Robotik-Boom, Roboter

Robotik-Boom: 12.000 humanoide Roboter in H1 2026 bestellt

21.06.2026 - 08:54:47 | boerse-global.de

Seres stellt mit Xiaosai einen humanoiden Roboter für Fabriken vor. Die Entwicklung erfolgte mit der ByteDance-Tochter Volcengine.

Seres präsentiert Xiaosai: Humanoiden Roboter für die Industrie
Robotik-Boom - A humanoid robot with sleek design and glowing accents stands in a modern, automated smart factory environment. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das Modell Xiaosai soll vor allem in der Industrie zum Einsatz kommen.

Partnerschaft mit ByteDance-Tochter

Entwickelt wurde Xiaosai in Zusammenarbeit mit Volcengine, einer Tochter des Technologiekonzerns ByteDance. Der Roboter ist für den Einsatz in intelligenten Fabrikumgebungen konzipiert. Die Präsentation am 20. Juni 2026 unterstreicht die wachsende Verflechtung zwischen Chinas Automobilindustrie und dem boomenden Sektor der verkörperten Künstlichen Intelligenz.

Anzeige: Während chinesische Hersteller allein im ersten Halbjahr 2026 über 12.000 humanoide Roboter ausliefern, steht die europäische Industrie vor der Frage: Wie integriere ich diese Technologie wettbewerbsfähig? Unser Report liefert einen konkreten Fahrplan – von der Technologiebewertung bis zur Umsetzung. Jetzt kostenlosen Report anfordern

Technische Fähigkeiten und Einsatzbereiche

Xiaosai soll in der Qualitätskontrolle, der Logistik und an kollaborativen Produktionslinien arbeiten. Seres kann dabei auf umfangreiche Erfahrung zurückgreifen: Das Unternehmen betreibt bereits mehr als 3.000 Industrieroboter und 1.600 intelligente Geräte in seinen Werken. Spezialversionen mit den Bezeichnungen Xiaosai 01 und 02 sind Berichten zufolge schon im Einsatz.

Zu den technischen Merkmalen gehören Gesichtserkennung, autonome Begrüßungsfunktionen und Sprachinteraktion. Die Partnerschaft mit Volcengine konzentriert sich vor allem auf Entscheidungssysteme, Steuerungstechnik und die Mensch-Maschine-Schnittstelle. Seres-Direktor Kang Bo deutete eine Reihe künftiger Produkte an, detaillierte technische Spezifikationen stehen jedoch noch aus.

Chinas Vormarsch auf dem Robotermarkt

Die Einführung von Xiaosai fällt in eine Phase rasanten Wachstums für die chinesische Robotikbranche. Laut einem Bericht des chinesischen Maschinenbauverbands CMTAA vom 11. Juni 2026 überstiegen die weltweiten Bestellungen für humanoide Roboter im ersten Halbjahr 2026 die Marke von 12.000 Einheiten. Chinesische Hersteller vereinten davon mehr als 75 Prozent.

Bereits 2025 wurden in China 51 verschiedene humanoide Robotermodelle vorgestellt. Laut Marktforschung von Omdia stammten 87 Prozent der weltweit 13.000 eingesetzten humanoiden Roboter aus China. Zur Finanzierung dieser Entwicklung haben nationale Transformationsfonds umgerechnet über 23 Milliarden Euro mobilisiert.

Auch andere große Autobauer der Region sind aktiv. UBTech hat Berichten zufolge hunderte Einheiten bei NIO, Geely und FAW-VW installiert. Die Chery-Tochter Aimoga verkauft einen humanoiden Roboter für umgerechnet rund 37.000 Euro. Allerdings gibt es auch personelle Veränderungen: Im Juni 2026 trat der Produktchef der Robotiksparte von Xpeng, Shi Xiaoxin, zurück – was Fragen zum angepeilten Ziel der Serienproduktion bis Jahresende aufwirft.

Fortschritte bei KI und Steuerungssystemen

Parallel zu den Hardware-Neuvorstellungen gibt es bedeutende Software-Entwicklungen. Am 21. Juni 2026 veröffentlichte Galaxy General-Purpose Robot das Open-Source-Modell AstraBrain-WBC 0.5. Dieses Echtzeit-Bewegungssteuerungssystem wurde mit rund zwei Milliarden Bildern menschlicher Bewegungsdaten trainiert. Es ermöglicht Robotern komplexe Aufgaben wie Tanzen oder Boxen mit hohen Erfolgsraten und geringer Latenz.

Im kommerziellen Bereich drängen weitere Firmen auf den Markt. Bereits auf der CES 2026 hatten fast ein Dutzend chinesische Hersteller humanoide Designs präsentiert. Unitree Robotics eröffnete kürzlich ein Erlebnisgeschäft in Shanghai. UBTechs Marke UWorld startete auf der Plattform JD.com mit Vorbestellungen für einen lebensgroßen humanoiden Roboter – die offizielle Markteinführung ist für den 30. Juni 2026 geplant.

Internationale Konkurrenz setzt auf Nischen

Anzeige: Der Fachkräftemangel in der Produktion wird durch die neue Robotik-Generation noch drängender. Wer humanoide Systeme nicht rechtzeitig evaluiert, riskiert einen dauerhaften Wettbewerbsnachteil. Dieser Report zeigt Ihnen in 5 Schritten, wie Sie die Automatisierung strategisch angehen – ohne teure Fehlinvestitionen. Automatisierungs-Checkliste jetzt sichern

Während chinesische Firmen auf hohe Stückzahlen setzen, konzentrieren sich internationale Wettbewerber auf spezialisierte und hochpreisige Anwendungen. Auf der Technologiemesse Vivatech in Frankreich (17. bis 20. Juni 2026) zeigten europäische Unternehmen ihre Lösungen. Die französische Firma Enchanted Tools präsentierte Mirokai, einen sozialen Roboter für Krankenhäuser und Flughäfen. Die Serienproduktion soll noch dieses Jahr anlaufen.

Das deutsche Unternehmen Neura Robotics sicherte sich kürzlich umgerechnet 1,2 Milliarden Euro Finanzierung. Dank Partnerschaften mit Industriegiganten wie Bosch verfügt es über einen beträchtlichen Auftragsbestand.

Am 20. Juni 2026 stellte das französische Startup Genesis AI zudem Eno vor – einen nicht-humanoiden Roboter mit menschenähnlichen Händen und 20 aktiven Freiheitsgraden. Mit einer Startfinanzierung von umgerechnet 90 Millionen Euro will das Unternehmen zunächst die Logistik- und Laborbranche erschließen. In den USA haben Figure-02-Roboter im BMW-Werk Spartanburg bereits über 1.250 Stunden absolviert und mehr als 90.000 Blechteile verarbeitet – ein Beleg für die zunehmende Praxistauglichkeit humanoider Arbeitskräfte in der Schwerindustrie.

de | wissenschaft | 69594800 |