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Rubin Ultra GPU: Nvidia halbiert HBM-Speicher wegen Preisexplosion

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 10:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nvidia prüft Halbierung des HBM-Speichers im Rubin-Ultra-Chip, um Kosten zu senken. Analysten erwarten sinkende HBM-Nachfrage und fallende Kurse bei Speicherherstellern.

Nvidia erwägt drastische HBM-Reduktion beim Rubin Ultra wegen explodierender Speicherpreise
Nahaufnahme eines Hochleistungs-GPU-Chips auf einem Server-Motherboard in einem Rechenzentrum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der KI-Chip-Hersteller Nvidia denkt offenbar über eine deutliche Reduzierung des HBM-Speichers seiner kommenden Rubin-Ultra-GPU nach. Grund sind explodierende Speicherpreise und anhaltende Lieferkettenprobleme. Das könnte weitreichende Folgen für den gesamten KI-Markt haben.

Branchenkreisen zufolge prüft Nvidia derzeit Änderungen an der Speicherkonfiguration des für 2027 geplanten Rubin-Ultra-Chips. Branchenanalysten und technische Berichte von Anfang August 2026 deuten auf eine mögliche Halbierung des High-Bandwidth-Memory (HBM) hin. Die Überlegungen sind eine direkte Reaktion auf die massiv gestiegenen Speicherkosten.

Deutlich weniger Speicher, gleiche Leistung

Die ursprünglich erwartete Ausstattung des Rubin Ultra sah 12-fach gestapelte HBM4E-Speichermodule mit insgesamt 384 Gigabyte vor. Die überarbeiteten Pläne sehen nun offenbar 8-fach gestapelten HBM4-Speicher mit 192 Gigabyte vor. Das entspricht einer Reduzierung um die Hälfte gegenüber den ursprünglichen Ultra-Spezifikationen und einem Drittel weniger als beim Standardmodell Rubin mit 288 Gigabyte.

Trotz der Speicherreduktion soll die Rechenleistung unverändert bei 35 Petaflops liegen – damit wäre der Rubin Ultra auf dem Niveau des Standard-Rubin. Die Speicherbandbreite soll sogar leicht steigen: um etwa ein Terabyte pro Sekunde auf insgesamt 21 Terabyte pro Sekunde. Die Leistungsaufnahme wird auf 1800 Watt im „Max-Q“-Modus bis maximal 2600 Watt geschätzt.

Speicherpreise explodieren

Der mögliche Schritt ist eng mit den rasant steigenden Kosten für High-Bandwidth-Speicher verbunden. Die Vertragspreise für HBM3 lagen im zweiten Quartal 2025 noch zwischen 180 und 220 US-Dollar. Für das erste Quartal 2026 prognostizieren Analysten bereits 600 bis 700 US-Dollar. Die Spotpreise könnten im zweiten Quartal 2026 sogar auf bis zu 850 US-Dollar klettern.

Diese Preisentwicklung schlägt direkt auf die Materialkosten (Bill of Materials, BOM) der Serversysteme durch. Ohne Anpassungen wären die Kosten für ein High-End-Rack-System von 6,6 auf 8 Millionen US-Dollar gestiegen. Mit der Speicherreduktion ließen sich die Kosten laut Analysten auf etwa 6,4 Millionen US-Dollar drücken. Das verschiebt auch die Kostenstruktur: Der HBM-Anteil sinkt von rund 40 auf 28 Prozent, während der Anteil für Verbindungskomponenten von 4 auf 12 Prozent steigt.

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Produktion läuft bereits an

Während die Rubin-Ultra-Spezifikationen für 2027 noch in der Schwebe sind, befindet sich die Standard-Architektur Vera Rubin bereits in der Produktionsphase. Im Juni 2026 lieferte Dell die ersten NVL72-Einheiten an CoreWeave. Bis Juli sollen dutzende Kunden – darunter Microsoft, OpenAI, Anthropic und Google Cloud – Einheiten erhalten haben. Ein größerer Produktionshochlauf des Standard-Vera-Rubin wird für den Herbst 2026 erwartet.

Doch auch hier gibt es Hindernisse: Analysten von KeyBanc warnen, dass Nvidia seine Rubin-Produktionsziele für 2026 möglicherweise um 25 Prozent kürzen muss – von zwei Millionen auf 1,5 Millionen Einheiten. Grund sind Engpässe bei der HBM-Versorgung durch die Partner SK Hynix und Micron.

Zusätzlich hat sich die für 2027 geplante „Kyber“-Rack-Architektur für den Rubin Ultra offenbar auf 2028 verzögert. Ursache sind Fertigungsprobleme bei der PCB-Midplane. Einen Notfallplan, der zwei separate Racks verbinden sollte, hätten Cloud-Dienstleister abgelehnt.

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Massive Kursverluste bei Speicherherstellern

Die Gerüchte haben die Halbleiterbranche bereits erschüttert. Nach der Veröffentlichung entsprechender Analysen Ende Juli verloren die Aktien großer Speicherhersteller deutlich. Bis zum 31. Juli fielen die Anteilsscheine von Micron um 32,2 Prozent von ihren jüngsten Höchstständen, SK Hynix verlor 41,1 Prozent und Samsung 27,6 Prozent.

Der DRAM-Markt bleibt hart umkämpft: SK Hynix führt vor Micron mit nur etwa einem Prozentpunkt Marktanteilsvorsprung (Stand: zweites Quartal 2026). Sollten die Speicherreduktionen beim Rubin Ultra bestätigt werden, könnte die gesamte HBM-Nachfrage 2027 um zehn Prozent sinken. Das würde den weltweiten DRAM-Wafer-Einsatz um etwa drei Prozent reduzieren. Nvidia selbst dominiert den KI-Chip-Markt weiterhin mit einem Anteil von rund 85 Prozent.

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