Robotaxis, USA

Robotaxis: USA schaffen Brems-Pedal-Pflicht ab – Meilenstein für Tesla

25.06.2026 - 20:18:38 | boerse-global.de

Die NHTSA plant die Abschaffung der manuellen Bremspedal-Pflicht für fahrerlose Autos. Tesla, Zoox und Waymo profitieren von der neuen Regulierung.

US-Regierung will Brems-Pflicht für autonome Fahrzeuge streichen
Robotaxis - Schlankes, futuristisches Innenraum eines autonomen Fahrzeugs ohne Lenkrad oder Pedale, mit digitalem Interface und Stadtlichtern draußen. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das US-Verkehrsministerium will die Brems-Pflicht für fahrerlose Fahrzeuge abschaffen. Ein Meilenstein für die Robotaxi-Branche.

Die Behörde NHTSA schlug am Mittwoch vor, die Vorschrift für manuelle Bremspedale in rein autonomen Fahrzeugen zu streichen. Verkehrsminister Sean Duffy treibt damit einen umfassenden Regulierungsrahmen für selbstfahrende Autos voran. Die alten Sicherheitsstandards stammen aus einer Zeit, als noch ausschließlich Menschen am Steuer saßen.

Neue Regeln für eine neue Technologie

Der Vorstoß zielt auf Fahrzeuge ab, die komplett ohne menschlichen Fahrer auskommen – etwa speziell gebaute Robotaxis. NHTSA-Direktor Jonathan Morrison spricht von einem notwendigen Schritt, um veraltete Hürden abzubauen. Statt starren Vorschriften sollen künftig leistungsbasierte Kriterien gelten.

Trotz der geplanten Streichung der Pedal-Pflicht betont die Behörde: Die strengen Bremsleistungsstandards bleiben erhalten. Die Sicherheit der Fahrgäste habe oberste Priorität. Die Arbeiten an den neuen Regeln laufen bereits seit 2020. Nun beginnt eine 30-tägige öffentliche Konsultationsphase, in der Branche und Bürger Stellung nehmen können.

Wer profitiert vom neuen Kurs?

Die geplante Regulierung kommt mehreren Schwergewichten der autonomen Branche zugute. Tesla, Zoox und Waymo zählen zu den großen Gewinnern. Bereits Anfang 2026 erhielt der Tesla Cybercab die Umweltzulassung der EPA. Der zweisitzige Flitzer kommt ganz ohne Lenkrad und Pedale aus und soll im texanischen Giga-Werk vom Band laufen. Die Zielkosten liegen zwischen 0,20 und 0,40 Dollar pro Meile – umgerechnet etwa 0,18 bis 0,36 Euro pro Kilometer.

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Andere Hersteller hatten in den vergangenen Jahren einen schwierigeren Weg. Zoox erhielt 2025 eine Sondergenehmigung für seine Fahrzeuge. General Motors hingegen stellte 2024 einige autonome Projekte ein – die Regulierungsunsicherheit war ein wesentlicher Grund. Das neue Regelwerk soll genau diese Klarheit schaffen, die für einen großflächigen kommerziellen Einsatz nötig ist. Schon heute testen Unternehmen wie Tesla Robotaxi-Dienste in Austin, Texas – unterstützt von Teleoperateuren, die die Flotte aus der Ferne managen.

Internationale Dimension und US-Gesetzgebung

Die US-Initiative folgt auf bedeutende internationale Fortschritte. Erst am Dienstag verabschiedete das UNECE-Weltforum die ersten globalen Regeln für vollautonome Fahrsysteme. Die USA, China, Japan und EU-Staaten trugen die neuen Standards mit. Sie legen einheitliche Sicherheitsanforderungen und Datenspeichermethoden fest – eine Grundvoraussetzung für den internationalen Einsatz solcher Fahrzeuge.

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Auch im US-Kongress tut sich etwas. Am 22. Mai 2026 passierte der BUILD America 250 Act den Verkehrsausschuss des Repräsentantenhauses. Das Gesetz verpflichtet das Verkehrsministerium, innerhalb von zwei Jahren leistungsbasierte Sicherheitsstandards für autonome Nutzfahrzeuge zu entwickeln. Die Hersteller müssen nachweisen, dass ihre Systeme mindestens so sicher sind wie menschliche Fahrer. Eine Einschränkung gibt es jedoch: Für besonders riskante Szenarien – etwa den Transport von Gefahrgut oder den Schulbusbetrieb – bleibt der menschliche Fahrer vorerst Pflicht.

Um die Innovation zusätzlich zu beschleunigen, hat die Regierung das Part-555-Ausnahmeverfahren gestrafft. Künftig dürfen Hersteller bis zu 2.500 autonome Fahrzeuge pro Jahr in Webrieb nehmen. Die Genehmigungszeit soll sich von Jahren auf wenige Monate verkürzen.

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