Robotik-Boom: 70-faches Wachstum humanoider Systeme bis 2035
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 03:52 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Verbindung von Künstlicher Intelligenz und physischer Hardware – bekannt als Physical AI – verlässt die Forschungslabore und wird zur industriellen Strategie. Weltweit fließen Milliarden in Roboter, autonome Fahrzeuge und humanoide Maschinen.
Südkorea startet Milliarden-Forschungsinitiative
Das südkoreanische Wissenschaftsministerium hat ein gewaltiges Forschungsprojekt im Wert von umgerechnet rund 950 Millionen Euro gestartet. Ziel ist die Entwicklung von Physical AI – also KI-Systemen, die direkt mit der physischen Welt interagieren.
Das Programm teilt sich in zwei Standorte auf: In der Provinz Gyeongsangnam-do fließen rund 455 Millionen Euro in die globale Demonstration sogenannter Large Action Models (LAM). In Jeollabuk-do entsteht für knapp 500 Millionen Euro eine Softwareplattform. Die Ausschreibungsfrist endet am 28. Juli.
Hintergrund: Südkoreanische Autozulieferer rüsten ihre Werke um, um die globale Roboterindustrie zu beliefern. Das Land will kritische Technologien lokalisieren und exportierbare „Fabrikpakete" schnüren – eine Strategie, die an den Erfolg der deutschen Automobilzulieferer erinnert.
Kapitalströme beschleunigen sich rasant
Die Investitionen in Robotik und Physical AI haben sich explosionsartig entwickelt. Waren es 2019 noch rund 3,9 Milliarden Euro, stieg die Summe bis 2025 auf 24 Milliarden Euro. Allein 2026 wurden bereits 21 Milliarden Euro investiert.
Auch prominente Tech-Größen steigen ein: Jeff Bezos unterstützt das Projekt „Prometheus", Travis Kalanick (Uber-Gründer) investiert in das Unternehmen „Atoms". Die Nachfrage nach Hardware treibt die Börsenbewertungen in die Höhe. Die drei größten Speicherchip-Hersteller – Micron, Samsung und SK hynix – sind zusammen inzwischen 22 Prozent mehr wert als die drei größten Ölkonzerne der Welt.
Wer den akuten Arbeitskräftemangel in der Materialwirtschaft spürt, findet im aktuellen Report konkrete Schritte zur Roboter-Integration – inklusive Lieferketten-Checkliste und Marktanalyse. Jetzt kostenlosen Praxis-Report anfordern
Humanoide Roboter: 70-faches Wachstum prognostiziert
Die Analysten von Goldman Sachs rechnen mit einem Boom: Von rund 20.000 Einheiten im Jahr 2025 auf 1,4 Millionen Stück jährlich bis 2035. Das entspricht einer 70-fachen Steigerung. Haupttreiber sind die akuten Arbeitskräftemangel, vor allem in den USA, wo allein in der Materialwirtschaft über eine Million Stellen unbesetzt sind.
Der kommerzielle Durchbruch wird zwischen 2027 und 2029 erwartet. Voraussetzung: Die Roboter müssen vom ferngesteuerten Betrieb zum echten autonomen Rechnen übergehen. Die südkoreanische Lieferkette für humanoide Roboter hat bereits Börsenwerte von umgerechnet 63 Milliarden Euro zugelegt.
Autobauer entdecken Robotik und Energiespeicher
Die Automobilindustrie wandelt sich rasant. Hyundai zeigt mit seiner Tochter Boston Dynamics neue Fähigkeiten des Roboters „Atlas". Der chinesische Hersteller Xpeng will seinen kommerziellen Roboter „Iron" ab 2027 verkaufen. Tesla treibt die Entwicklung seines humanoiden Roboters „Optimus" und der Robotaxi-Flotte voran.
Bis 2027 wird der kommerzielle Durchbruch humanoider Roboter erwartet. Unternehmen, die jetzt ihre Lieferkette aufbauen, sichern sich einen Wettbewerbsvorteil. Dieser Report zeigt, wie Sie von den globalen Milliarden-Investitionen profitieren. Lieferketten-Checkliste jetzt sichern
Doch die Transformation geht weiter: Ford baut stationäre Energiespeicher in Michigan und Kentucky und liefert ab der zweiten Jahreshälfte 2027 sein „DC Block"-System aus. Renault produziert inzwischen Militärdrohnen. BYD entwickelt eigene humanoide Systeme.
Die Auswirkungen sind bereits im Speicherchip-Markt spürbar: Micron hat Fünfjahresverträge abgeschlossen. Branchenexperten rechnen damit, dass bis 2027 rund 30 Prozent aller Lieferungen unter Langzeitverträgen laufen werden.
