Robotaxis, Washington

Robotaxis in Washington: Stadtrat ringt um Gesetz mit 5-Millionen-Hürde

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 04:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Washingtoner Stadtrat plant strenge Regeln für autonome Taxis. Gewerkschaften und Uber kritisieren den Entwurf scharf.

Robotaxi-Gesetz in Washington: Harte Auflagen für Waymo & Co.
Ein futuristisches Robotaxi fährt durch Washington D.C., das Kapitol im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Am Montagabend fand eine öffentliche Anhörung zum „Autonomous Vehicle Deployment Authorization Act of 2026“ statt. Das Gesetz soll den kommerziellen Betrieb fahrerloser Taxis in der US-Hauptstadt ermöglichen. Doch während Tech-Konzerne wie Waymo auf die Sicherheit ihrer Systeme verweisen, warnen Gewerkschaften vor einem massiven Jobsterben.

Strengere Regeln für Robotaxis geplant

Der von Stadtrat Charles Allen eingebrachte Gesetzesentwurf würde die bestehenden Regelungen aus dem Jahr 2012 grundlegend reformieren. Die Hürden für Unternehmen sind hoch: Eine 180-tägige Wartezeit, eine Haftpflichtversicherung in Höhe von fünf Millionen Euro sowie eine verpflichtende Teststrecke von über 400.000 Kilometern sind vorgeschrieben.

Die finanziellen Auflagen sind ebenfalls beträchtlich. Eine Antragsgebühr von knapp einer Million Euro und eine Betriebserlaubnis für weitere fünf Millionen Euro kommen auf die Anbieter zu. Hinzu kommt eine Abgabe von 15 Cent pro gefahrenem Kilometer. Die Hälfte dieser Einnahmen soll in den öffentlichen Nahverkehr fließen, der Rest in Umschulungsprogramme.

Bis Januar 2028 ist die Zahl der kommerziellen Roboter-Taxis auf 200 Fahrzeuge gedeckelt. Befürworter hoffen auf eine Verabschiedung noch vor dem Ende der Amtszeit von Bürgermeisterin Muriel Bowser im Januar 2027.

Uber fordert „Hybrid-Modell“ – und attackiert Waymo

Der Machtkampf zwischen den Tech-Giganten spitzt sich zu. Uber hat sich als einer der schärfsten Gegner des Entwurfs positioniert. Das Unternehmen warnt davor, dass reine Robotaxi-Dienste wie der von Waymo ein Monopol errichten und Zehntausende Fahrer arbeitslos machen könnten.

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Ein einzelnes autonomes Fahrzeug könne rund vier menschliche Fahrer ersetzen, argumentiert Uber. Deshalb fordert der Konzern eine Regelung, die Robotaxis zwingt, auf Plattformen zu operieren, die auch menschliche Fahrer anbieten. Ähnliche Bestrebungen gibt es bereits in New Jersey, wo eine Quote von 85 Prozent menschlich gefahrenen Fahrten für drei Jahre gefordert wird.

Die Entwicklung markiert einen Bruch: Erst im Juni 2026 hatten Uber und Waymo ihre Zusammenarbeit in Phoenix beendet.

Waymo verweist auf Sicherheitsbilanz

Waymo verteidigt das Gesetz mit Nachdruck. Das Unternehmen gibt an, dass seine autonomen Systeme bereits 700 Unfälle mit Verletzten verhindert hätten – durchschnittlich 13 vermiedene Zwischenfälle pro Woche. Auch Blindenverbände unterstützen den Vorstoß und verweisen auf die potenziell größere Mobilität und Unabhängigkeit für Menschen mit Sehbehinderungen.

Gewerkschaften laufen Sturm

Die Arbeitnehmervertreter schlagen Alarm. Ein breites Bündnis aus Gewerkschaften – darunter die Teamsters, SEIU 32BJ und die IAM Union – sprach sich am Montag geschlossen gegen den Gesetzesentwurf aus. Sie vertreten rund 600.000 Beschäftigte im Fahrdienst- und Transportsektor.

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Die Gewerkschaften warnen vor massiven Arbeitsplatzverlusten und verweisen auf Daten aus San Francisco. Dort habe Waymo innerhalb von 20 Monaten rund 30 Prozent des Fahrdienstmarktes erobert – mit drastischen Folgen für die Einkommen traditioneller Fahrer.

Die Organisationen fordern den Stadtrat auf, das Gesetz abzulehnen. Ähnliche Vorhaben waren bereits in New York, Virginia und Maryland gescheitert. Ob Washington, D.C. den Durchbruch schafft, ist mehr als fraglich.

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