Robotik-Industrie, Förderung

Robotik-Industrie: 82% fordern mehr staatliche Förderung

29.06.2026 - 01:15:00 | boerse-global.de

82 Prozent der Führungskräfte sehen Nachholbedarf bei staatlicher Unterstützung für humanoide Robotik.

Deutsche Industrie fordert mehr Förderung für humanoide Roboter
Robotik-Industrie - Ein humanoider Roboterarm montiert präzise Bauteile an einer futuristischen Produktionslinie in einer hell erleuchteten deutschen Fabrik. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Deutschlands Industrie fordert mehr staatliche Förderung für humanoide Roboter, um international nicht den Anschluss zu verlieren. Das zeigt der aktuelle automatica Trend Index 2026, für den 100 Führungskräfte befragt wurden. Ganze 82 Prozent der Entscheidungsträger sehen dringenden Nachholbedarf bei der finanziellen Unterstützung – und blicken neidisch auf Länder wie China, die mit Hochdruck an der Technologie arbeiten.

KI und Robotik als Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit

Für 78 Prozent der befragten Industrievertreter ist die Kombination aus künstlicher Intelligenz und Robotik inzwischen unverzichtbar. Besonders humanoide Roboter halten 85 Prozent für wichtig in der Produktion der Zukunft. Allerdings steckt die Branche noch in den Kinderschuhen: Bei 68 Prozent der Unternehmen befinden sich die Projekte erst in der Pilotphase.

Trotz der Herausforderungen steht Deutschland in der Automatisierung gut da. Mit 449 Robotern pro 10.000 Beschäftigten belegt die Bundesrepublik weltweit Rang drei – hinter Südkorea und Singapur. Ein starkes Fundament, auf das sich aufbauen lässt.

thyssenkrupp schmiedet Allianz für „Physical AI"

Ein konkretes Beispiel für den Vorstoß in die Zukunft liefert der Industriekonzern thyssenkrupp. Gemeinsam mit GlobalLogic, einem Unternehmen der Hitachi-Gruppe, wurde am 27. Juni eine strategische Partnerschaft vereinbart. Ziel: den Einsatz autonomer Robotik und sogenannter „Physical AI" in der Schwerindustrie voranzutreiben.

Herzstück der Kooperation ist eine einheitliche Datenplattform, die autonome Abläufe ermöglichen soll. Geplant sind unter anderem Roboter-Kameras und Drohnen für gefährliche Inspektionsaufgaben. Die Technologie soll helfen, Betriebsabläufe intelligenter zu steuern und gleichzeitig die Dekarbonisierung voranzutreiben.

BMW setzt auf den „Figure 03" in South Carolina

Auch in der Automobilindustrie nimmt die Entwicklung Fahrt auf. Am 27. Juni startete BMW den Einsatz des humanoiden Roboters Figure 03 im Werk Spartanburg (USA). Der Roboter übernimmt dort Sortieraufgaben in der Fabriklogistik.

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Die neue Version bringt entscheidende Verbesserungen mit: taktile Sensoren in den Händen, weichere Außenmaterialien und kabelloses Laden. Zudem kommuniziert der Roboter per Sprache mit seiner Umgebung. Der Einsatz folgt auf ein zehnmonatiges Pilotprojekt mit dem Vorgängermodell Figure 02, das bei der Produktion von über 30.000 BMW X3 half.

BMW verfolgt mit seiner Digitalstrategie iFACTORY das Ziel, Roboter für repetitive oder ergonomisch belastende Tätigkeiten einzusetzen. Die menschlichen Mitarbeiter sollen sich auf anspruchsvolle Fertigungsaufgaben konzentrieren können.

Regionale Förderung: Stuttgart und Bayern investieren

Auch die Länder treiben die Digitalisierung voran. Am 27. Juni wurde der Digital Hub Region Stuttgart im Zentrum für Digitalisierung in Böblingen eröffnet. Das Land Baden-Württemberg stellt bis Ende 2027 eine Million Euro bereit. Ziel ist es, rund 1.000 Unternehmen und Start-ups zu erreichen – mit Schwerpunkten auf KI, Cybersicherheit und nachhaltiger digitaler Innovation.

Bayern hatte bereits Anfang des Jahres vier spezifische Förderaufrufe für 2026 gestartet. Gefördert werden Projekte in den Bereichen KI und Data Science, zukünftige Kommunikationsnetze, Cybersicherheit und elektronische Systeme. Voraussetzung: Mindestens zwei Partner, darunter ein Unternehmen mit Sitz in Bayern.

Weltweit: Produktionsrekorde und neue Fabriken

Die internationale Entwicklung zeigt, wie rasant der Markt wächst. Der Roboterhersteller AGIBOT gab am 28. Juni bekannt, bereits das 15.000ste Gerät produziert zu haben – einen mobilen Industrieroboter vom Typ G2. Das erst 2023 gegründete Unternehmen steigerte seine Produktion rasant: Von 5.000 auf 10.000 Einheiten in nur drei Monaten.

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Parallel dazu begann die südkoreanische Firma ROBOTIS am 27. Juni mit dem Bau einer Fabrik für humanoide Roboter in Taschkent. Das Projekt hat ein Volumen von rund 90 Millionen Euro und soll nach Fertigstellung über 2.000 Arbeitsplätze schaffen.

Diese Entwicklungen sind auch ein Vorgeschmack auf die automatica 2027 in München. Die Leitmesse für Robotik und Automation findet vom 22. bis 25. Juni 2027 statt und wird sich schwerpunktmäßig der Integration von Physical AI und humanoiden Systemen widmen.

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