Robotik-Boom, Markt

Robotik-Boom: Markt wächst bis 2035 auf 82,8 Mrd. Dollar

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 16:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bis 2035 soll der Markt für physische KI auf 82,8 Milliarden Dollar anwachsen. Hyundai, FedEx und Google treiben die Robotik-Offensive voran.

Physische KI: Marktprognose 82,8 Mrd. Dollar bis 2035 – Industrie investiert massiv
Ein humanoider Roboter arbeitet in einer modernen, automatisierten Industriefabrik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Markt für physische KI explodiert: Bis 2035 soll er auf 82,8 Milliarden Dollar wachsen. Deutsche Unternehmen sollten die Entwicklung genau beobachten.

Industriegiganten setzen auf Robotik-Offensive

Hyundai Motor Group hat Ende Juli den Schwenk zum KI-Unternehmen verkündet. Konzernchef Chung Euisun präsentierte auf einem Gipfel in San Francisco die Strategie: Robotik, KI-gesteuerte Fabriken und autonomes Fahren. Schon 2028 soll der humanoide Roboter Atlas im US-Werk Metaplant America in Georgia arbeiten. Geplant ist eine Produktion von 30.000 Robotern pro Jahr – dafür sichert sich Hyundai 50.000 Nvidia-Blackwell-GPUs und baut ein KI-Zentrum in Südkorea.

Auch andere Konzerne treiben die Transformation voran. POSCO DX setzt physische KI in der Schwerindustrie ein – etwa bei Schiffsentladern und Brückenkränen in Stahlwerken. Spezialroboter arbeiten an Zinkbädern, autonome Transporter bewegen bis zu 65 Tonnen schweres Material.

FedEx erweitert derweil den autonomen Lkw-Entladebetrieb im Logistik-Hub Hagerstown in Maryland. Die Foresight-Plattform von Dexterity steuert dort zweiamige Roboter, die täglich zehntausende Ladungen bewältigen – ein Gewinn für Sicherheit und Effizienz.

Neue KI-Modelle für Roboter

Die Software hinter diesen Systemen macht ebenfalls Fortschritte. Google DeepMind präsentierte am 30. Juli Gemini Robotics 2 – eine Modellfamilie mit Ganzkörpersteuerung für Beine, Rumpf und Finger. Dazu gehören ein Modell für verkörperte Intelligenz sowie eine On-Device-Version. Vorführungen auf Apptroniks Apollo-2-Hardware zeigten Multi-Roboter-Koordination.

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Nvidia hatte bereits im März die Weltmodelle Isaac GR00T N und Cosmos vorgestellt. Microsoft integriert nun seine Azure-Physical-AI-Toolchain mit Nvidias Data-Factory-Concepts – gemeinsam mit Partnern wie KUKA, BMW und Teradyne Robotics.

Asien investiert massiv in die Zukunft

Südkorea will bei Robotik-Grundlagenmodellen vorn mitspielen. SK Telecom traf sich Ende Juli mit acht Start-ups, darunter Gauss Labs und MakinaRocks, um Pilotprojekte und Trainingsdaten in digitalen Zwillingen zu entwickeln.

In Indien baut Addverb seine Produktion in Greater Noida aus – mit einer Kapazität von 100.000 Robotern jährlich. Nach dem Start eines rollenden Humanoiden im Februar trainiert das Unternehmen nun eine zweibeinige Version. Der Umsatz lag zuletzt bei umgerechnet rund 80 Millionen Euro.

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Die Investitionsdynamik ist beachtlich: Skild AI sammelte 1,4 Milliarden Dollar ein, NEURA Robotics schloss eine Serie-C-Runde ab. Südkorea stellt 10,3 Milliarden Dollar Politikfinanzierung für Zukunftstechnologien bereit, Japan hat bis 2040 rund 70 Milliarden Dollar zugesagt. In China erreichte der Markt für industrielle Roboter 2025 umgerechnet etwa 740 Millionen Euro – über 80 Prozent der Hersteller rechnen innerhalb von zwei Jahren mit Rendite.

Daten und Simulation als Schlüssel

Physische KI braucht gewaltige Datenmengen. Allein Scale AI lieferte 2025 über 150.000 Stunden Demonstrationsdaten an Kunden. Die Infrastruktur entsteht zunehmend über offene Plattformen – die Linux Foundation verwaltet den GPU-beschleunigten Newton-Physik-Engine, entwickelt von Nvidia und Google DeepMind. Spezialisierte Partnerschaften wie zwischen Grid Dynamics und Doosan Robotics bündeln Kompetenzen für digitale Zwillinge und Robotersteuerung.

Die Botschaft ist klar: Physische KI verlässt das Labor. Wer jetzt nicht aufspringt, riskiert den Anschluss – das gilt für Konzerne wie für den Mittelstand.

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