Roboter-Importe, FCC

Roboter-Importe: FCC sperrt chinesische Modelle ab Ende Juli

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 16:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die FCC untersagt neue chinesische Roboter in den USA, verlangt höhere Fertigungsanteile im Inland und genehmigt erste Ausnahmen unter Auflagen.

USA beschränken chinesische Roboter und verschärfen Zulassungsregeln
Eine moderne, automatisierte Produktionshalle mit leeren Montagestationen und industrieller Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt.

Die US-Regierung unter der Trump-Administration hat weitreichende Beschränkungen für die Einfuhr und den Verkauf fortschrittlicher Robotertechnologien aus China erlassen. Ende Juli 2026 fügte die Kommunikationsbehörde FCC (Federal Communications Commission) humanoide sowie vierbeinige Robotergeräte aus dem Ausland der sogenannten „Covered List“ hinzu. Damit ist der Import neuer Modelle dieser Kategorien in die Vereinigten Staaten untersagt.

Nationale Sicherheit und Lieferkettenschutz im Fokus

Die Maßnahme betrifft neben den Robotereinheiten selbst auch Stromrichter, die ebenfalls in die Liste der als sicherheitskritisch eingestuften Geräte aufgenommen wurden.

Der FCC-Vorsitzende Brendan Carr begründete diesen Schritt mit der Notwendigkeit, nationale Lieferketten abzusichern. Es bestünden erhebliche Risiken durch Möglichkeiten der Fernsteuerung sowie potenziellen Datendiebstahl. Die Behörde stuft die betroffenen Geräte als unannehmbare Risiken für die nationale Sicherheit der USA ein.

Das Verbot gilt explizit für neue Modelle. Roboter, die bereits vor dem 28. Juli 2026 eine Zulassung erhalten haben, bleiben vorerst erlaubt. Allerdings schränkt die FCC die Zukunftsfähigkeit dieser Bestandsgeräte ein: Ausländische fortschrittliche Roboter mit einer entsprechenden Zulassung dürfen bis zum 1. Januar 2029 lediglich qualifizierende Software- und Firmware-Updates erhalten.

Ein Schutz für KI-gestützte Aktualisierungen, die über die Cloud, Drittanbieter oder kontinuierliche Lernprozesse erfolgen, ist darin nicht vorgesehen.

Strenge Vorgaben für US-Fertigungsanteile

Um eine dauerhafte Zulassung auf dem US-Markt zu erhalten, knüpft die FCC die Genehmigungen an strenge Bedingungen zur Wertschöpfung innerhalb der USA. Roboter müssen demnach in den Vereinigten Staaten gefertigt werden, wobei der US-Anteil an der Produktion aktuell bei mehr als 65 Prozent liegen muss.

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Ab dem Jahr 2029 soll diese Quote auf 75 Prozent steigen. Unternehmen haben bis zum 1. Januar 2028 Zeit, um bedingte Genehmigungen unter Einhaltung dieser Onshoring-Verpflichtungen zu beantragen.

Zusätzlich verschärfte die FCC im Juli 2026 die Regeln für Geräte, die Logik-Chips von Unternehmen enthalten, die bereits auf der „Covered List“ stehen. Neue Gerätezulassungen sind für betroffene Produkte ausgeschlossen. Bei Anträgen auf bedingte Genehmigungen verlangt die Behörde zudem eine umfassende Offenlegung der Eigentumsverhältnisse ab einer Beteiligung von 5 Prozent.

Marktauswirkungen und erste Ausnahmeregelungen

Die wirtschaftlichen Folgen für chinesische Hersteller sind beachtlich. So lag der US-Anteil am Umsatz von Unitree Robotics im Jahr 2025 bei etwa 13 Prozent. Die chinesische Botschaft reagierte auf die US-Maßnahmen mit der Ankündigung, dass Peking notwendige Schritte unternehmen werde.

Während das US-Finanzministerium zeitgleich vor Sanktionen gegen chinesische KI-Unternehmen wegen des Diebstahls geistigen Eigentums warnt, positionieren sich US-Konkurrenten wie Tesla und Boston Dynamics für einen verstärkten Markteintritt.

Trotz des generellen Verbots wurden bereits erste Ausnahmen erteilt. Anfang September 2026 erhielt das schwedische Unternehmen Husqvarna eine bedingte Genehmigung für vier Roboterplattformen, darunter Mähroboter.

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Zudem befreite die FCC drei Plattformen des Herstellers ANSCER Robotics (Modelle AR250, AR650 und AR1250) von der Liste, nachdem das US-Kriegsministerium eine bedingte Genehmigung erteilt hatte. Diese Ausnahmen sind jedoch strikt an die Verpflichtung zur Verlagerung der Produktion in die USA gebunden.

Globaler Kontext der Robotik-Industrie

Die US-Strategie zielt darauf ab, chinesische Plattformen von der heimischen Roboter-Infrastruktur fernzuhalten und stattdessen einen technologischen Standard mit Verbündeten aufzubauen. Die Dringlichkeit dieser Entwicklung verdeutlichen aktuelle Marktdaten: China produzierte im Jahr 2024 fast 300.000 Industrieroboter, was etwa 54 Prozent der weltweiten Installationen entsprach.

Im Gegensatz dazu wurden in den USA im selben Zeitraum rund 34.000 Einheiten installiert. Gleichzeitig fließen in den USA massive Mittel in den Sektor; laut Daten der Stanford University beliefen sich die privaten KI-Investitionen im Jahr 2025 auf etwa 285,9 Milliarden US-Dollar.

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