Roboter-Streik, Arbeiter

Roboter-Streik: 35.000 Arbeiter legen Hyundai-Produktion lahm

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 14:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hyundai übernimmt Boston Dynamics vollständig, während 35.000 Arbeiter aus Angst vor Jobverlust durch Roboter streiken.

Hyundai schlieĂźt Boston-Dynamics-Ăśbernahme ab: Roboter-Streik eskaliert
Humanoide Roboter (Atlas) in einer Fabrikhalle mit streikenden Arbeitern, die Protestplakate hochhalten – zeigt Arbeitskonflikte im Zeitalter der Automatisierung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Doch der Milliardendeal fällt in eine explosive Zeit: Tausende Arbeiter legen die Produktion lahm – aus Angst vor humanoiden Robotern.

KomplettĂĽbernahme fĂĽr 3,3 Milliarden Dollar

Am 20. Juli schloss Hyundai den Kauf der restlichen Anteile von Boston Dynamics ab. Die SoftBank-Gruppe hatte ihre Verkaufsoption gezogen, Hyundai zahlte umgerechnet rund 300 Millionen Euro fĂĽr die verbliebenen zehn Prozent. Der Gesamtwert des Robotik-Unternehmens liegt damit bei etwa drei Milliarden Euro.

Hyundai-Chef Euisun Chung investierte zudem rund 74 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen, um seinen persönlichen Anteil von 22,6 auf 25 Prozent aufzustocken. Die Konzernholding HMG Global hält nun 62,5 Prozent. Branchenexperten rechnen fest mit einem baldigen Börsengang – vermutlich an der Nasdaq.

35.000 Arbeiter im Ausstand – der erste Roboter-Streik der Geschichte

Die Übernahme fällt mit einer dramatischen Eskalation der Arbeitskämpfe zusammen. Rund 35.000 Gewerkschaftsmitglieder im Hyundai-Stammwerk Ulsan legten die Arbeit für vier Stunden pro Schicht nieder – eine Verdopplung der Ausstände von Mitte Juli. Arbeitsmarktexperten sprechen vom ersten Streik der Automobilgeschichte, der direkt durch den geplanten Einsatz von Humanoid-Robotern ausgelöst wurde.

Der Konflikt dreht sich um den Atlas-Roboter. Die Gewerkschaft fordert schriftliche Garantien, dass die Roboter nicht ohne Zustimmung der Belegschaft eingesetzt werden und keine Arbeitsplätze ersetzen. Die Sorge ist massiv: Schätzungen zufolge könnte die Mitgliederzahl der Gewerkschaft bis 2032 um 40 Prozent schrumpfen – durch natürliche Fluktuation und fehlende Neueinstellungen.

Forderungen und Gegenangebote

Die Gewerkschaft verlangt:

  • 149.600 Won (rund 100 Euro) mehr Monatsgehalt
  • Erfolgsbeteiligung in Höhe von 30 Prozent des Nettogewinns von 2025
  • Rentenalter von 60 auf 65 Jahre anheben
  • 4,5-Tage-Woche einfĂĽhren

Das Management bietet:

  • 89.000 Won mehr Grundgehalt
  • 350 Prozent Erfolgsbonus plus 10 Millionen Won in bar
  • 15 Firmenaktien pro Mitarbeiter
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Die Verhandlungen stocken seit dem 8. Juli. Eine Einigung muss bis zum 24. Juli fallen – danach beginnt die Betriebsferienzeit.

Milliardenschäden durch Produktionsausfälle

Die Streiks treffen Hyundai hart. Bei Fortsetzung der Ausstände droht ein Produktionsausfall von 15.000 Fahrzeugen – das entspricht einem Umsatzverlust von umgerechnet rund 400 Millionen Euro. Allein die zweistündigen Streiks Anfang Juli kosteten bereits 5.000 Fahrzeuge.

Hyundais Roboter-Plan: 25.000 Atlas-Einheiten

Trotz des Widerstands treibt Hyundai seine Automatisierung voran. Der fünfte Atlas ist ein 1,90 Meter großer Humanoid mit 56 Freiheitsgraden, der 50 Kilogramm heben kann und durch Bestärkungslernen komplexe Aufgaben bewältigt.

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Ab 2028 sollen die ersten Roboter im gewerkschaftsfreien Metaplant in Georgia (USA) eingesetzt werden – zunächst für Teilelogistik, Schweißarbeiten und Materialtransport. Bis 2030 plant Hyundai den Einsatz in der vollständigen Montage. Die Produktion der Roboter selbst soll auf 30.000 Einheiten pro Jahr hochgefahren werden.

Ein erster Hingucker gelang bereits: Der Atlas-Roboter trat bei der Halbzeitshow der FIFA-Weltmeisterschaft am 5. Juli auf – und begeisterte Millionen Zuschauer weltweit.

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