 Prozent verkürzen.
Madrid als Testfeld im europäischen Wettbewerb
Die Comunidad de Madrid hat eine Testphase für bis zu 100 autonome Fahrzeuge genehmigt, was die spanische Metropole zu einem Brennpunkt des europäischen Robotaxi-Markts macht. Neben Bolt bereiten auch andere Mobilitätsanbieter entsprechende Dienste vor, da auf europäischer Ebene bislang keine einheitliche Regulierung für den kommerziellen Betrieb autonomer Fahrzeuge der Stufen Level 4 und Level 5 existiert.
So testet Uber in Kooperation mit WeRide bereits 20 Geely-Fahrzeuge mit Sicherheitsoperatoren in ausgewählten Madrider Stadtteilen. WeRide hatte im September 2026 von der spanischen Generaldirektion Verkehr die erste Betriebslizenz des Landes für autonome Personenfahrzeuge auf Level-4-Niveau erhalten.
Parallel dazu kündigte Waymo Madrid nach London und München als dritten europäischen Markt an, mit ersten angepeilten Fahrgastfahrten im Jahr 2027. Auch die Plattform Cabify beabsichtigt, künftig autonome Fahrzeuge einzubinden, hat die Wahl der Technologiepartner bislang jedoch noch offengelassen.
