Roboter überholen Menschen: Figure AI hat 740 Maschinen, 660 Mitarbeiter
26.06.2026 - 21:19:24 | boerse-global.de
Am Standort Spartanburg in South Carolina übernehmen nun die neuesten humanoiden Roboter des US-Startups Figure AI Logistikaufgaben. Es ist ein weiterer Schritt in Richtung vollautomatisierter Produktion.
Figure 03: Die nächste Generation der Werksroboter
Die Figure 03-Roboter arbeiten in Halle 52 des Werks und sortieren unterschiedliche Komponenten in spezielle Sequenzierungswagen. Die Maschinen sind Teil von BMWs iFACTORY-Strategie, die virtuelle 3D-Simulationen mit dem KI-gestützten Qualitätsprüfsystem AIQX verbindet.
Die technischen Neuerungen der dritten Generation sind beachtlich: Tastsensoren in den Händen, in die Handflächen integrierte Kameras und die Fähigkeit zur Sprachkommunikation. Zudem verfügen die Roboter über kabelloses Laden und weiche Sicherheitskomponenten für den Einsatz in der Produktionsumgebung.
Zehn Monate Pilotprojekt als Erfolgsnachweis
Der Einsatz der Figure 03 baut auf einem erfolgreichen Pilotprojekt mit dem Vorgängermodell auf. Der Figure 02 absolvierte über zehn Monate rund 1.250 Betriebsstunden und unterstützte die Produktion von mehr als 30.000 BMW X3. Dabei wurden 90.000 Teile verbaut und 1,2 Millionen Schritte in der Karosseriehalle zurückgelegt.
Die Zuverlässigkeit der Systeme untermauern aktuelle Tests: Bei einem 200-stündigen Dauerlauf im Juni 2026 verarbeitete eine Roboterflotte rund 250.000 Pakete – ohne einen einzigen Hardwareausfall.
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Roboter überholen menschliche Belegschaft
Die Integration humanoider Roboter ist ein zentraler Baustein von BMWs Digitalisierungsinitiative. Das Konzept der „Physical AI" verbindet digitale Zwillinge mit KI-gesteuerter Qualitätskontrolle und physischer Robotik.
Bei Figure AI hat die Automatisierung einen symbolischen Meilenstein erreicht: Die Roboterflotte des Startups ist inzwischen größer als die menschliche Belegschaft. Aktuell zählt das Unternehmen rund 740 Roboter gegenüber etwa 660 Mitarbeitern. Parallel dazu testet Figure AI gemeinsam mit Hexagon am BMW-Standort Leipzig.
Deutschland verliert Anschluss bei Roboterdichte
Der Wettbewerbsdruck wächst. Aktuelle Daten vom Juni 2026 zeigen: China hat Deutschland bei der Roboterdichte überholt – 470 Roboter pro 10.000 Beschäftigte stehen hier 449 in Deutschland gegenüber. Bereits 2024 entfielen 54 Prozent aller weltweiten Roboterinstallationen auf China.
Die deutsche Industrie schlägt Alarm: 82 Prozent der Führungskräfte fordern mehr staatliche Förderung für humanoide Robotik. 78 Prozent sehen KI und Robotik als entscheidend für die künftige Wettbewerbsfähigkeit.
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Milliarden-Deal im Robotermarkt
Der Markt für Industrierobotik ist in Bewegung. Am 24. Juni 2026 kündigte Agility Robotics einen Börsengang per SPAC-Fusion an, der das Unternehmen mit 2,5 Milliarden Euro bewertet. Agility stellt den Digit-Roboter her, der bereits in Lagerhäusern eingesetzt wird. Zu den Investoren zählen Amazon, Nvidia, SoftBank und Foxconn, Kunden sind unter anderem Toyota und Schaeffler.
Die Frage ist nicht mehr, ob humanoide Roboter die Fabrikhallen erobern – sondern wie schnell.
