RTX-50-Super, NVIDIA

RTX-50-Super: NVIDIA stoppt Launch wegen Speicher-Explosion

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 20:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Speicherchip-Knappheit treibt GPU-Preise in die Höhe. NVIDIA stoppt RTX-50-Super-Launch, AMD erhöht um zehn Prozent. Entspannung erst 2029 erwartet.

Grafikkarten-Krise: NVIDIA und AMD erhöhen Preise wegen Speicherknappheit
Nahaufnahme der Schaltkreise und Speichermodule einer High-End-Grafikkarte in einem professionellen Labor. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die dritte Preisrunde binnen eines Jahres: NVIDIA und AMD erhöhen erneut die Kosten für Grafikkarten. Auslöser ist eine beispiellose Teuerung bei Speicherchips, die selbst den Launch neuer Modelle gefährdet. Für Verbraucher bedeutet das: Wer eine neue GPU braucht, muss tief in die Tasche greifen – oder warten.

RTX-50-Super-Serie auf Eis gelegt

Eigentlich sollten die überarbeiteten Modelle der RTX-50-Serie längst im Handel sein. Doch nun hat NVIDIA die Markteinführung der Super-Varianten vorerst gestoppt – obwohl die ersten Einheiten die Fertigungspartner bereits erreicht haben. Der Grund: Die explodierenden Preise für GDDR7-Speicher machen die Produktion zu den geplanten Preisen schlicht unrentabel.

Besonders teuer sind Module mit hoher Kapazität. Ein 3-GB-GDDR7-Baustein kostet aktuell fast dreimal so viel wie ein 2-GB-Modul. Branchenkenner rechnen vor: Eine RTX 5070 Super mit 18 Gigabyte VRAM wäre unter den aktuellen Bedingungen ein Verlustgeschäft. Die Auslieferung wurde daher verschoben, während die Vorgängermodelle – etwa die RTX 5050 vom Juli 2025 – zu deutlich höheren Preisen im Handel liegen.

Preisschock in allen Segmenten

Anfang August haben beide Hersteller ihre Preislisten kräftig nach oben korrigiert. AMD informierte seine Partner am 31. Juli über Erhöhungen von mindestens zehn Prozent für Radeon-GPUs und GDDR6-Speicherkits. NVIDIA zieht mit Preisaufschlägen von bis zu 30 Prozent bei der RTX-50-Serie nach – die dritte Runde in diesem Jahr.

Die Auswirkungen auf die Endkundenpreise sind drastisch. Die Flaggschiff-RTX-5090, ursprünglich für 1.999 US-Dollar angekündigt, kostet inzwischen zwischen 4.300 und 5.000 Dollar. Auch die Mittelklasse bleibt nicht verschont: Die RTX 5070 verteuerte sich von 549 auf rund 850 Dollar. Bei AMD sieht es nicht besser aus: Die RX 9050 liegt mittlerweile bei über 450 Dollar statt der ursprünglichen 279, die RX 9070 XT wird mit 700 bis 750 Dollar gehandelt.

Anzeige

Während die Hardwarepreise durch den KI-Boom steigen, wachsen auch die digitalen Anforderungen und Risiken für Unternehmen. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und neuen Cyberbedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen. Neue KI-Gesetze und Cyberrisiken: Kostenlosen Report anfordern

Der Speicher verschlingt inzwischen mehr als 80 Prozent der Materialkosten einiger Modelle. Die Spotpreise für GDDR6 haben sich seit Ende 2025 verdreifacht – von etwa 2,50 auf 7,50 Dollar pro Gigabyte.

„RAMageddon": KI-Boom saugt den Markt leer

Die Branche spricht längst von „RAMageddon". Der Speichermarkt steht unter enormem Druck, weil KI-Rechenzentren enorme Mengen an Chips verschlingen. Analysten beziffern das Missverhältnis zwischen Nachfrage und Angebot bei KI-Chips auf 15 zu 1. Dazu kommen Engpässe bei TSMCs CoWoS-Verpackung und die vollständige Auslastung der HBM-Produktionskapazitäten.

Ein Bericht von Deloitte zeigt: Die Preise für KI-Server-DRAM haben sich im ersten Quartal 2026 verdoppelt, für das Gesamtjahr wird eine Vervierfachung erwartet. Eine Entspannung? Fehlanzeige. Experten rechnen nicht vor 2029 oder 2030 mit einer Stabilisierung. Die Hyperscaler – also die großen Cloud-Anbieter – wollen ihre Investitionen 2026 auf über eine Billion Dollar steigern, um sich die begehrte Hardware für KI-Training und Inferenz zu sichern.

Lieferverträge statt Spotmarkt

Angesichts der anhaltenden Knappheit setzen die großen Speicherhersteller Samsung, SK Hynix und Micron zunehmend auf langfristige Lieferverträge. Samsung plant, 60 bis 70 Prozent seiner Produktion über Fünfjahresverträge abzusichern.

Anzeige

Wer sich mit der zunehmenden Digitalisierung und den damit verbundenen IT-Strukturen befasst, sollte auch die Sicherheit der eigenen Infrastruktur im Blick behalten. Dieses Gratis-E-Book enthüllt, wie Sie Sicherheitslücken schließen und gleichzeitig neue gesetzliche Anforderungen ohne teure Investitionen erfüllen. IT-Sicherheit stärken und Unternehmen schützen

Die Krise bremst auch kommende Plattformen aus. NVIDIAs Vera-Rubin-Plattform mit HBM4-Speicher und 50 Petaflops Inferenzleistung soll zwar in der zweiten Jahreshälfte 2026 in die Massenproduktion gehen – die verfügbaren Stückzahlen dürften aber knapp bleiben. Um in diesem volatilen Umfeld Qualitätsstandards zu sichern, startete NVIDIA Ende Juli das „Exemplar Cloud"-Programm, das Cloud-GPU-Cluster nach bestimmten Durchsatz-Benchmarks zertifiziert. Am 30. Juli veröffentlichte das Unternehmen zudem Debugging-Fälle, die zeigen: Konfigurationsfehler können bei identischen Chips Leistungsunterschiede von bis zu zwölf Prozent verursachen.

Für deutsche Verbraucher bedeutet das: Wer eine neue Grafikkarte sucht, sollte Preise vergleichen und Alternativen prüfen. Konsolen oder Cloud-Gaming-Dienste könnten für viele eine preiswertere Option sein. Und wer auf einen Neukauf angewiesen ist, sollte sich auf weiter steigende Preise einstellen – bis der Speichermarkt sich erholt, dürfte noch einige Zeit vergehen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69911224 |