Roger: Minerva Humanoids sichert 10 Millionen Dollar für Gefahrenzonen-Roboter
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 21:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Robotik-Startup Minerva Humanoids hat technische Details zu seinem humanoiden Roboter Roger bekannt gegeben. Die Maschine ist speziell für Hochrisikoumfelder wie die Kampfmittelbeseitigung, Offshore-Öl- und Gasplattformen sowie Gefahrstoffeinsätze konzipiert.
Zu den zentralen Sicherheitsfunktionen gehört ein Notfallprotokoll: Bei einem plötzlichen Kommunikations- oder Stromausfall soll das System unverzüglich einfrieren und kontrolliert von kritischen Industrieanlagen wegfallen, um Folgeschäden an der Infrastruktur zu verhindern.
Fernsteuerung über Virtual Reality und automatisierte Stabilisierung
Roger kombiniert menschliche Teleoperation mit teilautonomen Funktionen. Spezialisten steuern den Humanoiden aus sicherer Entfernung mittels eines Virtual-Reality-Headsets und haptischer Handschuhe. Nach Unternehmensangaben sollen Bediener die Ganzkörpersteuerung in weniger als fünf Minuten erlernen können.
Während der Mensch komplexe Manipulationen dirigiert, übernimmt die Softwarearchitektur Minerva Intelligence die grundlegenden motorischen Aufgaben. Dazu zählen die kontinuierliche Balance, die Sturzerholung sowie die autonome Navigation im Gelände.
Der funktionstüchtige Laufprototyp entstand innerhalb von fünf Monaten. Während die mechanische Fertigung der ersten Prototypen in Deutschland stattfindet, werden die Software und die Algorithmen für künstliche Intelligenz überwiegend in den USA entwickelt. Spezifische Leistungsdaten zu Parametern wie Traglast, Akkulaufzeit, Fortbewegungsgeschwindigkeit und Manipulationsgenauigkeit behält das Startup derzeit noch unter Verschluss.
Hohe Risiken im globalen Energiesektor als Treiber
Geleitet wird das in San Francisco ansässige Unternehmen von dem 26-jährigen CEO Sandor Felber. Minerva Humanoids begründet den Fokus auf Gefahrenzonen mit hohen Unfallzahlen in der Schwerindustrie. Das Unternehmen beziffert die weltweiten Todesfälle von Arbeitern im Energiesektor auf rund 7.000 pro Jahr.
Der Einsatz moderner Robotik ist eine Reaktion auf die massiven Umbrüche in der Industrie, bei denen KI und Automatisierung zunehmend traditionelle Prozesse ersetzen. Dieser kostenlose Report liefert konkrete Einblicke in jene Unternehmen, die von den Milliarden-Investitionen in diese neue Ära profitieren. Robotik und KI: Profiteure der neuen Industrieära erkennen
Diese Berechnung stützt sich auf Unfallraten der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sowie Schätzungen der Internationalen Energieagentur (IEA), die von 76 Millionen Beschäftigten in diesem Sektor ausgeht. Statistisch entspreche dies einem tödlichen Arbeitsunfall alle 75 Minuten.
Nach Einschätzung des Unternehmens überschneiden sich die technischen Hardware-Anforderungen für Einsätze im Energiesektor und in der öffentlichen Sicherheit zu etwa 70 bis 80 Prozent, was eine doppelte Nutzung der Plattform ermögliche.
Geplante Pilotphasen und Partnerschaften
Das Unternehmen sicherte sich eine Pre-Seed-Finanzierung in Höhe von rund 10 Millionen US-Dollar. Die Runde wurde von der Beteiligungsgesellschaft General Catalyst angeführt, begleitet von Long Journey Ventures und Credo Ventures als Co-Leads.
Wer die wirtschaftliche Tragweite von technologischen Sprüngen in der Robotik verstehen möchte, sollte die Hintergründe des aktuellen industriellen Wandels kennen. Ein aktueller Report deckt auf, welche Namen hinter dem größten technologischen Umbruch der Industrie stecken und wer die Gewinner der Entwicklung sind. Report zur industriellen Revolution 2026 kostenlos herunterladen
Mit dem frischen Kapital bereitet das Unternehmen die praktische Erprobung vor. Für Oktober 2026 ist der Start der ersten bezahlten industriellen Pilotphase angekündigt. Zudem sind Feldtests in den USA, Großbritannien und Deutschland vorgesehen. Laut Angaben des CEOs laufen darüber hinaus Tests und geplante Pilotprojekte mit der US-Bundespolizei FBI.
Zudem prüft Minerva Humanoids Einsatzmöglichkeiten an zwei der zehn weltweit verkehrsreichsten Flughäfen, an denen erste Tests vor Ort bereits abgeschlossen wurden. Ein regulärer operativer Rollout an den Flughäfen ist bislang jedoch nicht bestätigt. Breitere kommerzielle Serviceverträge strebt das Unternehmen für das Jahr 2027 an.
